Thurnau

Die Liebe - wunderbar und unerfüllt

Robert und Clara Schumann sowie Ludwig van Beethoven stehen im Mittelpunkt des Wilhelm-Kempff-Festivals in Thurnau.
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Schauspielerin Alina Levshin liest aus Clara Schumanns Briefen.  Fotos: Nadja Klier und Archiv
Schauspielerin Alina Levshin liest aus Clara Schumanns Briefen. Fotos: Nadja Klier und Archiv
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Katharina Müller-Sanke War sie emanzipiert? War sie ihrer Zeit voraus? Es ist spannend, das Leben von Clara Schumann zu ergründen. Ingo und Eva-Maria Dannhorn haben sich jedenfalls durch Hunderte - eher Tausende Briefe gelesen. "Clara Schumann war eine sehr starke Frau, die gemacht hat, was notwendig ist. Sie wusste genau, was sie will - eine beeindruckende Persönlichkeit", urteilt Eva-Maria Dannhorn.

Am 13. September 1819, also heute vor genau 200 Jahren ist die Pianistin und Komponistin geboren. Schon als Kind stand sie auf der Bühne und wurde als eine Art Kinderstar gefeiert. Tourneen brachten sie später bis nach Russland.

Briefe unter dem Mieder

Clara Schumanns Vater hat ihr Klavierunterricht gegeben. Unter seinen Schülern war auch der spätere Mann Claras: Robert Schumann. Schon als kleines Mädchen hat Clara ihren späteren Mann kennengelernt. In ihrer Jugend begannen die beiden, einander Briefe zu schreiben. Sie verliebten sich unsterblich ineinander.

Der Vater versuchte lange, den Briefwechsel und den Kontakt zu unterbinden - vergeblich. Beinahe täglich schrieben sich die Liebenden. Teilweise förmlich, im öffentlichen Briefverkehr, teilweise heimlich und vertraut. Das Hausmädchen schmuggelte die Briefe unter ihrem Mieder, aber auch andere geheime Wege wurden gefunden, um die Briefe zu übergeben. Eine romantische Liebesgeschichte, die tiefe Einblicke in die Zeit von damals gibt.

Einblicke in die Gefühlswelt

Robert und Clara Schumann fanden am Ende zueinander. Einen wunderbaren und echten Einblick in die Gefühlswelt der beiden, eine Ahnung von der jugendlichen Schwärmerei und der mit der Zeit tiefer werdenden Verbundenheit erhalten die Besucher des Wilhelm-Kempff-Festivals auf Schloss Thurnau.

Am 11. Oktober wird mit hervorragender Besetzung das Konzert unter dem Titel "Erster Kuss mit Clara" aufgeführt. Dabei werden Auszüge aus den Briefen von Clara und Robert Schumann gelesen. Die Schauspielerin Alina Levshin, die aus vielen Fernsehproduktionen bekannt ist, leiht ihre Stimme dabei Clara Schumann.

Die Distanz der Liebenden wird dadurch symbolisiert, dass die Auszüge aus Robert Schumanns Briefen aus dem Off eingespielt werden. Untermalt, ergänzt und vervollständigt wird das Programm durch Musik Robert Schumanns, gespielt von Ingo Dannhorn.

Lieblingskomponisten Kempffs

Das Konzert passt hervorragend zum Wilhelm-Kempff-Festival, weil Schumann einer der Lieblingskomponisten Wilhelm Kempffs war. Gleiches gilt für Ludwig van Beethoven.

Auch seine Musik spielte Kempff einst gerne, das Gleiche gilt für Ingo Dannhorn bis heute. Beethoven wird daher beim Wilhelm-Kempff-Festival ein ganz eigenes Konzert am 10. Oktober gewidmet. Darin geht es ebenfalls um die Liebe. Wenn auch mit einem dramatischen Ende: Unter dem Titel "An die unsterbliche Geliebte" spielt Ingo Dannhorn am Flügel Musik von Ludwig van Beethoven. Dazu zitiert August Zirner Texte und Briefauszüge. Mit Roman Trekel steht zudem ein bemerkenswerter Bariton auf der Bühne. "Beide Konzerte ergänzen sich - es geht um zwei ganz unterschiedliche Liebesgeschichten zweier herausragender Musiker", so Ingo Dannhorn. "Durch die Texte wird manches in der Musik klarer. Die Vorbereitung war für uns sehr spannend", erinnert er sich und freut sich auf viele Besucher, die sich von der Begeisterung für Schumann und Beethoven anstecken lassen. Beide Konzerte beginnen um 19.30 Uhr im Kutschenhaus.

Karten gibt es in der Buchhandlung Friedrich in Kulmbach oder online unter www.wilhelm-kempff-festival.com.

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