Sonnefeld

Die Kleintierzucht hat eine lange Tradition

Die Beweggründe haben sich gewandelt. Bei der Vereinsgründung unter Federführung von Landtagsvizepräsident und Hoftöpfermeister Wilhelm Gutsel vor inzwischen 145 Jahren standen Gedanken zur Selbstvers...
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Mit seinem Goldhahn komplettiert Gruppenvorsitzender Jörg Faber (rechts) die bei der "Günter-Fechter-Gedächtnisschau" erfolgreichsten Kleintierzüchter.  Foto: Klaus Oelzner
Mit seinem Goldhahn komplettiert Gruppenvorsitzender Jörg Faber (rechts) die bei der "Günter-Fechter-Gedächtnisschau" erfolgreichsten Kleintierzüchter. Foto: Klaus Oelzner

Die Beweggründe haben sich gewandelt. Bei der Vereinsgründung unter Federführung von Landtagsvizepräsident und Hoftöpfermeister Wilhelm Gutsel vor inzwischen 145 Jahren standen Gedanken zur Selbstversorgung im Vordergrund. Nun, im Jubiläumsjahr, sind die Liebe zu den Kleintieren sowie die Pflege der Eigenheiten verschiedener Rassen und Farbschläge Beweggründe für das Hobby Kleintierzucht. Fachwissen wird oft von Generation zu Generation weitergegeben. Das unterstrich Jörg Faber (Sonnefeld-Weischau) bei der Eröffnung der Kleintierschau in Sonnefeld. Faber ist Gruppenvorsitzender und seit 2001 auch Vorsitzender des ausrichtenden Kleintierzuchtvereins Sonnefeld. Vor Ehrengästen, Züchtern und interessierten Besuchern aus den acht zur Gruppe Sonnefeld und Umgebung zählenden Ortsvereinen wies er darauf hin, dass die 72. Gruppengeflügelschau als "Günter-Fechter-Gedächtnisschau" organisiert sei.

Ein Blick in die Vereinschronik zeigt, dass regionale und überregionale Leistungsschauen ebenso wie lokal bedeutsame züchterische Veranstaltungen in Sonnefeld eine lange Tradition haben. Schon im Februar 1905 wurde "die erste Ausstellung des Landesverbandes für Geflügel- und Kaninchenzucht im Herzogtum Coburg" im "Gasthof zur Sonne" (heute Pizzeria am Marktplatz) ausgerichtet. Oder ein zur Förderung der Geflügel- und Kaninchenzucht am 18. Januar 1892 mit Hühnern, Tauben, Enten und Kaninchen veranstalteter Züchtertreff, bei dem für 20 Pfennige Lose verkauft wurden. "Zur Präsentation erstklassiger Zuchterfolge bei Tauben, Hühnern und Wassergeflügel bietet die Kalthalle der neu gestalteten Domänengebäude inmitten der Stammgemeinde den rechten Rahmen", hob Bürgermeister Michael Keilich als Schirmherr der zweitägigen Leistungsschau hervor. Tiere mit heimisch-gängigen Bezeichnungen wie Coburger Lerchen, Fränkische Trommeltauben und Thüringer Schildtauben warteten neben Mährischen Strassern, Zwerg-Italienern und Japanischen Legewachteln darauf, fachmännisch begutachtet zu werden. Der Landtagsabgeordneter Michael Busch lobte die Bewahrung der Tradition und die über die Landkreisgrenzen hinweg funktionierenden Vereinsgemeinschaften. Als "überdurchschnittlich" stufte der Kreisvorsitzende der Rassegeflügelzüchter, Andre Karl (Weidhausen-Trübenbach), das präsentierte Leistungsniveau ein. Besonders erfreut zeigte sich Karl, dass Jugendliche rund 100 Tiere zeigten.

Rund 50 Züchter aller Altersstufen wetteiferten mit 363 zweibeinigen Lieblingen um die Gunst der fünf verpflichteten Richter. Nur ein Wertungspunkt unterschied "hervorragend" von "vorzüglich". Bei der Gesamtleistung der Vereine hatten Sonnefeld, Schneckenlohe und Gestungshausen die Nase vorn. Den Vereinsmeistertitel Jugend errang der KTZV Trübenbach. K. Oelzner

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