Himmelkron
Stiftskirchenmuseum

Die "Lebens Blätter" des Stephan Klenner-Otto

Unter dem Titel "Lebens Blätter" stellt Stephan Otto-Klenner derzeit im Stiftskirchenmuseum aus. Die Zeichnungen und Radierungen des Grafikers aus dem Neudrossenfelder Ortsteil Hornungsreuth faszinier...
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Eröffneten die Sonderausstellung "Lebens Blätter" (von links): stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann, Dekan i. R. Jürgen Zinck, Vanessa Uome von der Gemeindeverwaltung Himmelkron, Stephan Klenner-Otto und Bürgermeister Gerhard Schneider.  Foto: Werner Reißaus
Eröffneten die Sonderausstellung "Lebens Blätter" (von links): stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann, Dekan i. R. Jürgen Zinck, Vanessa Uome von der Gemeindeverwaltung Himmelkron, Stephan Klenner-Otto und Bürgermeister Gerhard Schneider. Foto: Werner Reißaus

Unter dem Titel "Lebens Blätter" stellt Stephan Otto-Klenner derzeit im Stiftskirchenmuseum aus. Die Zeichnungen und Radierungen des Grafikers aus dem Neudrossenfelder Ortsteil Hornungsreuth faszinieren, auch weil sie schaurig schön sind.

Die Einführung in die Ausstellung übernahm der frühere Kulmbacher Dekan Jürgen Zinck, der die Werke des Künstlers mit sehr viel Fach- und Hintergrundwissen interpretierte. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage in der Ritterkapelle von Vitali Hertje aus Bamberg.

Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) würdigte Stephan Klenner-Otto als einen überregional bekannten Künstler mit Kulmbacher Wurzeln. "Die Art seines Schaffens wurde sehr stark von Caspar Walter Rauh geprägt, dessen künstlerischer Schüler er von 1979 bis 1982 war."

Schneider verwies darauf, dass Klenner-Otto bereits seit über 30 Jahren künstlerisch aktiv ist und 1998 den Kulturpreis des Landkreises Kulmbach erhielt. 2011 folgte eine Auszeichnung als Künstler des Monats Mai der Europäischen Metropolregion Nürnberg, und 2015 durfte Stephan Klenner-Otto sogar den Kulturpreis der Oberfrankenstiftung entgegennehmen.

Die künstlerischen Schwerpunkte des Grafikers liegen auf Zeichnungen und Radierungen zu literarischen Themen. Bürgermeister Gerhard Schneider freute sich über das rege Interesse an der Vernissage. "Das ist für mich ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass wir gut daran getan haben, diese Sonderausstellung hier in Himmelkron zu initiieren."

Jürgen Zinck outete sich als Freund des Künstlers, ohne ihn allerdings dabei groß zu loben: "Freunde lobt man nicht!"

Kunst in drei Abteilungen

Die Ausstellung selbst besteht nach den Worten des früheren Dekans aus drei Abteilungen: "Die erste enthält Werke zum Thema Kreuzweg. Das wird Sie nicht verwundern, denn Stephan ist - und da trete ich ihm nicht so nah - kein frommer Mensch, aber ein tiefsinniger Mensch mit einem sehr feinen Gespür auch für religiöse Themen." Seine Bilder hielten sich dabei an die 14 Stationen des klassischen Kreuzwegs. Zinck betonte, dass Stephan Klenner-Otto zugleich die Kunstform der Radierung beherrsche. Was die Stilrichtung angeht, so habe er sich dem Phantastischen Realismus verschrieben. "Stephan ist ein Grafiker und er kann das, was viele nicht mehr können: Er kann richtig gut zeichnen."

Seine Motive seien realistisch, sie ließen Zeit zum Nachdenken und eröffneten Räume. "Es sind Bilder, die vom Leben und all seinen Facetten und Abgründen handeln, wie der Titel zu Recht sagt." Zinck machte deutlich, dass Klenner-Otto mit ganz wenigen Strichen unwahrscheinlich ausdrucksstarke Gesichter zeichnen kann: "Schauen Sie sich das Bild zur zweiten Station an. Im Gesicht Jesu spiegelt sich die entsetzliche Nähe des auf ihn wartenden Todes."

"Emotionsgeladen"

Im zweiten thematischen Block geht es um den "Totentanz", in der dritten Abteilung bekommt der Besucher weitere Facetten der Arbeit und Schaffenskraft von Stephan Klenner-Otto zu sehen.

Auch stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann würdigte die Arbeiten des Künstlers, sie seien emotionsgeladen und vielschichtig interpretierbar. "Seine Bilder geben auch immer wieder Anstoß, innerlich zur Ruhe zu kommen." Rei

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