Hofheim i. UFr.

Die Hofheimer SPD fordert den Ein-Euro-Fahrschein für den Nahverkehr

Der Wirt hätte nicht heizen müssen, so intensiv diskutierten die Kandidaten der SPD/Fortschrittliche Bürger in Hofheim die Ziele für die Stadtratswahl im März. Schnell war man sich einig, wie die Part...
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Der Wirt hätte nicht heizen müssen, so intensiv diskutierten die Kandidaten der SPD/Fortschrittliche Bürger in Hofheim die Ziele für die Stadtratswahl im März.

Schnell war man sich einig, wie die Partei mitteilte, was der Klimawandel am Beispiel des Insektensterbens im ländlichen Raum bedeutet. 80 Prozent aller Blütenpflanzen werden von Insekten bestäubt. Wenn die Bestäuber wegfallen, gibt es weniger Obst, weniger Gemüse. Deshalb fordern SPD/Fortschrittliche Bürger, dass sich Hofheim der Initiative der über 90 baye-rischen Städte und Gemeinden anschließt und vor Beschlüssen des Stadtrats deren Auswirkungen auf Natur und Klima prüft. "Nicht mit hoch bezahlten fremden Experten", so Wilma Werb-Leuerer, "sondern mit dem gesunden Menschenverstand der neuen Stadträte."

"Was noch?", fragte Hubert Bergmann erwartungsvoll in die Runde und präsentierte einen weiteren Vorschlag: "Wer in Hofheim oder wo auch immer auf der Busstrecke nach Haßfurt und zurück einsteigt, soll bis zu seinem Zielort nur einen einzigen Euro bezahlen müssen. Nur so schaffen wir es, dass unsere Leute ihr Auto stehen lassen, vorausgesetzt, das Busnetz und die Fahrtzeiten sind wesentlich dichter als jetzt. Der Anschluss an Haßfurt und an Schweinfurt bedeutet eine überaus wichtige Investition in unsere Zukunft."

Natürlich werde gefragt werden, wie der Ein-Euro-Fahrschein zu finanzieren sei. Bürgermeister und Stadtrat müssten alle entscheidenden Kräfte mit ins Boot holen, hieß es. Es gehe eben nicht nur um den Transport von A nach B, sondern um die Gewinnung neuer Gewerbe, von Menschen, Familien für die Stadt, für den nördlichen Landkreis. Da sei der Nahverkehr ein Faktor, genauso wie Schulen, Ärzte und Läden. Da gehe es eben nicht nur um eine Kostendeckung für Busfahrten. Das wäre zu kurz gedacht, betont die Liste. Ganz zu schweigen von den Kosten für überstrapazierte Straßen und Brücken, die selten diskutiert würden."

Es gehe nicht um Gratisfahrten. "Aber es ist nicht einzusehen, dass nur große Städte wie Mannheim, Bonn, Essen, Reutlingen oder Herrenberg in den Genuss von Fördergeldern kommen. Hier müssen alle unsere Volksvertreter ran, die Landtags- und Bundestagsabgeordneten und natürlich auch der neue Landrat. Es geht um unsere Zukunft, um die Zukunft Hofheims", wurde unterstrichen.

"Mittlerweile", so Konrad Spiegel, "weiß jeder, dass Klimaschutz und eine gesunde Umwelt nicht kostenlos zu haben sind. Aber es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diese Maßnahmen sozial gestaltet werden. Deshalb ist unsere Forderung nach einem Ein-Euro-Fahrschein ein Signal an unsere Bürger und an die Politiker in Land und Bund, uns hierbei zu unterstützen."

Für sozialen Wohnungsbau

Heiß diskutierte die Versammlung die Möglichkeiten des sozialen Wohnungsbaus in Hofheim, der im Argen liege. "Auch hier gilt es", so Hubert Bergmann, "mit kleinen Schritten zu beginnen, das zu tun, was ein wenig Entlastung bringt, aber immerhin einem Dutzend Familien Hilfe brächte."

Hubert Bergmann nannte die Räume über dem Rügheimer Tor, wo mit geringeren Mitteln drei Wohnungen untergebracht werden könnten. Dann das frühere VHS-Gebäude, in dem auch etliche Wohnungen je nach Größe Platz hätten. Hier war man sich genauso einig wie bei der Forderung, dass trotz Altstadtsanierung neue Baugebiete ausgewiesen werden müssten.

Hubert Bergmann schätzt die finanzielle Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in Hofheim als gut ein. Was jedoch verbessert werden müsse, sei die gezielte Unterstützung vorhandener Jugendinitiativen.

Ausführlich diskutierte die Versammlung die erfolgreiche Arbeit der Stadtbibliothek, deren Leiterin sich mit ganzer Kraft dafür einsetzt, dass die Stadtbibliothek weiterhin ein Anker des städtischen Kulturangebots und ein Anziehungspunkt für Jung und Alt bleiben kann.

Einig war sich die Runde beim Thema "Gewerbeansiedlung". "Die Stadt muss durch attraktive Grundstückspreise für neue Unternehmen in Hofheim sorgen, die neue Arbeitsplätze und die Ansiedlung junger Familien bringen", wurde betont. red

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