Erlangen
Geothermie

Die Heizung in zwei Metern Tiefe

Sie ist eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Heizmethoden: Erdwärme. In einem neuen Netzwerk des "Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand" (ZIM) unter der Leitung von Geologen der Friedric...
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Sie ist eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Heizmethoden: Erdwärme. In einem neuen Netzwerk des "Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand" (ZIM) unter der Leitung von Geologen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) widmen sich Wissenschaftler und Mittelständler nun den Potenzialen einer neuen Erdwärme-Form: der oberflächennahsten Geothermie und Kalte-Nahwärme.

Nur anderthalb bis zwei Meter tief werden die Kollektoren der oberflächennahsten Geothermie in der Erde installiert; Bohrungen sind für diese Technologie daher nicht nötig. Dafür wird die Wärmeträgerflüssigkeit, ein Wasser-Glykol-Gemisch, mithilfe einer Ringleitung zu den einzelnen Häusern transportiert. "Die in den Leitungen erreichte Basiswärme wird in den Häusern dann mit Wärmepumpen jeweils auf das gewünschte Niveau gebracht", erklärt FAU-Geologe David Bertermann, Projektleiter des Koordinationsnetzwerks.

Anlage für ein ganzes Quartier

Das Besondere an der oberflächennahsten Geothermie: "Bei dieser Technologie bietet es sich an, direkt eine Anlage für ein gesamtes Quartier, also für bis zu 150 Einfamilienhäuser, zu bauen", sagt Bertermann. So könnten Hausbesitzer Synergien von Netzen nutzen, die Anlagen lassen sich insgesamt besser dimensionieren, Spitzenlasten besser abpuffern als bei einzelnen Anlagen. Zudem lassen sich mit dieser Technik Gebäude nicht nur erhitzen, sondern auch abkühlen.

Das nun neu gegründete Koordinationsnetzwerk "Oberflächennahste Geothermie und Kalte-Nahwärme 4.0", das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird, besteht aus drei Forschungseinrichtungen, neun mittelständischen Unternehmen und drei größeren Energieanbietern. Koordiniert wird es von den FAU-Geologen um die Arbeitsgruppe von Bertermann. "Das Ziel des Netzwerks ist, innovative Produkte entlang der Wertschöpfungskette - von der Kollektoranlage über die Verlegetechniken und Wärmepumpen bis zum Abnehmer - in neue Quartierskonzepte zu integrieren." red

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