Zeil am Main
politischer aschermittwoch

Die Freien Wähler befürchten wegen der geplanten Gelben Tonne "ein dickes, teures Ende"

Mit einer gereimten Mundartrede überraschte Birgit Bayer beim Politischen Aschermittwoch der Überparteilichen Zeiler Liste (ÜZL) und der Freien Wähler Haßberge in Zeil ihre Zuhörer in einem voll beset...
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Birgit Bayer
Birgit Bayer
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Mit einer gereimten Mundartrede überraschte Birgit Bayer beim Politischen Aschermittwoch der Überparteilichen Zeiler Liste (ÜZL) und der Freien Wähler Haßberge in Zeil ihre Zuhörer in einem voll besetzten Saal. In dieser Form brachte die Fraktionsvorsitzende der WG (Wählergemeinschaft) im Kreistag Haßberge manches deutlicher auf den Punkt, als es sonst ihre sachliche Art ist.

Die Umtriebe der CSU in allen Kommunen, in denen sie nicht den Bürgermeisterstuhl besetzt, den Konflikt im Steigerwald und manchen Vorgang im Landratsamt nahm sie aufs Korn. Zu einer "Bauverhinderungsbehörde" entwickele sich das Haßfurter Amt langsam aber sicher und im Kreistag blieben die großen Probleme weiter ungelöst, aber für die Gelbe Tonne habe es sogar eine Sondersitzung gegeben, rügte sie. Bayer machte keinen Hehl daraus, dass sie von der Art, wie Landesvorsitzender Hubert Aiwanger die Regierungskoalition vorbereitet hat, nicht begeistert gewesen sei, doch jetzt gelte es, die bewährte, pragmatische FW-Politik auf Landesebene umzusetzen.

Nicht gereimt, aber nicht weniger deutlich wurde der Kreisvorsitzende Christoph Winkler in seiner Rede. Sehr kritisch sah er den Brexit und insgesamt die Attacken gegen den europäischen Gedanken. Der frühere Bundeswehrstabsoffizier betonte, dass die lange Friedenszeit in Europa nur der Einigung der früheren Kriegsgegner geschuldet sei. "Nur weil Politiker wie Brandt und De Gaulle aufeinander zugegangen sind, haben wir heute Wohlstand, Frieden und Toleranz", betonte er.

"Beängstigend"

Es gebe derzeit einen "beängstigenden Nationalismus, wie er auch schon zum Ersten Weltkrieg geführt hat". Viele nähmen das nicht ernst. Den Brexit gebe es nur, weil die jungen Briten nicht zur Abstimmung gingen, "und jetzt klagen sie, dass ihre Zukunft ruiniert wird". Das dürfte bei der Europawahl nicht passieren, deshalb gelte: "Geht zur Wahl, wählt demokratisch und nehmt Familie, Freunde, Nachbarn mit!", sagte der frühere Zeiler Bürgermeister.

Natürlich blickte er auch auf die Kreispolitik. Mit dem stellvertretenden Landrat Oskar Ebert seien die Freien Wähler wie auf Landesebene quasi auch "in der Regierung", allerdings mit weniger Einfluss. Wenn auch Ebert viel erreicht habe.

Nach wie vor habe der Rechnungsprüfungsausschuss kein Rederecht vor dem Kreistag und auch auf die Stellenmehrungen um 27 in den vergangenen vier Jahren habe der Kreistag keinen Einfluss. Die Entscheidung für die Gelbe Tonne hält Winkler für falsch; "das dicke, teure Ende der Müllentsorgung insgesamt kommt erst noch", befürchtet er.

Zum Thema Klärschlammentsorgung gab Haßfurts Bürgermeister Günter Werner aktuelle Informationen. Die Konzeption der GUT und des GKS bezeichnete er als nur vorübergehend "und nicht nahhaltig", weil eine Mischverbrennung, wie in Schweinfurt geplant, nur bis 2032 zulässig sei. Dann müsse Klärschlamm solo verbrannt werden, um das wertvolle Phosphat zurückzugewinnen. sw

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