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Die Freien Wähler wünschen: "Beim Thema Ruhefriedhof die Leute mitreden lassen"

Ralf Kestel Den Begriff Geheimniskrämerei vermeiden sie ganz bewusst, aber etwas mehr Öffentlichkeit und Bürgerbeteiligung hätten sie schon gerne: In einer ...
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Ralf Kestel

Den Begriff Geheimniskrämerei vermeiden sie ganz bewusst, aber etwas mehr Öffentlichkeit und Bürgerbeteiligung hätten sie schon gerne: In einer Pressemitteilung der Freien Wähler (FW) klingt mit Hinweis auf die bislang nicht-öffentliche Diskussion über den Antrag eines Privatinvestors auf Schaffung eines Friedwaldes Kritik an der restriktiven Informationspolitik über die Arbeit des Stadtrates an.
Mit Hinweis auf die Debatten hinter verschlossenen Türen bei den Themen Seniorenheim im Mannlehen oder Windradpark im Bürgerwald sieht FW-Fraktionssprecher Thomas Limpert den Zeitpunkt gekommen, alle Interessenten einzubinden. Zumal sich auch die Eberner SPD in ihrer jüngsten Postille zum Thema Friedwald (ablehnend) zu Wort gemeldet hat.
Die Freien Wähler organisieren daher eine Informationsfahrt zum nahen Naturfriedhof St. Ursula in Alsleben bei Trappstadt am Dienstag, 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit). Abfahrt ist um 14.30 Uhr. Die Fahrt erfolgt je nach Anmeldungen mit dem Bus oder Fahrgemeinschaften, je nach der Zahl der Anmeldungen. Anmeldeschluss ist am 27. September. Anmeldungen per Telefon 0160-98136853 bei Thomas Limpert oder per mail an info@freiewaehler-ebern.de sowie auf der FW-Homepage www.freiewaehler-ebern.de. Die Führung begleitet fach- und sachkundig der Forstrat a. D. Erwin Kruczek.
Aus seiner Sympathie für die Idee macht Limpert in seiner Pressemitteilung keinen Hehl: "Betrachtet man Statistiken, egal ob vom renommierten Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung oder von kirchennahen Organisationen, dann kommen viele überein, das Bestattungswesen ist im Umbruch. Eine Liberalisierung des Bestattungswesens führt bereits seit etlichen Jahren zu erheblichen Veränderungen bis hin zu völlig neuen Angebotsformen. Auch ändern sich die Gestaltungsformen, sie werden zusehends individueller, persönlicher aber auch selbstbestimmter."


Auf Umbruch einlassen

Eine Entwicklung, die für Ebern eine Verpflichtung sein sollte, sich auf diesen Umbruch einzulassen, die Zeichen zu erkennen, Traditionelles zwar zu erhalten, aber auch den sich wandelnden Bedürfnissen gegenüber aufgeschlossen zu sein.
Limpert bezieht Gegenposition zu den bisherigen Äußerungen von Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD): "Auch wenn wir unsere Friedhöfe noch so aufwerten und für Urnenbestattungen schöne Wiesen anlegen oder extra Bäume pflanzen, das ist und wird niemals vergleichbar mit einer Bestattung im Wald sein. Mitmenschen, die sich zu Lebzeiten selbstbestimmt für eine Bestattung im Wald entscheiden, werden sich auch im Wald bestatten lassen und nicht an einer Hecke oder auf einem Wiesenstück im Friedhof."
Modelle für Trägerschaften (privat, kommunal oder kirchlich) gebe es einige. Angst zu schüren, dass mit Einrichtung eines Waldfriedhofes städtische Gebühren steigen werden, sei fehl am Platz, meint Limpert. Ein Waldfriedhof ließe sich beispielsweise als "kommunales Unternehmen" führen, ohne dass es defizitär wirtschafte.
Der Stadtrat hatte Anfang August die Möglichkeit, sich so ein positives Beispiel anzusehen. Auch private Investoren möchten der Stadt ihr Geschäftsmodell schmackhaft machen.
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