Ebermannstadt

Die große Umzugswelle rollt

Die Sanierung des Kindergartens St. Marien hat ein "Bäumchen wechsle dich"-Spiel zur Folge. Die Kinder sollen ins Hasenberg-Zentrum. Mütterzentrum, Bücherei und Kinderhort müssen umziehen.
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Der Kinderhort zieht in den ehemaligen Geistlicher-Rat-Zieglerschen-Kindergarten um. Am 7. Januar 2020 ist Eröffnung.  Fotos: Josef Hofbauer
Der Kinderhort zieht in den ehemaligen Geistlicher-Rat-Zieglerschen-Kindergarten um. Am 7. Januar 2020 ist Eröffnung. Fotos: Josef Hofbauer
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Josef Hofbauer Es ist beschlossene Sache. Der Kindergarten St. Marien soll umfassend saniert und erweitert werden. Bereits Ende Juli hat Architekt Ralf Bahl den Mitgliedern des Stadtrates seine Planung vorgestellt. Doch wohin mit den mittlerweile 115 Kindern? Nach dem Wunsch des Trägers der Einrichtung, der katholischen Kirchenstiftung St. Nikolaus, sollen die Kinder aus personellen und organisatorischen Gründen möglichst beisammenbleiben.

Diesbezüglich wurden bereits einige Varianten geprüft und verworfen, informiert Andreas Kirchner, bei der Stadt Ebermannstadt zuständig für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit. Ad acta gelegt ist bereits die Aufstellung von Raummodulen. "Zum einen haben wir kein Grundstück, zum anderen entstünden enorme Kosten, denn für die Übergangsfrist müsste ein eigener Spielplatz errichtet werden. Hinzu kommen die Kosten für die Miete."

Mehrere Alternativen geprüft

Auch die leer stehenden Gebäude am Kirchenplatz eigneten sich nach Ansicht der Fachaufsicht des Landratsamtes nicht als Ersatz-Kindergarten. Hier wären umfangreiche Umbauarbeiten notwendig gewesen. Außerdem gebe es hier keine Fläche für die Errichtung eines Spielplatzes. Pro Kind, so Andreas Kirchner, sei eine Spielfläche von zehn Quadratmetern gesetzlich vorgeschrieben.

"Deshalb kamen wir auf die Idee, die Kinder im benachbarten Mehrzweckgebäude am Hasenberg unterzubringen", so Kirchner. Dies habe den Vorteil, dass der sanierte Spielplatz weiter genutzt werden kann und die Kinder auf den beiden Geschoßen untergebracht werden können. So blieben die Kinder weitgehend in ihrer gewohnten Umgebung. Als Platz zum Toben steht ihnen täglich bis 13 Uhr der Veranstaltungssaal in der sanierten ehemaligen Schreinerei zur Verfügung.

Für Kinder die Ideallösung

Für die Kinder und den Träger des Kindergartens die Ideallösung. Allerdings bedeutet dies, dass Bücherei, Kinderhort und Mütterzentrum ausziehen müssen. Alle Beteiligten haben dieser Variante zugestimmt, stellt Kirchner erleichtert fest. Möglich geworden war diese Lösung, weil für alle drei Einrichtungen geeignete Ausweichräume gefunden wurden.

Der Fahrplan sieht vor, dass die Bücherei, Kinderhort und Mütterzentrum im Januar aus dem Hasenberg ausziehen. Dann soll das Gebäude brandschutztechnisch ertüchtigt und für den Einzug der Kinder vorbereitet werden. Und wohin mit den bisherigen Nutzern?

Platz für Kinder und Jugend

Der Kinderhort zieht das Gebäude des früheren Geistlicher-Rat-Zieglerschen-Kindergartens. Hier sollte ursprünglich auch das Mütterzentrum untergebracht werden. Aber weil der Hort inklusive Küche bereits das komplette Erdgeschoss benötigt und laut Erbpacht-Vertrag eine Nutzung durch die Jugend festgeschrieben ist, geht das nicht. Dies habe dazu geführt, das Obergeschoß für die Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen und im Parterre den Hort unterzubringen. Auch wenn in dem denkmalgeschützten Gebäude noch umfangreiche Arbeiten zu erledigen sind, hat sich Kirchner bereits festgelegt. "Einzugstermin für den Hort ist der 7. Januar 2020, der erste Schultag nach den Weihnachtsferien. Auch wenn wir unter Druck stehen, bis dahin muss alles fertig sein."

Garten erhöht Attraktivität

Das Mütterzentrum findet seine vorübergehende Heimat im Bürgerhaus. Die Vertreterinnen dieser Einrichtung hätten einer temporären Nutzung der Räumlichkeiten im Erdgeschoß zugestimmt. Doch auch in diesem denkmalgeschützten Gebäude sind Umbauarbeiten, unter anderem ein Türdurchbruch erforderlich. Als Vorteil dieser Lösung sieht Andreas Kirchner den Garten hinter dem Gebäude, der von Müttern und Kindern genutzt werden könne.

Bleibt noch die Bücherei. Sie könne ohne größere Umbauarbeiten in das ehemalige Volksbankgebäude am Kirchenplatz 1 einziehen, in dem bis 2018 die Leitung der Fachoberschule Ebermannstadt untergebracht war, erklärt Andreas Kirchner. Die Bücherei-Leitung habe bereits zugestimmt. Kirchner zieht ein positives Fazit über das Bäumchen-wechsle-dich Spiel". Die notwendigen Investitionen in das Gebäude des Geistlichen Rat Ziegler'schen Kindergartens, das Bürgerhaus und das Hanseberg-Zentrum seien nachhaltig, weil sie dem Erhalt städtischer Gebäude zu Gute kämen. Obendrein sei der Gesamtaufwand geringer, als bei jeder anderen Lösung.

Zeitplan ist ambitioniert

Damit alle Beteiligten auf dem aktuellen Stand gehalten werden, sind regelmäßige Treffen anberaumt. Nur so könne das Projekt gelingen. Dabei räumt Kirchner ein: "Der Zeitplan ist ambitioniert. Aber es gibt keine Alternative". Immerhin müssen Bauanträge gestellt, Abstimmungsgespräche - unter anderem mit dem Landesamt für Denkmalpflege - geführt und Fristen eingehalten werden. Und bis August muss der Umzug der 115 Kinder in das benachbarte Hasenbergzentrum abgeschlossen sein.

Einzug im Herbst 2022

Zwei weitere Jahre werden die Um- und Neubauarbeiten am Kindergarten St. Marien dauern, so dass im September 2022 vier Kindergruppen in ihre sanierten Räumlichkeiten zurückkehren können. Und die fünfte Gruppe? "Ich gehe davon aus, dass sich bis dahin ein Träger mit neuen Räumen für diese Gruppe gefunden hat", zeigt sich Kirchner optimistisch.

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