Forchheim

Die Kinder basteln auch Saatbomben

Der BN baut auf dem Rathausplatz in Forchheim Bastelstationen zur Umweltbildung auf. Selbst anarchistische Anwandlungen darf man ausleben.
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An verschiedenen Stationen konnten die Kinder andere Materialien ausprobieren, als ihnen gewöhnlich zur Verfügung stehen.  Foto: Pauline Lindner
An verschiedenen Stationen konnten die Kinder andere Materialien ausprobieren, als ihnen gewöhnlich zur Verfügung stehen. Foto: Pauline Lindner

Mädchen mit Blütenkränzen im Haar, das gibt es doch schon lange mehr. Wer dieser Modeauffassung ist, musste sich auf dem Rathausplatz eines Besseren belehren lassen.

"Das ist der Renner", sagte Edith Fießer, die Verantwortliche des Bundes Naturschutz (BN) für die große Bastelaktion für Kinder. Es ist schwer zu schätzen, wie viele Kinder kamen, weil sie einmal mit anderen Materialien werkeln wollten, als ihnen sonst zur Verfügung stehen. Die Mittagsstunden über waren es um die 100, die die 15 Bastelstationen bevölkerten, die für jeden Geschmack, für jedes Interesse etwas boten: Blütentattoos und Holzanhänger mit lustigen Insektenmotiven, Insektenhotels und Nistkästen.

"Haben wir noch einen Akkuschrauber mit Power", musste zwischendurch Eduard Zöbelein bei seinen Mitstreitern nachfragen, so eifrig werkelten die Kinder.

Experimente zum Thema Wasser

Eine Fortsetzung der Junior-Entdecker gab es auch. Barbara Kornalik hatte Informationen und Experimente zum Thema Wasser aufgebaut. "Naturerlebnisse vermitteln ist unser Bildungsauftrag", sagte sie über das Gesamtprojekt, das nun schon seit eineinhalb Jahren im Forchheimer Raum läuft. Das nächste Thema ist schon bekannt: Im "Grünen Klassenzimmer" im Wildpark Hundshaupten wird es im Juni um den Wald gehen. Hatten die Kinder zwischen acht und zwölf Jahren so einiges über Strömung und Auftrieb erfahren und ausprobiert, gab es zum Schluss eine Generalprobe: ein Wettschwimmen selbst gebastelter Boote im Forchheimer "Bächla".

Selbst anarchistische Anwandlungen durfte man ausleben - mit Saatbomben. Axel Schauder zeigte, wie einfach es geht, einen kleinen blühenden Fleck zu zaubern. Denn wenn man eine Saatbombe geschickt auslegt, wachsen auf einem öden Fleckchen nach einer Weile viele viele Wildblumen.

Was man braucht: Für die Saatkugel drei Esslöffel Gartenerde, einen Teelöffel Tonerde oder Bentonit (das ist einfach mineralische Katzenstreu ohne Parfüm); zu einem festen Teig verkneten, ruhen lassen und walnussgroße Kugeln formen. Sie rollt man dann auf einer Untertasse aus, auf die man mit etwas feinem Sand vermischte Wildblumenmischung gestreut hat. Ein Gramm davon braucht man pro Kugel, will man etwa einen Quadratmeter Blühfläche erhalten.

Die beste Mischung wird unter der Bezeichnung "Wildblumen für das Fränkische Hügelland" gehandelt. "Es sind alles Blütenpflanzen, die in unserer Region heimisch sind und daher gut aufgehen", erklärte Schauder. Und dann: ein geeignetes Plätzchen suchen und die "Bombe" dort platzieren.

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