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Die Kerwa bleibt in Zukunft im Engelgarten

christian Bauriedel Einstimmig ist im Höchstadter Stadtrat das Votum gefallen: Die Kerwa findet in Zukunft im Engelgarten statt. Aufgrund der Baustelle an A...
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christian Bauriedel

Einstimmig ist im Höchstadter Stadtrat das Votum gefallen: Die Kerwa findet in Zukunft im Engelgarten statt. Aufgrund der Baustelle an Aisch- und Flutbrücke war die Grünanlage an der Stadtmauer eigentlich nur als Übergangsstandort gedacht gewesen.
Zwei Mal fand dort die Kerwa schon statt. Doch dann stellten viele fest: Das Ambiente unter den Bäumen passe doch viel besser zu einer Kirchweih als der etwas triste Parkplatz in der Aischaue. Zudem belebe die zentrumsnahe Kerwa die Stadt viel mehr.
"Nach vielen Gesprächen mit Bürgern, Zeltbetreibern und Brauereien ist es nur sinnvoll, die Kerwa im Engelgarten zu belassen", sagte Bürgermeister Gerald Brehm (JL) in der Sitzung am Montag. Die Stadt habe zudem rund 100 000 Euro für den Anschluss von Strom, Wasser und Abwasser ausgegeben.
JL-Sprecher Michael Ulbrich betonte die Zustimmung seiner Fraktion. Er konnte sich den Hinweis nicht verkneifen, dass die JL bereits 2011 im Kulturausschuss einen Antrag gestellt hatte, die Kerwa in den (schöneren) Engelgarten zu verlegen.
Damals wurde dies aus den Reihen von CSU und SPD vehement abgelehnt. Ute Salzner (CSU) etwa befand eine Investition in die nötige Infrastruktur im Engelgarten als zu teuer. Zudem hatte sie Bedenken hinsichtlich der Lärmbelastung.
Der damalige SPD-Stadtrat Paul Neudörfer gehörte ebenfalls zu den Verfechtern des Festplatzes. Bevor man im Engelgarten viel Geld ausgibt, solle man lieber den Festplatz attraktiver machen, etwa mit einem ordentlichen Pflaster und Baumpflanzungen, so seine Sicht vor sechs Jahren.


Festplatz war ein Dauerthema

Diese Meinung hatte 2011 auch Andreas Hänjes (SPD). Er forderte gar eine Kerwa im Engelgarten "gleich für die nächsten hundert Jahre abzulehnen".
Aus damaliger Sicht sei dies auch richtig gewesen, sagt Hänjes heute. Die SPD habe immer dafür plädiert, nicht ständig am Kerwa-Konzept herumzudoktern. Damals war allerdings auch noch nichts von den zeitlich ausufernden Brückenbauarbeiten bekannt. Aus Sicht der Befürworter einer Engelgartenkerwa haben diese also zumindest ein was Gutes für sich.
"Es ist schön, das kleine Fest im romantischen Engelgarten zu feiern", sagt Hänjes über die beiden Male Testlauf 2016 und 2017 in "Höchstadts einzig echter Parkanlage". Auch, dass man jetzt ein kleineres Zelt hat, sei eine gute Sache. Da würden auch "weniger Gäste nach viel ausschauen".


Kommen jetzt die Camper?

Ulbrich fragte in der Stadtratsitzung am Montag, ob es möglich wäre, den Festplatz an der Aisch ohne großen Aufwand als Wohnmobilstellplatz auszuweisen, wie schon mehrfach diskutiert. Der Bürgermeister kündigte an, die Sache gerne von der Verwaltung prüfen zu lassen.
Ganz unter dem Motto des Stimmungshits "Kerwa ist nur einmal im Jahr", meldete sich der Zweite Bürgermeister Günter Schulz (SPD) zu Wort. Er sei grundsätzlich für die Engelgartenkerwa. Schulz mahnte aber an, "kein Festgelände für das ganze Jahr" daraus zu machen und den Engelgarten auf nur wenige Großveranstaltungen im Jahr zu beschränken.


Stoppschild für Vereine

Das gelte auch für Vereine. "Begehrlichkeiten sind da", sagt Schulz. "Wenn wir einen Verein drauf lassen, kommen alle. Und wenn wir das zulassen, ist der Engelgarten kaputt."
Mit dem einstimmigen Beschluss ist nun klar: Der Engelgarten darf die Kerwa, die nächstes Jahr vom 29. Juni bis einschließlich 3. Juli stattfindet, beherbergen.
Ist nur zu hoffen, dass es auch genug Sonne gibt, damit die Bäume kräftig Schatten spenden können. Der Festplatz an den Aischwiesen wird dann wohl einen neuen Namen brauchen. Ob es vielleicht der "Wohnmobil"-Platz wird, wird sich zeigen.
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