Rentweinsdorf

Die Kinder schnupperten "gesiebte Luft"

Auf Initiative des VdK Rentweinsdorf lernten 28 Buben und Mädchen die Polizeiinspektion in Ebern kennen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine Gruppe der Kinder landete hinter Gittern in der Arrestzelle der Eberner Polizei - zum Glück nur für kurze Zeit und zum Spaß.  Fotos: Helmut Will
Eine Gruppe der Kinder landete hinter Gittern in der Arrestzelle der Eberner Polizei - zum Glück nur für kurze Zeit und zum Spaß. Fotos: Helmut Will
+2 Bilder

"Wir haben euch schon gesehen, bevor ihr hier vor der Eingangstür gestanden habt." Das sagte der Polizeihauptmeister Ingo Heinemann, als er zusammen mit seiner Kollegin Julia Holzheid die Kinder des Ferienprogramms des VdK Rentweinsdorf mit ihrer Betreuerin Katja Zürl willkommen hieß. Die Außenkamera an der Eingangstür der Inspektion Ebern hatte die lustige Schar bereits "erspäht."

Bei der Führung durch die Dienststelle wurden Heinemann und Holzheid mit Fragen "gelöchert" und mussten sich so manche Story der Kinder anhören. Nach der ersten Tür war wieder Schluss, es ging nicht weiter. "Das ist die Schleuse", sagte Ingo Heinemann, und seine Kollegin Julia Holzheid ergänzte: "Da können wir schon mit den Leuten sprechen, bevor wir sie hereinlassen, und das Glas ist schusssicher."

Durch die Räume

Da kam zum ersten Mal das Thema "Waffen" zur Sprache. Heinemann erklärte, dass Waffen kein Spielzeug seien und man damit sorgsam umgehen müsse.

Dann öffnete sich die Tür und die Kinder "stürmten" die Polizeiinspektion. Jeder wollte vorne dran sein. Im ersten Raum erklärten die Beamten, dass hier kleinere Anzeigen oder Vernehmungen durchgeführt werden können. "Wenn es etwas Größeres ist, nehmen wir die Leute mit nach hinten in einen Dienstraum, wo dann die Befragung stattfindet", sagte Heinemann.

Nach einem Blick in das Zimmer des Dienstgruppenleiters Ulli Weber, der seinen Platz gerne kurz räumte, ging es in den Polizeihof und in die Garage. Dort erklärten Julia Holzheid und Ingo Heinemann den Kindern, warum schusssichere Sicherheitswesten und Warnwesten getragen werden müssen. Mithilfe seiner Kollegin schlüpfte Heinemann in die schwere Montur, die Schüsse abhalten soll. "Die Warnwesten tragen wir nachts bei Kontrollen oder Unfallaufnahmen, damit wir besser gesehen werden. Das ist zu unserer Sicherheit", so die junge Polizeibeamtin.

Der elfjährige Noel staunte: "Es ist für mich schon spannend, was ich hier sehe, und zuerst war mir sogar etwas mulmig." Das mulmige Gefühl sei nun vorbei, und er freute sich auf alles, was noch kommen sollte.

Berufswunsch

Will der Bub eventuell Polizist werden? Er zuckte mit den Schultern und sagte: "Ich interessiere mich für Landwirtschaft und möchte vielleicht Landwirtschaftsmechatroniker werden. Bulldogs sind auch ganz interessant", meinte der Kleine.

Im Aufenthaltsraum der Inspektion erklärten Holzheid und Heinemann die persönlichen Ausrüstungsgegenstände. Dazu gehören natürlich auch die Waffen. Beide Polizisten machten deutlich, dass kein Polizist seine Dienstwaffe gerne einsetzt. "Das machen wir nur im äußersten Notfall, um unser eigenes Leben oder das von anderen zu schützen", sagte Heinemann. Und Juli Holzheid ergänzte: "Merkt euch, Waffen sind kein Spielzeug!"

Fingerabdruck

Im "Erkennungsdienstraum" erläuterten die beiden Polizisten, wann und warum Fingerabdrücke genommen werden. Dass jeder Mensch andere Fingerabdrücke hat, vermochten sie gar nicht zu glauben. Bei einer aktuellen Weltbevölkerung von über sieben Milliarden Menschen ist das auch schwer vorstellbar.

Dann gab es schwarze Finger von Ingo Heinemann, der jedem Kind einen Fingerabdruck abnahm. Den Abdruck durften die Kinder mitnehmen. Ein Andenken an den Besuch in Ebern.

Julia Holzheid zeigte einen Fingerabdruckscanner, der die Abdrücke sofort in ein Programm kopiert - ohne schwarze Finger. Beides stieß bei den Kindern auf reges Interesse.

Fitnessraum und Haftzelle

Schließlich konnten die Kinder noch einen Blick in den Fitnessraum der Polizei werfen, bevor es in den beiden Arrestzellen noch einmal spannend wurde. Für kurze Zeit atmeten die Kinder "gesiebte Luft". Sie waren froh, nicht die Nacht in einer der Zellen verbringen zu müssen.

Sina ist zehn Jahre alt. "Ich finde das hier cool", sagte sie. Besonders interessant fand sie die Handschellen, die einem Mädchen angelegt worden sind. "Aber auch das Polizeiauto war gut", erklärte sie.

Würde ihr der Beruf einer Polizistin gefallen? Nina zuckte mit den Schultern und beteuerte, dass sie sich noch keine Gedanken gemacht habe. "Halt", sagte sie dann, "ich möchte vielleicht was mit Tieren machen."

Insgesamt waren es 28 Kinder, die in zwei Gruppen von Julia Holzheid und Ingo Heinemann durch die Polizeiinspektion in Ebern geführt wurden.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren