Oberaurach

Die Grünen treten mit 50 Prozent Frauen und etlichen Partei-Wechslern an

Oberaurach — Um eine Farbe reicher wird der Stimmzettel zur Gemeinderatswahl in Oberaurach. Der erst vor kurzem gegründete Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen nominierte am Samstag im Gasthaus Neundö...
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Oberaurach — Um eine Farbe reicher wird der Stimmzettel zur Gemeinderatswahl in Oberaurach. Der erst vor kurzem gegründete Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen nominierte am Samstag im Gasthaus Neundörfer in Kirchaich seine Kandidaten zur Wahl am 15. März. Die 20 anwesenden Stimmberechtigten votierten einstimmig für den Kandidatenvorschlag.

"Wir sind keine esoterischen Öko-Spinner", betonte Listenführer Roland Baumann, der die Ziele der Partei erläuterte. Es gehe auch auf kommunaler Ebene darum, Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen für die Bedrohung durch den Klimawandel. Herzu gehöre auch, dass unbequeme Wahrheiten ausgesprochen werden, die man der Bevölkerung wieder in das Bewusstsein rücken müsse. "Wegschauen, weil alle anderen auch nichts machen, ist keine Lösung", so Baumann.

Im Vorfeld der Versammlung hatten sich die Teilnehmer zum Beispiel schon einmal exemplarische Flächenstücke auf dem Gemeindegebiet angeschaut, um das Projekt "Klimawald" zu unterstützen. Bereits im September stellten die Gemeinderäte Roland Baumann und Thomas Karg, die momentan noch für die SPD im Gemeinderat sitzen, zusammen mit Julian Bayer (momentan noch für die Junge Liste) einen überparteilichen Antrag, auf einer Fläche von zehn Hektar rund 60 000 Bäume zu pflanzen, die aus heutiger Sicht auch bei einer durchschnittlichen Temperaturerhöhung von mehr als zwei Grad noch klimatolerant sind.

Ökologisches Engagement besser

Während seiner fast 18-jährigen Tätigkeit als Gemeinderat für die SPD kam Roland Baumann jetzt die Erkenntnis, dass ein politisches Engagement im ökologischen Bereich besser angewandt werden kann. Deshalb steht der Gymnasiallehrer aus Dankenfeld nun auch auf Platz 1 der Günen-Liste. Ihm folgt auf Platz 2 Julian Bayer aus Kirchaich, der als Kindergarten-Leiter und seit 2014 im Gemeinderat hauptsächlich das Wohl junger Familien im Fokus hat. Anita Amend, die Initiatorin des Bürgerprojekts "Bürger helfen Bürgern" steht auf Platz 3. Die Lehrerin im Ruhestand, die bereits 2008 für sechs Jahre für die CSU im Gemeinderat und Dritte Bürgermeisterin war, möchte nun für die ökologische Kommunalpolitik antreten. Neben den weiteren Kandidaten, von denen übrigens genau die Hälfte Frauen sind, steht Thomas Karg aus Oberschleichach auf dem durchaus prominenten letzten Platz 16. Seit 2008 im Gemeinderat, ist er wegen der Maaßen-Affäre aus der Partei ausgetreten und hat nun seine politische Heimat bei den Grünen gefunden. Der Disponent in einem Entsorgungsfachbetrieb ist von den Forderungen der jungen Generation in der "Friday for Future"-Bewegung überzeugt und möchte diese unterstützen.

Sieben Kreistagskandidaten

Auch als Bewerber für den Kreistag sind die Oberauracher Grünen stark vertreten. Hier stehen Anita Amend, Lisa Altenhöfer, Roland Baumann, Julian Bayer, Barbara Körpert, Thomas Karg und Barbara Kratky auf der Liste, um sich zusätzlich auch landkreisweit zu engagieren.

Was einen Bürgermeisterkandidaten anbelangt, sagte Roland Baumann, dass man sich intensiv Gedanken gemacht habe. In einer Demokratie sei es grundsätzlich gut, wenn jede Liste auch einen Kandidaten für das höchste Amt in der Gemeinde stelle. Die Grünen wollen sich aber erst einmal in der Gemeinderatsarbeit bewähren und dann aus der Fraktion heraus einen Bewerber für 2026 stellen. "Ohnehin werden dann die Karten neu gemischt", sagte Baumann mit Blick auf das dann altersbedingte Ausscheiden des jetzigen Bürgermeisters Thomas Sechser (CSU) .

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