Eltmann

Die Gefühle einer Generation

Thomas Wacker und Thorsten Gary überzeugten mit ihren Darbietungen von "Simon & Garfunkel"-Hits.
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Die beiden Vollblutmusiker Thomas Wacker (links) mit dem Part von Paul Simon und Thorsten Gary in der Rolle von Art Garfunkel begeisterten das Eltmanner Publikum mit stimmlicher Harmonie und wunderbarem Gitarren-Können. Foto: Günther Geiling
Die beiden Vollblutmusiker Thomas Wacker (links) mit dem Part von Paul Simon und Thorsten Gary in der Rolle von Art Garfunkel begeisterten das Eltmanner Publikum mit stimmlicher Harmonie und wunderbarem Gitarren-Können. Foto: Günther Geiling

In den 1960er Jahren gelangten Paul Simon und Art Garfunkel als "Simon & Garfunkel" zu Weltruhm. Ihre Hits klingen bis heute nach. Und so kamen über 120 Fans in die Stadthalle von Eltmann, um dem Duo "Graceland" zu lauschen, das sich seit Jahren der Musik dieses legendären amerikanischen Folk-Rock-Duos verschrieben hat.

Die Zuhörer erlebten Poesie und Emotionen und auch starken Rock. Thomas Wacker übernahm mit seiner sonoren, warmen Stimme den Part von Paul Simon, Thorsten Gary bewegte sich mit seinem hohen Tenor nahe am Original Art Garfunkel.

Ihre vollendete Stimmharmonie ergänzte ihr virtuoses Spiel auf den Gitarren. Am Rande: Die beiden fanden sich, weil Thomas Wacker in seiner Musikschule Thorsten Gary Gitarrenunterricht gab. Dabei entdeckten sie die Harmonie ihrer Stimmen zum Original "Simon & Garfunkel".

Duo mit eigenen Akzenten

Dabei offenbarte sich "Graceland" keineswegs als Kopie des Originals, sondern als ein Duo mit eigenen Akzenten.

Rund zwei Stunden verwöhnte das Duo seine Zuschauer mit einem Feuerwerk aus Evergreens der Musikgeschichte. Das begann gleich mit "The Only Living Boy in New York", das Paul Simon bei einem längeren Aufenthalt in New York für Art Garfunkel geschrieben hatte. Immer wieder gaben die Musiker Einblick in das Leben von "Simon & Garfunkel". Beide seien, hieß es, öfters in England und Irland gewesen. Dabei habe Paul Simon die junge Kathy kennengelernt und sich schwer in sie verliebt. So entstand das Lied von den launenhaften Mädels und wechselhaften Jahreszeiten "April Come She Will".

Ja, es waren Lieder zum Träumen und nostalgischen Schweigen, aber auch Liebeslieder wie "Kathy's Song", der von der Liebe von Paul Simon zu seiner Kathy erzählte. Aus seiner Zeit mit Kathy stammte auch "America" und "Hole Down".

Der Boxer als Symbol

Andere musikalische Wege beschritt Paul Simon, als er, inspiriert von Bachs "O Haupt voll Blut und Wunden" aus der Matthäus-Passion den "American Tune" komponierte und sich mit der politischen Situation in den USA 1974, der Zeit von Nixon, 100 Jahre Freiheitsstatue und der Watergate-Affäre auseinandersetzte. Dazu passte der Titel "The Boxer": Ein Mann geht nach New York, sucht Arbeit und findet keine. Das schlägt den Boxer nieder, aber er steht eben immer wieder auf. Beim legendären Refrain stimmten alle im Saal mit ein.

An New York führte bei zahlreichen Liedern kein Weg vorbei: Bei "The Heart in New York" wurde Paul Simon 1981 gefragt, ob er nicht an einem Benefiz-Konzert für den Central-Park mitwirken wolle. Mit Garfunkel sang er vor 500 000 Zuhörern - "fast so viel wie heute Abend in Eltmann", schmunzelte Wacker.

Dann spielte Thomas Wacker alias Paul Simon ein exzellentes Gitarrensolo: "El Condor Pasa". Die effektvollen instrumentalen Einlagen belohnte das Publikum mit viel Beifall. Die Herzen der Zuhörer klopften bei "Bridge Over Troubled Water", einem Song über die Freundschaft, bei "Bright Eyes" (Titellied des Films "Watership Down").

Temperamentvoller Gegensatz dazu war das rockige "I am a rock", bei dem alle kräftig mitklatschten, oder "Mrs. Robinson" und "Bye, Bye Love". Zwei Titel fehlten noch: "Sound of Silence" und "Cecilia", bei dem noch einmal alle kräftig mitsangen. Ein würdiger Abschluss eines gelungenen Konzertabends.

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