Burgpreppach

Die Hürde des Ladens überwinden

Der Dorfladen in Burgpreppach könnte so schön sein: Er ist ein gelungener Treffpunkt für Jung und Alt, mitten im Dorf. Allerdings ist der Zugang nicht barrierefrei, Menschen mit Rollstuhl kommen nicht über die Stufe am Eingang.
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Eine vorübergehende Lösung: Mit diesen Metallschienen, die Bürgermeister Hermann Niediek kurzerhand dem Verein abkaufte, kommen nun auch Rollstuhlfahrer problemlos in den Dorfladen.  Foto: Christian Licha
Eine vorübergehende Lösung: Mit diesen Metallschienen, die Bürgermeister Hermann Niediek kurzerhand dem Verein abkaufte, kommen nun auch Rollstuhlfahrer problemlos in den Dorfladen. Foto: Christian Licha

Auf den noch nicht barrierefreien Zugang zum Dorfladen in Burgpreppach machten die Mitglieder und Freunde des Vereins Fit-4-Rolli aufmerksam. Besonders für Rollstuhlfahrer war es bisher nicht möglich, in das Gebäude zu gelangen, wie vor Ort anschaulich demonstriert wurde.

Fit-4-Rolli möchte nicht nur ein inklusiver Sportverein sein, bei dem Rollifahrer und Fußgänger gemeinsam Spaß am Rollstuhlbasketball haben. "Wir wollen uns auch für Barrierefreiheit einsetzen und lautstark auf die Probleme aufmerksam machen. Für unsere Mitglieder und gleichzeitig für all diejenigen, die tagtäglich mit kleinen und großen Hindernissen kämpfen müssen, nicht gehört und nicht berücksichtigt werden", erklärte Christine Petrautzki, die Erste Vorsitzende.

Der Dorfladen ist ein gelungener Treffpunkt für Jung und Alt, mitten im Dorf. Mit einem breiten Sortiment zu fairen Preisen ist der Laden gut besucht. Außerordentlich hilfsbereit und engagiert ist auch das Personal, das jederzeit helfend zur Seite steht. Ein fast perfektes Vorbild für andere Dörfer, findet Christine Petrautzki.

Stufe am Eingang ist ein Hindernis

Übersehen wurde jedoch die Stufe am Eingang, die nach der Meinung der Vereinsvorsitzenden bereits beim Umbau des Dorfladens durch eine abgeflachte, keilförmige Variante ersetzt hätte werden können.

Ferdinand Walter demonstrierte mit seinem individuell auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Rollstuhl, wo die Schwierigkeiten liegen. Durch die angebrachten sicherheitsrelevanten Stützräder kann der Rollstuhl nicht ausreichend gekippt werden, um die Stufe zu erklimmen. Auch eine Hilfskraft kommt hier an ihre Grenzen, denn der Rollstuhl müsste samt Nutzer hochgehoben werden.

Bürgermeister Hermann Niediek war ebenfalls vor Ort. Da der Gehsteig der Gemeinde gehört, das Gebäude sich aber in Privatbesitz befindet, sei Kommunikation wichtig. "Ich habe bereits in der Vergangenheit zugesichert, dass hier etwas gemacht wird", erklärte der Bürgermeister, der aber auf eine zeitliche Abstimmung mit anderen Baumaßnahmen verwies.

Baumaßnahmen koordinieren

Da sich das Haus noch im Umbau befindet, ist eine Umsetzung des barrierefreien Zugangs erst möglich, wenn man zum Beispiel wisse, ob die Mauer unter der Eingangsstufe eventuell trockengelegt werden muss oder nicht. "Natürlich ist jeder in unserem Dorfladen herzlich willkommen. Man darf aber nicht erwarten, dass alles von heute auf morgen fertig ist", sagte Niediek.

Zumindest Senioren mit Rollatoren hatten noch nie Probleme mit der Stufe. "Ich klopf immer an der Tür, dann kommt sofort eine Verkäuferin und hilft mir die Treppe hoch", bestätigte eine Burgpreppacherin, die auf eine Gehhilfe angewiesen ist.

Um auch in Ausnahmefällen den Zutritt zu gewähren, wie beispielsweise bei dem vorgeführten Fall mit Stützrädern am Rollstuhl, machte das Gemeindeoberhaupt kurzerhand Nägel mit Köpfen. Zwei transportable Metallschienen, die der Verein mitgebracht hatte, kaufte Niediek dem Verein spontan ab.

Diese werden in Zukunft vom Laden-Personal ausgelegt, wenn jemand Schwierigkeiten hat. Zufrieden mit der vorübergehenden Lösung feierten die Mitglieder des Vereins anschließend ihr einjähriges Bestehen mit Kaffee und Kuchen.



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