Ebern
Bauernversammlung

Die Landwirte im Landkreis müssen aktuell viele Problemfelder beackern

Überbreite Maschinen im Verkehr, die afrikanische Schweinepest und Ferkelkastration sowie die Düngeverordnung und Auswirkungen des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" waren aktuelle Themen, mit denen s...
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Geschäftsführer Manfred Kraus (links) und Kreisobmann Klaus Merkel informierten die Landwirte in Ebern über aktuelle Themen der Agrarpolitik und Rechtsänderungen im Agrarbereich.  Foto: Günther Geiling
Geschäftsführer Manfred Kraus (links) und Kreisobmann Klaus Merkel informierten die Landwirte in Ebern über aktuelle Themen der Agrarpolitik und Rechtsänderungen im Agrarbereich. Foto: Günther Geiling

Überbreite Maschinen im Verkehr, die afrikanische Schweinepest und Ferkelkastration sowie die Düngeverordnung und Auswirkungen des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" waren aktuelle Themen, mit denen sich die Landwirte bei einer Gebietsversammlung des Bayeri-schen Bauernverbands (BBV) in Ebern befassten. "Wir im Landkreis Haßberge waren bei den Blühflächen schon im Vorfeld vorbildlich, haben Blühflächen angesät und 35 000 000 Quadratmeter an Flächen ausgewiesen", betonte der BBV-Kreisobmann Klaus Merkel in den "Frankenstuben" in Ebern.

Klaus Merkel resümierte, dass das Volksbegehren sehr viel Aufmerksamkeit erregt habe. Besonders sei natürlich die Landwirtschaft betroffen, denn sie solle zehn Prozent ihrer Flächen stilllegen. Auch sei eine Entschädigung nicht vorgesehen und es gebe Auswirkungen auf weitere Bereiche. Die bisherigen Bemühungen der Landwirte in diesem Bereich würden völlig unter den Tisch gekehrt, bedauerte der Obmann.

Auf der anderen Seite nehme seit dem Jahr 2008 die Zahl der Bienenvölker und der Imker deutlich zu. Sie pflegten ihre Nachwuchsarbeit. Zunehmend begriffen die Imker jetzt aber auch, dass die Varroamilbe ein entscheidendes Problem für sie sei. Wenn man dann weiter auf den Rückgang von Wildbienen und Schmetterlingen verweise, dann sei das Habitat insgesamt schuld. "Es genügt nämlich nicht, nur Blühflächen anzusäen, sondern die Insekten bräuchten auch Nisthilfen. Wo man alles zuwachsen lasse, haben Schmetterlinge und Insekten keine Chance. Deswegen wird das Volksbegehren in diesem Fall nicht weiterhelfen, weil es nur auf die Blühflächen abgestellt ist. In Naturschutzgebieten werden Flächen aus der Nutzung herausgenommen, offene Flächen fehlen aber und zerstören damit einen Teil ihrer Lebensräume", betonte Merkel.

Der Kreisobmann streifte das Thema der Ferkelkastration, für die die Bundesregierung ab diesem Jahr nur die drei Wege Ebermast, Immunokastration und Kastration unter Narkose zulassen wolle. Der BBV kämpfe aber für den vierten Weg: die "Kastration durch den Landwirt mit örtlicher Betäubung". Als Zwischenziel habe man eine Verlängerung der bisherigen Regelung um zwei Jahre auf den letzten Drücker erreicht. Nach den Worten Merkels hoffen die Bauern auf den vierten Weg und auf einen Erfolg beim Zulassungsverfahren. Bei größeren Abferkel- und Deckbuchten kämen weitere Investitionen auf die Landwirte zu - und auch die Düngeverordnung fordere von ihnen zusätzliche Lager. Dies alles könne nicht von den Bauern erwirtschaftet werden, so dass ihnen nur der "fünfte Weg" bleibe: das Aufhören.

Hinsichtlich einer drohenden "afrikanischen Schweinepest" kritisierte er die Behörden, die nichts unternähmen, um ein Einschleppen dieser Gefahr auf den Zufahrtsstraßen von Osten her zu verhindern. Hierzu habe er Schreiben an die Regierung von Unterfranken gegeben, aber es sei nichts geschehen.

Bei der neuen Düngeverordnung sprach Kreisobmann Merkel von einem "heißen Thema", denn der Landkreis Haßberge sei sehr von "roten Gebieten" betroffen. Aus der Runde kam die Kritik: "Die Thüringer haben keine roten Gebiete. Die Grundwasserkörper hören anscheinend an der bayerischen Grenze auf." Die Erklärung folgte auf den Fuß: Die Thüringer haben noch nichts gemacht und belassen es bei der Düngeverordnung so, wie es ist.

Der Geschäftsführer Manfred Kraus vom BBV ließ am gemeinsamen Ziel keinen Zweifel. "Unser Ziel ist es, mit dazu beizutragen, ein gutes Wasser zu liefern. Dazu dienen auch die Kooperationsabkommen."

Gutachten steht noch aus

Auch "überbreite Maschinen" auf den Straßen waren ein Thema, das nach einem Unfall mit Todesfolge im Landkreis zu rechtlichen Auseinandersetzungen führte. Ein zweites Gutachten steht noch aus, wurde dazu mitgeteilt. "Wir hoffen, dass wir zur Ernte 2019 einen Erlass vom Innenministerium bekommen, der mehr Verbindlichkeit für die Landratsämter vorschreibt", meinte Kraus.

Das Problem um die Behelfssilos bezeichnete Manfred Kraus als ein spezielles Thema für den Landkreis Haßberge. Aber es handle sich immerhin um 100 Fälle. "Behelfssilos müssen nach einem halben Jahr geräumt sein, sind nur für eine Überbrückung gedacht und müssen auch als erstes weggefüttert werden." Ausnahmegenehmigungen seien nicht möglich, hieß es.

Eine weitere Gebietsversammlung im Landkreis ist am Montag, 25. März, um 19.30 Uhr in der Heckenwirtschaft Rippstein in Sand angesetzt. gg

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