Haßfurt

Die Konjunktur trübt sich nun auch in der Region Haßberge ein

"Die Konjunktur trübt sich ein wenig ein", stellte Thomas Stelzer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für die Region Haßbe...
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Thomas Stelzer
Thomas Stelzer

"Die Konjunktur trübt sich ein wenig ein", stellte Thomas Stelzer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für die Region Haßberge im Jobcenter in Haßfurt fest. So liegt die derzeitige Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent, während sie im Oktober 2018 noch bei 2,2 Prozent lag.

"Allerdings sind wir aus den letzten drei Jahren etwas verwöhnt", meinte Stelzer. Denn seit Oktober 2013, als 1527 Personen arbeitslos gemeldet waren, sank die Zahl bis Oktober 2018 stetig auf 1111 Personen.

Derzeit sind jedoch wieder 1303 Arbeitslose verzeichnet, was gegenüber Oktober 2018 einen Anstieg um 17,8 Prozent darstellt. Unter den 1303 Arbeitslosen sind 57,3 Prozent Männer und 42,7 Prozent Frauen. Die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis von SGB II hat sich im selben Zeitraum auf 465 Personen (darunter 112 Ausländer) erhöht, während die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis von SGB III auf 838 Personen (darunter 57 Ausländer) gestiegen ist.

Demgegenüber erhöhte sich allerdings die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 25 262 zum 31. März 2014 kontinuierlich auf 28 365 zum 31. März dieses Jahres.

"Dies ist eine positive Entwicklung", sagte Stelzer. Von den 28 365 Beschäftigen arbeiten 12 611 im verarbeitenden Gewerbe, 3790 im Gesundheits- und Sozialwesen, 3155 in Handel, Instandhaltung und Kfz-Reparaturwerkstätten, 1766 in wirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieben, 1164 in der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherungen.

Der Rest verteilt sich auf Erziehung und Unterricht, Verkehr und Lagerei, Finanz- und Dienstleistungsgewerbe, Gastgewerbe, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Information und Kommunikation.

"Ein weiterer Frühindikator für eine konjunkturelle Eintrübung ist, dass die Zahl der gemeldeten offenen Arbeitsstellen zurückging", berichtete Stelzer weiter. So waren im Oktober 2018 noch 842 offene Stellen gemeldet, während derzeit nur 733 Stellen unbesetzt sind. Dies ist ein Rückgang um 12,9 Prozent.

Kurzarbeit hat stark zugenommen

Gleichzeitig hat sich die Zahl der Betriebe im Bezirk der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die Kurzarbeit angemeldet haben, fast verdoppelt. Waren es letztes Jahr nur 26 Betriebe, die für 992 Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet hatten, so sind es derzeit 56 Betriebe mit 1657 Kurzarbeitern.

Für Landrat Wilhelm Schneider ist es wichtig, zu erfahren, wie viele Bürger aus dem Landkreis Haßberge von den Schließungen der Betriebe Brose in Coburg und Hallstadt sowie Michelin in Bamberg betroffen sind. "Wir müssen das wissen, um reagieren zu können", sagte er, auch wenn es aufgrund der Datenschutzgrundverordnung nicht einfach werde, diese Zahlen zur Verfügung zu stellen. Aber die neue Leiterin der Geschäftsstelle Haßfurt, Franziska Schnitzer, werde sich darum kümmern.

Stelzer zeigte sich froh über das Interesse des Landrats am Arbeitsmarkt: "Ich danke Ihnen auch für Ihr finanzielles Engagement für besondere Beschäftigungsmaßnahmen." red

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