Adelsdorf
Ausstellung

Die letzten Hemhofener Ateliertage vereinen Glas, Metall und Holz

Zum letzten Mal fanden am Wochenende die Ateliertage bei der Glaskünstlerin Sabine Nein in Hemhofen statt. Die Gastgeberin hatte ihren Garten wieder mit vielen gläsernen Kunstwerken geschmückt. "Für m...
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Ralf Röhner (l.), Sabine Nein und Martin Rothenbucher zeigten in Hemhofen ihre Werke. Foto: Johanna Blum
Ralf Röhner (l.), Sabine Nein und Martin Rothenbucher zeigten in Hemhofen ihre Werke. Foto: Johanna Blum

Zum letzten Mal fanden am Wochenende die Ateliertage bei der Glaskünstlerin Sabine Nein in Hemhofen statt. Die Gastgeberin hatte ihren Garten wieder mit vielen gläsernen Kunstwerken geschmückt. "Für mich ist wichtig, das Glas als Kunstmaterial in unserer Gegend - einer Glas-Diaspora - zu präsentieren." Seit über 30 Jahren kombiniert sie verschiedene Materialien wie Holz und Glas. "Das gibt eine gewisse Spannung, aber mein Arbeitsschwerpunkt liegt auf dem Glas, es ist die Seele eines jeden Objektes."

Die gebürtige Erlangerin zieht bald aus Hemhofen weg, weshalb dies ihre letzte Ausstellung dort war. Die Künstlerin erhielt schon viele Kunstpreise, darunter den Preis der Danner-Stiftung und mehrere Nominierungen beim Weru-Glaskunstpreis. Vor einigen Jahren hatte sie einige bedeutende Ausstellungen wie eine dreimonatige Schau im Kloster Lorch. Gerne erinnert sie sich an die Ausstellung vom letzten Jahr in Eschede (Holland). "Die Stadt hatte damals die komplette Sammlung übernommen, also abgekauft", so die Künstlerin stolz.

Arbeit mit Fundstücken

Fundstücke von Baustellen, in Gärten ausgegraben, schwarze Mooreiche, alte Türangeln oder ganze Schlösser arbeitet sie in ihre geschliffenen oder sandgestrahlten Kunstwerke mit ein und oft ergibt sich nicht nur für sie ein spannendes Ganzes. Ihr letztes Werk - "das ist immer mein Lieblingsprojekt" - hatte das Thema "barocke Pracht". Sie zeigt die wahnsinnige Prachtentfaltung von damals im Gegensatz zum notleidenden Bauerntum. "Eine Schere arm-reich, fast wie heute", sinniert sie. Ihre Körbe sollen Gesteinsdrusen assoziieren.

Natürlich hatte sie auch Gäste eingeladen. Ralf Röhner (Metalldesign) zeigte Werke aus Metall wie Chimären, die aus einem alten Biertank entstanden sind. "Ich verwende gerne Metallschrott mit Vorgeschichten, versuche sie dann zu visualisieren, dass man in dem Neuen ihre ursprüngliche Verwendung nicht mehr erkennt - das ist Upcycling", so der Künstler.

Martin Rothenbucher, der Holzdesigner und Bio-Tischlermeister, arbeitet im Einklang mit der Natur in seiner voll ökologischen Werkstatt "Martins Scheune". Er präsentierte eine Installation von frei schwebendem Kirschbaumholz, das im Trocknungsprozess volle Bewegungsfreiheit bekommen hat, ohne zu reißen. "Das soll die Fantasie des Betrachters wecken, und bald erkennt er dann, was drin steckt", erklärte der Künstler.

Am Sonntag brachte zudem der Zauberer Mosche Karlo aus Altheim, der einzige, letzte und deshalb größte maghrebinische Zauberkünstler, mit seinen allgemeinen lustigen und verblüffenden Zaubereien Abwechslung in den Nachmittag. jb

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