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Coburg
rAndnotizen von Simone Bastian

Die Kandidaten in der Einzelbetrachtung

Christian Meyer (CSU) als Ex-Stadtrat und Wohnbau-Geschäftsführer erweist sich als ziemlich sattelfest. Sein Problem: Wo ist der Übergang vom Wohnbau-Geschäftsführer zum OB-Kandidaten? Zum Beispiel, w...
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Christian Meyer (CSU) als Ex-Stadtrat und Wohnbau-Geschäftsführer erweist sich als ziemlich sattelfest. Sein Problem: Wo ist der Übergang vom Wohnbau-Geschäftsführer zum OB-Kandidaten? Zum Beispiel, wenn er appelliert, die Beteiligungsmöglichkeiten in Planungsverfahren zu nutzen? "Wir machen Bürgerbeteiligung, und keiner kommt" - "Wir" ist in diesem Fall die Wohnbau. Denn für den Stadtrat kann Meyer nicht sprechen.

Dominik Sauerteig (SPD) versucht, in 30 Sekunden Redezeit viel Information unterzubringen. Das zeigt durchaus Kompetenz und Überblick, die Frage ist aber, was davon beim Zuhörer hängen bleibt. Seine Antwort zum Thema "mehr Kita-Plätze" enthält die Feststellung, dass der Stadtrat hier das Ohr nah am Bürger habe, Lob für seine SPD-Fraktion, weil sie den jüngsten Ausbau beantragt hat, den Hinweis, dass das eigentliche Problem die Krippenplätze seien, weil hier der Bedarf im Voraus kaum planbar sei und wenig Zeit bleibe, um zu reagieren, dass die Stadt den gesetzlichen Betreuungsanspruch erfülle, aber bei den Krippenplätzen nachgelegt werden müsse. Uff!

Ina Sinterhauf (Grüne) ist (noch) nicht mit allen Feinheiten des Kommunalrechts vertraut, erweitert aber gezielt und klug ihre Antwortspielräume, zum Beispiel, als sie sagt, dass es nicht nur um die Zahl der Kita-Plätze gehen dürfe, sondern auch um die Qualität der Kitas und dass das schon bei der Erzieherausbildung berücksichtigt werden müsse.

Martina Benzel-Weyh (Coburger Liste) versucht es mit einer Mischung aus Erfahrung und Bonmots, zum Beispiel, als sie fordert, Freiräume zu gewähren und Kreativen Steine aus dem Weg zu räumen: "Das Sanierungsgebiet heißt ,Stein weg‘!"

Christian Müller (CSB) argumentiert sachlich, pointiert, schlüssig. So erläutert er als einziger konkret, warum die Frage nach der "Schwarzen Null" an der Coburger Realität vorbei geht: Mit 103 Millionen Euro Guthaben auf städtischen Konten und einer Investitionsplanung, die bis 2023 keine Neuverschuldung vorsieht, stellt sich die Frage nicht - und für die laufende Verwaltung darf die Stadt ohnehin keine Kredite aufnehmen.

Michael Partes (ÖDP) wird meist wenig konkret, belässt es gern beim entschiedenen Sowohl-als-auch. Mehr Bürgerbeteiligung ja, aber nicht in Form von Leserbriefen, Diskussionsveranstaltungen oder gar Shitstorms. Mehr Raum für Kreative - ja, aber erst mal die Entwicklung des Güterbahnhofs abwarten.

Michael Zimmermann (FDP) kann dem wenig hinzufügen. Die Frage Kita-Plätze will er zur Chefsache machen, die Schwarze Null halten - kurze Antworten und damit wenig Inhalt.

Thomas Apfel (WPC) gibt längere Antworten, aber nicht unbedingt inhaltsreichere. Seine Redezeit füllt er meist mit Danksagungen ("die machen einen Bombenjob") und allgemeinen Feststellungen ("Regiomed und Landestheater werden viel Geld kosten, das macht es mit der Schwarzen Null auf Dauer schwierig").

s.bastian@infranken.de

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