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Herzogenaurach

Die Kunst des Improvisierens

Am Herzogenauracher Gymnasium gab es am Wochenende eine Premiere. Erstmals zeigten Schüler ein Impro-Theater, das aus einem P-Seminar entstanden ist.
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Edda Richter (links) und Kathi Siebecke-Yrissary (rechts) bei der Disziplin "Blind date"  Fotos: Verena Stephan
Edda Richter (links) und Kathi Siebecke-Yrissary (rechts) bei der Disziplin "Blind date" Fotos: Verena Stephan
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Herzogenaurach — Das gab es noch nie: Am Wochenende fand am Gymnasium Herzogenaurach erstmals Improvisationstheater statt. Das P-Seminar "Impro-Theater", bestehend aus Kathi Siebecke-Yrisarry, Lucia Welker, Helen Beumelburg, Robin Laws, Elena Schlemper, Carolin Mükke, Edda Richter und Jule Pfeiffer, zeigte dem Publikum, wie abwechslungsreich und amüsant spontane Aktionen auf der Bühne sein können.

Die Leiterin des Seminars, Daniela Zell, hatte nach etwa 25 Theaterproduktionen mit Skript den Mut dazu, die Kontrolle aus der Hand zu geben und diese erfrischende Form des Theaters am Gymnasium ins Leben zu rufen. "Der ganze Prozess war einfach total spannend", erklärt sie. "Die Schülerinnen und Schüler haben unglaublich viel Kreativität mitgebracht und die Proben waren wirklich interessant. Allerdings wollten viele aus der Gruppe lange überhaupt nicht aufführen. Erst nach einem Workshop mit dem Improvisationstheaterensemble Holterdiepolter hat sich das geändert, und ich bin sehr froh, dass sie jetzt doch aufgeführt haben."

Und das zurecht: Die Schauspieler lieferten eine hervorragende Leistung ab und rissen das Publikum mit sich, denn das wurde natürlich miteinbezogen: Die Zuschauer durften Orte und allerlei Ideen auf die Bühne rufen, die Szenen einzählen und sogar Gegenstände beisteuern.

Start mit "Abklatschtheater"

Die Aufführung begann mit klassischem "Abklatschtheater": Hierbei beginnen zwei Schauspieler mit einer Szene, und sobald geklatscht wird, wird einer von beiden ausgewechselt und eine neue Szene entsteht. Das P-Seminar fügte aber noch eine kleine Besonderheit hinzu: Die eingewechselten Schauspieler trugen Kopfhörer und saßen mit dem Rücken zur vorherigen Szene, sodass sie quasi blind und unwissend in die nächste Szene eintreten mussten. Alle Schauspieler meisterten diese Aufgabe mit Bravour und sorgten durch blitzschnelle Reaktionen, schlagfertige Sprüche und spontane Einfälle für viele Lacher und Begeisterung im Publikum.

So konnte es schonmal vorkommen, dass eine einfache Stofftasche aus dem Publikum innerhalb weniger Minuten einen Fallschirm, einen Bürostuhl, einen fliegenden Teppich, eine Wahrsagekugel, eine Spinne und eine Mütze verkörperte oder der Hahn im Korb, Robin Laws, einen Salto aus dem Stand hinlegte.

"Lasagne-Klettern" als Sportart

Eine weitere Disziplin war "Handregie", wobei vier Schauspieler mit Nummern versehen wurden und vier Personen aus dem Publikum per Handzeichen abstimmen durften, wen sie in der nächsten Szene sehen wollten. Kathi Siebecke-Yrisarry hielt außerdem einen "Expertenvortrag" über das vom Publikum erfundene "Lasagne-Klettern", wobei sie aus dem Stegreif erläutern musste, was diese neuartige Sportart darstellen könnte.

Die Theatergruppe improvisierte, was das Zeug hielt und spielte alles andere als Laientheater, denn die schauspielerische Leistung war durchaus professionell und ausnahmslos beeindruckend.

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