Wallenfels

Die liebe Familie...

Auf der Kümmelswiese sorgen die Theaterfreunde Wallenfels und insbesondere Henry Stöcker als Leiche für Lacher. Am Samstag wird "Für die Familie kann man nichts" erneut aufgeführt.
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Der Erfinder und sein Werk - von rechts Albert die Leiche (Henry Stöcker), Hubbi (Markus Haderdauer) und Willi (Udo Schlee) Fotos: Susanne Deuerling
Der Erfinder und sein Werk - von rechts Albert die Leiche (Henry Stöcker), Hubbi (Markus Haderdauer) und Willi (Udo Schlee) Fotos: Susanne Deuerling
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Susanne Deuerling Was ist das Rezept für einen erfolgreichen Theaterabend? Ganz einfach, man nehme ein tolles Theaterstück, würze es mit hervorragenden Schauspielern und garniere das Ganze mit einem Publikum, das nicht mit Lachsalven, Heiterkeit und Applaus geizt. Und das alles auf der Kümmelswiese in Wallenfels bei der Premiere der schwarzen Komödie "Für die Familie kann man nichts".

Eine ganz normale Familie könnte man meinen, wenn man Friedhelm Beierle begegnet. Doch seine Familie ist, gelinde gesagt, schon etwas "ungewöhnlich". Da ist der Bruder Willi, ein Computerexperte, der immer mit einem Bein im Knast steht. Oder der andere Bruder Hubert Beierle, genannt Hubbi, ein erfolgloser Erfinder, der ein kleines Sprachproblem hat und dadurch oft für Missverständnisse sorgt, sowie natürlich die Schwester Hermine. Sie wäscht sich seit ihrem Indienurlaub vor einem halben Jahr nicht mehr und verteilt ihre "Aura" in den empfindlichen Nasen ihrer Mitbewohner und Besucher.

Aber es gibt immer noch eine Steigerung. Denn Unruhe bringt eine Leiche ins Haus, die plötzlich zum Leben erweckt werden muss. Wem das alles zu verwirrend erscheint, dem sei gesagt, es ist eigentlich alles ganz einfach und das Stück, das von Gisela Düthorn inszeniert wurde, sagt das aus, was viele Zuschauer denken werden: "Für die Familie kann man nichts."

"Warum strouft mich dä Herrgott mit su ane Familie", fragt sich Friedhelm Beierle jeden Tag. Nun hat er seine Traumfrau gefunden und muss Farbe bekennen und die Familie vorstellen. Das ist gar nicht so einfach, sorgen doch seine Brüder Hubbi, der Erfinder und Willi der Computerhacker für allerlei Chaos im Haus. Seine Schwester Hermine hingegen setzt auf Geisterbeschwörungen, wäscht deshalb ihre "Aura" nicht ab und verbreitet ein etwas strenges Aroma.

Leiche wird zu Bumerang

Und dann ist da noch Gundula Strauß, eine Freundin, die dringend einen Mann sucht und das durch eine Beschwörung erreichen will. Aber da geht alles schief und plötzlich liegt ein toter Mann im Zimmer. Woher, warum ist unklar. Doch sorgt er in den nachfolgenden Szenen für allerlei Verwirrung. Um ihn loszuwerden, setzt man ihn in die Bushaltestelle, obwohl der "Coburg-Hof" nicht mehr fährt. Er kommt deshalb wie ein Bumerang immer wieder an den Ort des Geschehens zurück. Die Rolle der Leiche spielt Henry Stöcker so überzeugend, dass man zweimal hinschauen muss.

Nach vielen Missverständnissen lichtet sich so nach und nach der Nebel. Und so muss zum Schluss die Frage von Friedhelm Beierle beantwortet werden: "Woa dä Dued jetzt dued ode woa dä Dued lebendich?"

Die Premiere von "Für die Familie kann man nichts" sorgte für anhaltende Lachsalven, als die Supertruppe der Schauspieler zu Höchstform auflief. Die Vorsitzende der Theatergruppe Birgit Brehl, die selbst großartig die Gundula Strauß gespielt und "gegazzd" hat, dankte zum Schluss allen Schauspielern von Herzen für ihr Engagement. Einen großen Anteil daran hat Gisela Düthorn, die seit 23 Jahren Regie führt.

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