Bad Kissingen

Die Kurstadt wird zur Partymeile

Es ist der Höhepunkt des Jahres: Vom 27. bis 29. Juli feiert Bad Kissingen das 68. Rakoczy-Festival - Ball, Umzug, Gläser-Polonaise und Feuerwerk inklusive.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Fürst versetzt die Kurstadt regelmäßig am letzten Juliwochenende des Jahres in den Ausnahmezustand: Denn vom 27. bis 29. Juli zieht das Rakoczy-Fest wieder zehntausende Besucher nach Bad Kissingen.
Anlass für die Großveranstaltung ist das Gedenken an die Wiederentdeckung der Rakoczy-Quelle im Jahr 1737. Deren Heilkraft lockte allerlei adlige Prominenz an, darunter - wie wohl jeder Bad Kissinger im Schlaf aufsagen kann - Kaiserin Sissi. Die großen Berühmtheiten bleiben mittlerweile zwar aus, doch die Quelle plätschert in der Wandelhalle und den offenen Arkaden weiter vor sich hin.
Höhepunkt des Spektakels ist der historische Festzug am Sonntagnachmittag, an dem 76 Wagen und Fußgruppen teilnehmen. Pferdekutschen, Fahnenträger, Musiker, Biedermeierdamen, Bauersleute, Fabelwesen und orientalische Tänzer sind dann in der Stadt unterwegs. Fürst Rákóczi alias Timo Baier wird sich dabei in Begleitung der neuen Quellenkönigin Carina Wehner unters gemeine Partyvolk mischen.
Anders als im Vorjahr wird die Route des Festzuges diesmal nicht von der Münchner-Straße in die Hartmannstraße abbiegen, sondern geradeaus in die Erhardstraße verlaufen. Grund dafür ist der vorzeitige Abschluss der Bauarbeiten in der Erhardstraße. "So kann das Rote Kreuz auch wieder ungehindert rein- und rausfahren", merkt Organisator Thomas Lutz an. Entlang der Festzugsroute sind insgesamt 16 Infostände verteilt, an denen Besucher die neuen Rakoczy-Pins kaufen können.
Neu ist das verschärfte Sicherheitskonzept der Veranstaltung. Für eine optimal funktionierende Verkehrssperrung sollen besonders im Bereich der Ludwigsbrücke zusätzliche Barrieren angebracht werden.


1. Wie komme ich zum Fest?

Autofahrer können von Würzburg/Schweinfurt über Oerlenbach kommend an der Eishalle und von Oberthulba/Bad Brückenau über Garitz kommend in der Au parken (Achtung, Punkt 2!). Aus Richtung Nüdlingen können Besucher die Parkplätze an der Kaserne nutzen, aus Richtung Bad Bocklet findet man ebenfalls an der Kaserne oder in der Au einen Stellplatz. Wer lieber mit dem Zug anreist, kann die Verbindungen vom Saaletal/Hammelburg, Münnerstadt und Oerlenbach nach Bad Kissingen nutzen. Die Buslinie "Saaletal" fährt am Freitag und Samstag ab 19.25 Uhr von Obereschenbach aus über Hammelburg nach Bad Kissingen, die Linie "Thulbatal" ab 19.25 Uhr von Diebach aus über Obererthal. Rückfahrt ist jeweils um 1.30 Uhr vom Berliner Platz aus. Innerhalb von Bad Kissingen ist außerdem das Rakoczy-Shuttle unterwegs und fährt die einzelnen Stadtteile ab 17 Uhr an, Rückfahrt ist ab 23 Uhr.


2. Und wo komme ich nicht mehr weiter?

Am Freitag ist die Ludwigsbrücke ab 19.15 Uhr gesperrt, die Bachstraße bereits gegen 12 Uhr, ein Teil der Von-Hessing-Straße zwischen Münchner- und Ludwigstraße ebenfalls ab 19.15 Uhr; der Taxistand wird vom Kupsch zur Post verlegt. Samstags ist die Ludwigstraße ab 16 Uhr ab der Ecke Ludwigsbrücke-Theresienstraße für den Verkehr gesperrt, die Von-Hessing-Straße ab 18 Uhr. Am Sonntag wird die Schönbornstraße ab der Ecke Bismarckstraße-Einmündung Parkstraße ab 12.20 Uhr gesperrt. Für Besucher besonders wichtig ist in diesem Jahr das Halteverbot auf dem Parkplatz in der Au ab Sonntagmorgen 7 Uhr. Grund dafür sind die Vorbereitungen des Festzuges sowie die Verlegung des Feuerwerkes. Alle Straßen, die Teil der Festzugsroute sind, werden sonntags ebenfalls für den Verkehr gesperrt. Zusätzlich werden von Hausen kommend Schranken an der Abbiegung in die Salinenstraße angebracht.


3. Was hat es mit den Pins auf sich?

Die Rakoczy-Pins sind die Eintrittskarten zum Festival. Wer seinen Pin noch nicht in der Geschäftsstelle der Saale-Zeitung abgeholt hat, kann ab Freitag eine der 16 Verkaufsstellen in der Innenstadt ansteuern. In diesem Jahr ziert zum ersten Mal ein Paar den Pin: Graf Otto von Botenlauben und seine Gattin Beatrix haben Modell gestanden. Die einzelnen Pin-Stände werden von Vereinen betreut, denen mit dem Pin-Kauf gleichzeitig eine kleine Spende zugute kommt.


4. Was können die Kleinen unternehmen?

Wenn Kinder und Eltern lieber getrennte Wege gehen möchten, können sich die Kleinen im "Takka Tukka Land" auf der Medienwiese beim Sandbildermalen, auf der Hüpfburg oder dem Bungee-Trampolin austoben. Die Tänzer von Tinos Dance World üben mit den Kindern außerdem eine Rakoczy-Choreographie ein. "Sonntags gibt es noch etwas besonders Spannendes und Pfiffiges", verspricht Thomas Lutz. Dann können Kinder nämlich im Kurgarten den ganzen Tag über mit historischem Holzspielzeug eine Zeitreise unternehmen und spielen, wie einst am Hofe.


5. Wo kann ich diesmal das Feuerwerk anschauen?

Wer von der Ludwigsbrücke aus Richtung Stadtstrand blickt und sich fragt, warum es zischt und kracht, aber nichts zu sehen ist - der braucht sich nur umzudrehen. Das Abschlussfeuerwerk am Sonntagabend wird in diesem Jahr in der Au gezündet. Der Baumbewuchs auf der anderen Seite sei mittlerweile so dicht, dass das Feuerwerk dort nicht mehr gefahrlos stattfinden könne, erklärt Thomas Lutz. "Und so sind wir auch ein bisschen weiter weg von der Bausubstanz rund um den Regentenbau."


6. Und wenn ich nach dem Zapfenstreich noch nicht ins Bett will?

Ganz einfach: Die Party wird nach drinnen verlegt. Denn dort dürfen die Wirte auch nach Zapfenstreich weiter ausschenken. Oder man tanzt die angetrunkenen Kalorien gleich wieder runter: Zwei Bus-Shuttles bringen ab 23 Uhr alle Nachteulen von der Medienwiese aus über den Ostring und von der VR-Bank aus über den Nordring zur Diskothek Look. Und wer dort bis in die Morgenstunden gefeiert hat, kann sich gleich beim Frühschoppen in der Innenstadt stärken - ein ewiger Party-Kreislauf also.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.