Haßfurt
Wahlkampf

Die Grünen wollen mit einer verstärkten Präsenz vor Ort punkten

Die Grünen haben nach den Landtagswahlen einen deutlichen Aufwärtstrend zu verzeichnen. Sie haben etliche Wählerstimmen hinzugewonnen. Damit der positive Trend auch an der Parteibasis und bei den Mens...
Artikel drucken Artikel einbetten

Die Grünen haben nach den Landtagswahlen einen deutlichen Aufwärtstrend zu verzeichnen. Sie haben etliche Wählerstimmen hinzugewonnen. Damit der positive Trend auch an der Parteibasis und bei den Menschen vor Ort ankommt, braucht es Bürger, die in der Kommunalpolitik die Fahne der Grünen hochhalten. Doch zwei dieser Säulen brechen nun im Haßfurter Stadtrat weg: Die beiden Vertreterinnen der Grünen Haßfurt und "Liste für aktiven Umweltschutz", Annette Marquardt und Helene Rümer, wollen bei den Kommunalwahlen im März 2020 nicht mehr antreten. Um die Lücke zu schließen und für ein Engagement in der Kommunalpolitik zu werben, lud die Partei dieser Tage mit der Wahlkreisabgeordneten MdB Manuela Rottmann ins Hotel "Walfisch" in Haßfurt ein, um über die Ziele der grünen Politik zu informieren.

Annette Marquardt bedauerte rückblickend auf ihre Tätigkeit im Stadtrat, dass der Sportpark des TV Haßfurt nicht verwirklicht werden konnte. Auch mit der Ablehnung des Kunsthauses in der Hauptstraße habe man eine Chance verpasst. Als künftige Aufgabe sieht sie die Verkehrsplanung, die in der Kreisstadt noch verändert und verbessert werden könne. Helene Rümer ist vor 27 Jahren als Nachrückerin in den Stadtrat gekommen. Sie freute sich, dass sie bei den Themen Radwege, Verkehrsplanung und Glyphosatverbot mitbestimmen konnte, wenngleich das Thema "Schottergärten" noch nicht vom Tisch sei.

Die SPD-Stadträte Jürgen Baum und Dritter Bürgermeister Stephan Schneider bedauerten das Ausscheiden der zwei Stadträtinnen und appellierten an die Jugend, sich aufstellen zu lassen. Schneider beantwortete darüber hinaus die Frage einer besorgten Bürgerin, die wegen des Wandels der Stadt zur "Smart City" eine Strahlenbelastung durch die 5G-Technologie befürchtet. Haßfurt wolle nicht zu einer "Smart City" werden, sondern zu einer "Smart Green City", betonte Schneider. Mit 5G habe dies erst einmal nichts zu tun. "Wir wollen keine Müllwagen, die automatisch durch Haßfurt fahren", sagte er.

Bürgerdialog

Das Leben solle smarter und grüner werden. Dies habe natürlich auch mit Datenerfassung zu tun. Die solle jedoch nicht per Funk, sondern durch Erdkabel erfolgen. "Wir werden nicht die Stadt mit Funkmasten zupflastern", versicherte er. Die Fördergelder würden erst dann fließen, wenn die Bürger beteiligt werden. Dies solle durch eine Auftaktveranstaltung mit einem Bürgerdialog geschehen.

Kreisrat Matthias Lewin, der den Abend moderierte, verwies darauf, dass ein Listenkandidat für die Kommunalwahl nicht bindend ein Parteimitglied sein müsse. Die Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann sagte, dass sich bestimmte Dinge nur vor Ort verändern ließen. So seien von dem von der Bundesregierung aufgelegten Programm "Saubere Luft" nur wenige finanzielle Mittel abgerufen worden. Für die Erreichung grüner Ziele fehle schlicht die Vertriebsstruktur. So gebe es kaum Molkereien oder Schlachthöfe, die von Kommunen betrieben würden. Landwirte seien großen Konzernen ausgeliefert mit der Folge eines erhöhten Plastikverbrauchs und weiterer Verkehrswege. Im Bereich der Mobilität müssten andere Ansprüche formuliert und die Fantasie angeregt werden, um zu zeigen, dass es auch auf dem Land geht.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren