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Haßfurt

Die jungen Leute stehen bereit

Jugendgruppen machten im Landkreis auf die 72-Stunden-Aktion des BDKJ im Mai aufmerksam.
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Auch auf dem Pausenhof der Sander Grundschule waren die "Straßenmal-Künstler" der Jugendfeuerwehr aktiv. Dabei schaut der Leiter Frank Winkler (links) zu. In 72 Tagen startet die "72-Stunden-Aktion" des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die jungen Sander machen mit.  Foto: Ralf Naumann
Auch auf dem Pausenhof der Sander Grundschule waren die "Straßenmal-Künstler" der Jugendfeuerwehr aktiv. Dabei schaut der Leiter Frank Winkler (links) zu. In 72 Tagen startet die "72-Stunden-Aktion" des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die jungen Sander machen mit. Foto: Ralf Naumann

"Noch 72 Tage bis 72 Stunden." Das ist zusammengefasst die farbenfrohe Botschaft, die am Mittwoch Hunderte von Schülern sowie Lehrkräfte bekamen, als sie frühmorgens auf dem Weg zum Unterricht waren und dabei die Pausenhöfe passieren mussten. Jedenfalls vor den Schulen in Obertheres, Gädheim, Haßfurt, Sand, Knetzgau und Zeil. In Buch und in Wonfurt dagegen waren die Plätze vor der Bushaltestelle sowie dem Pfarrzentrum mit Straßenmalkreide verschönert worden.

Doch warum waren dort unter anderem zahlreiche große "72" zu lesen? Und wer waren die "Künstler"? Matthias Vetter, der Regionaljugendseelsorger im katholischen Dekanat Haßberge, klärte auf. "Es geht natürlich um die ‚72-Stunden-Aktion - Uns schickt der Himmel' des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend", lüftete der 43-Jährige das Rätsel der sogenannten "Kick Offs", an dem er vor der Mittelschule und dem Schulzentrum in Haßfurt selbst beteiligt war und die im ganzen Bundesgebiet stattfanden. Bis zum Start der großen BDKJ-Sozialaktion, bei der Jugendliche und Junggebliebene in allen Bistümern innerhalb von drei Tagen wieder gemeinnützige, soziale, ökologische, interkulturelle oder politische Aufgaben realisieren, sind es exakt noch 72 Tage. "Wir wollten einfach noch einmal darauf hinweisen", betonte Vetter, der bereits einen guten Zwischenstand für die Tage vom 23. bis zum 26. Mai verkünden kann: "Bisher haben sich im Landkreis Haßberge neun Gruppen mit etwa 200 Jugendlichen angemeldet", freute er sich über die bisherige Resonanz.

"Natürlich ist aber noch reichlich Luft nach oben", hofft er nichtsdestotrotz auf noch viele Unentschlossene und lädt weiter alle katholischen und evangelischen Jugendverbände, Minis-trantengruppen, Jugendfeuerwehren, Firmlinge, Konfirmanden, Sportvereine, offene Treffs, und andere Interessierte zur Teilnahme ein. "Sie haben wirklich die Möglichkeit, sich 72 Stunden lang für eine gute Sache einzusetzen. Die jungen Menschen können mit Spaß und Engagement dort anpacken, wo es sonst niemand tut", betonte Matthias Vetter. Zugleich sollten sie sich überlegen, ob es Projekte in ihrer Gemeinde gibt, die im Rahmen dieser Aktion angegangen werden könnten. Verantwortliche in Politik und Gesellschaft könnten derweil geeignete beziehungsweise notwendige Projekte vorschlagen und diese mit den Jugendlichen vor Ort besprechen. Die Entwicklung eines interkulturellen Stadtführers sei ebenso möglich wie die Inszenierung eines Theaterstücks mit Seniorenheim-Bewohnern oder die Neugestaltung des Kirchplatzes in der Pfarrei.

Bei den beiden vorausgegangenen "72-Stunden-Aktionen" wurden indes Bushäuschen renoviert, Bolz- und Spielplätze, ein öffentlicher Platz gestaltet, ein Barfuß-Pfad erneuert, das Steinbacher Jugendhaus neu zum Strahlen gebracht, ein Garten in einem Seniorenzentrum zusammen mit den Bewohnern gestaltet, neue Sitzbänke aufgebaut, eine Gasse und Liegeflächen eines Badesees gesäubert.

Reges Interesse

Für Vetter steht jedenfalls schon 72 Tage vorher fest: "Die Jugendgruppen im Dekanat Haßberge, die sich bisher gemeldet haben, sind heiß auf die ,72-Stunden-Aktion'." Das zeige unter anderem das rege Interesse an den "Kick-Off"-Aktionen auf den verschiedenen Pausenhöfen im Dekanat, an denen sich neben der "72-Stunden-Gruppe" aus Buch auch die Thereser Oberministranten, Haßfurter Pfadfinder, Zeiler Ministranten, die Knetzgauer Pilgerjugend, Jugendliche aus der Gemeinde Gädheim, Ministranten und Firmlinge aus Wonfurt sowie Jugendfeuerwehrleute aus Sand beteiligt haben. Und die Nachwuchsrothelme der Korbmachergemeinde wollen laut Leiter Frank Winkler nach der gelungenen Premiere 2013 und der zweiten Auflage 2016 erneut mit anpacken, denn schon in der Vergangenheit hatten sie jeweils "großen Spaß. 72 Stunden mit der Gruppe zusammen, da kann viel erreicht werden", ist bei dem 34-Jährigen bereits die Vorfreude zu spüren. Und nachdem sie zuletzt den Außenbereich im Kindergarten Sankt Nikolaus sowie die Außengeräte auf dem "Melm"-Spielplatz auf Vordermann gebracht und teils neu gestaltet haben, steht ein weiteres Projekt für 2019 fest. Das allerdings "ist noch geheim. Die Jugendlichen wissen noch nichts davon."

"Ja, das bleibt geheim", bestätigt Nicole Gebhardt, die ebenfalls von der ersten Stunde an Bord ist und somit schon Erfahrung mitbringt. Dabei war es gar nicht so einfach, ein neues Projekt zu finden. "Wir wollen schließlich etwas machen, wovon Sand auch etwas hat." Der Erfolg und der "Vorher-Nachher"-Vergleich sollten jedenfalls deutlich sichtbar sein. Die 24-Jährige ist froh, dass es innerhalb der Jugendfeuerwehr "absolut noch keine Motivationsprobleme" gab, um genügend "Nachwuchs-Handwerker" für die Sozialaktion zu begeistern.

"Ein großer Anreiz zum Mitmachen ist natürlich die Möglichkeit, einen schulfreien Tag am Freitag zu beantragen", grinst sie. Nicole Gebhardt ist aber überzeugt, dass vor allem die Projekte an sich einen großen Anreiz bieten, sich drei Tage lang für soziale, kulturelle, spirituelle oder Bauprojekte einzusetzen, anzupacken, zu planen, zu organisieren, zu sägen, zu streichen, zu räumen und sich somit für eine gute Sache zu engagieren. "Die Teilnehmer waren immer mit Feuereifer dabei", betont sie.

Der Regionaljugendseelsorger Matthias Vetter freut sich auf weitere Anmeldungen und steht für Fragen, Anregungen oder Informationen ebenso wie alle Mitarbeiter der Regionalstelle für kirchliche Jugendarbeit in Haßfurt mit den Mitgliedern des Koordinierungskreises zur Verfügung (Ruf 09521/619620, E-Mail: info@kja-regio-has.de, Internet www.kja-regio-has.de).