Lichtenfels
Rugby

Die Jagd nach dem eiförmigen Ball macht auch Mädchen richtig Spaß

Draußen ist der Boden gefroren, deshalb hat Übungsleiter Benjamin Tüngethal das große Abschlusstraining in die Sporthalle des Meranier-Gymnasiums verlegt. Die Schüler bauen zügig die Matten auf, frage...
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Auch Mädchen können richtig zulangen. Foto: MGL
Auch Mädchen können richtig zulangen. Foto: MGL

Draußen ist der Boden gefroren, deshalb hat Übungsleiter Benjamin Tüngethal das große Abschlusstraining in die Sporthalle des Meranier-Gymnasiums verlegt. Die Schüler bauen zügig die Matten auf, fragen, was es noch zu tun gäbe, oder beobachten erwartungsvoll die Spieler, die extra für dieses Training aus den umliegenden Vereinen angereist sind.

Zunächst stellen sich Kinder und Erwachsene im Kreis auf und werfen sich einen eiförmigen Ball zu. Für keinen ist er neu. Die Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe lernen nämlich bereits seit einem halben Jahr Rugby.

Es geht los. In einem äußerlich konfusen Aufwärmspiel werfen sich alle durcheinander das "Ei" zu, bis sie außer Atem sind. Danach verteilen sich die Erwachsenen aus den Vereinen auf die Stationen und nehmen je eine kleine Gruppe mit. "Die Stationen trainieren Basiskompetenzen, die beim Tackling und Passen für das Rugbyspiel wichtig sind", erklärt Studienreferendar Tüngethal, der eigentlich für die Fächer Deutsch und Englisch am Meranier-Gymnasium ist. Seinen Trainerschein für Rugby hat er in den Sommerferien gemacht. "Wir haben zu Beginn des Schuljahres wirklich bei null angefangen, aber die Steigerung ist enorm!", stellt er stolz fest. Sichtbar ist, dass alle wissen, was sie tun. Einige Schülerinnen trauen sich sogar mit den großen Frauen zu tackeln. Keine Tränen, kein Jammern. Selbst als sich eine Schülerin einen blauen Fleck an der Schläfe holt, stellt sie sich ohne Reaktion zurück in die Reihe. Neben den Stationen macht sich Franz Roth, der Trainer des TV 1848 Coburg Rugby, Notizen. "Wir sind hier, weil wir immer auf der Suche nach Nachwuchstalenten sind", sagt er.

Nach dem Training reflektieren alle, woran sie noch arbeiten müssen und was sich im Vergleich zum letzten Mal gebessert hat. Es folgt ein kurzes Turnier mit gemischten Teams ohne Kontakt, weil der Hallenboden zu hart ist. Als ein Schüler nach einem Aus einfach weiterläuft, holt ihn der Trainer vom Platz, ermahnt ihn und schickt ihn wieder aufs Feld.

"Rugby ist ein Sport, bei dem unbedingt auf Fairness geachtet werden muss. Das hat hier Tradition. Im Gegensatz zu anderen körperbetonten Sportarten muss man beim Rugby zusätzlich im Team arbeiten." Es sei daher die beste Schule fürs Leben, betont Roth. red



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