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Kronach

Die illegale Entsorgung von Müll ist kein Kavaliersdelikt

Cindy Dötschel Sie befinden sich an Waldrändern oder neben Feldwegen. "Die Leute machen sich nicht die Mühe, wilde Müllablagerungen zu verstecken", weiß Nicole Müller, die beim Landratsamt Kronach für...
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Unter anderem wird Holz illegal in der Natur entsorgt.  Foto: LRA Kronach
Unter anderem wird Holz illegal in der Natur entsorgt. Foto: LRA Kronach
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Cindy Dötschel Sie befinden sich an Waldrändern oder neben Feldwegen. "Die Leute machen sich nicht die Mühe, wilde Müllablagerungen zu verstecken", weiß Nicole Müller, die beim Landratsamt Kronach für das staatliche Abfallrecht zuständig ist. Betroffen seien vor allem Stellen, die gut zugänglich und wenig befahren sind. Neben alten Möbeln und Elektrogeräten werden unter anderem Büromaterialien, Hausmüll, Textilien oder Bauschutt in freier Wildbahn entsorgt. "Der Großteil der gemeldeten wilden Müllablagerungen befindet sich im südlichen Landkreis."

Müller kann nicht nachvollziehen, warum die Leute ihren Müll illegal entsorgen. "Im Wertstoffhof kann vieles ohne oder gegen geringe Gebühren abgegeben werden. Außerdem kann jeder Haushalt zweimal im Jahr kostenlos den Sperrmüll bestellen", klärt die 26-Jährige auf. Einmal wurde eine im Wald vergrabene Waschmaschine gefunden. "Der Aufwand, diese am Wertstoffhof abzuliefern, wäre viel geringer und auch kostenlos gewesen."

Wenn die jeweilige Kommune oder die Grundstückseigentümer, die die illegale Müllablagerung gemeldet haben, diese nicht selbst beseitigen, kümmert sich das Landratsamt darum. "Wir beauftragen den Diakonie-Gebrauchtwarenmarkt mit der Entfernung. Die Kosten, die dabei entstehen, werden durch die Abfallgebühren finanziert."

Geldbußen bis zu 100 000 Euro

Die Höhe der Kosten für die Entsorgung hängt zum einen davon ab, um welche Art Abfälle es sich handelt. Zum anderen ist es entscheidend, ob der Müll bei einem der örtlichen Wertstoffhofe entsorgt werden kann oder aber auf eine Deponie oder in eine Müllverbrennungsanlage gebracht werden muss. "Jährlich fallen für den Landkreis Kosten zwischen 1000 und 2000 Euro an", sagt Müller. Der Entsorger des Mülls wird außerdem bei der Polizei angezeigt, er muss mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 100 000 Euro rechnen. "Die Höhe der Geldbuße richtet sich nach der Art und der Menge der Abfälle", berichtet Müller.

Wer gefährliche Abfälle, wie zum Beispiel asbesthaltige Eternitplatten entsorgt, begeht eine Straftat, die mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet wird. "Wenn der Verursacher der Müllablagerung ausfindig gemacht wird, ist er verpflichtet, seine Abfälle zu beseitigen", schildert Müller das Vorgehen. Im Fall, dass der Müll bereits vom Landkreis entsorgt wurde, müssen die dabei entstandenen Kosten zusätzlich übernommen werden. "Die Gebühren, die der Wertstoffhof zum Beispiel für die Annahme von Bauschutt erhebt, sind im Vergleich dazu wesentlich niedriger."