Altenkunstadt

Die Faust des Flüchtlingshelfers

Die Jury des 46. Internationalen Jugendwettbewerbs der Raiffeisen- und Volksbanken im Landkreis Lichtenfels hat alle Hände voll zu tun. 700 Bilder mit "wahren Helden" gilt es zu bewerten.
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Beim Internationalen Jugendwettbewerb der Raiffeisen- und Volksbanken hatten die Mitglieder der Jury die Qual der Wahl. Malerin Elfriede Dauer aus Weismain bewundert das Bild vom Flüchtlingshelfer am Bahnhof.  Foto: Stephan Stöckel
Beim Internationalen Jugendwettbewerb der Raiffeisen- und Volksbanken hatten die Mitglieder der Jury die Qual der Wahl. Malerin Elfriede Dauer aus Weismain bewundert das Bild vom Flüchtlingshelfer am Bahnhof. Foto: Stephan Stöckel
Auf dem Turnhallenboden reiht sich ein Kunstwerk an das nächste. Der Blick der zwölf Jurymitglieder ist nach unten gerichtet. 700 Bilder liegen ihnen zu Füßen. Kinder und Jugendliche aus den Schulen des Landkreises Lichtenfels haben beim alljährlichen Internationalen Jugendwettbewerb der Raiffeisen- und Volksbanken ihren Ideen wieder freien Lauf gelassen. Und bringen die Juroren ins Schwärmen: "Ich bin jedes Jahr aufs Neue überrascht über die Qualität der eingereichten Bilder. Am liebsten würde ich keine Werke aussortieren, weil so viele tolle Sachen dabei sind", zollt die Weismainer Malerin Elfriede Dauer den jungen Malern ihren Respekt.


Die Qual der Wahl

Ob sie wollen oder nicht - sie haben die Qual der Wahl. Nur 50 Gemälde, Zeichnungen und Collagen zum Thema "Fantastische Helden und echte Vorbilder: Wer inspiriert dich?" dürfen zum Landesentscheid in München eingereicht werden. Mitunter trügt der erste Schein. Auf einem mit Buntstiften gemalten Bild umarmt der Mitarbeiter einer Sozialstation zwei Menschen. Alle drei stehen auf einem Podest mit der Aufschrift "Wahre Helden". "Was soll daran schlecht sein?", fragt sich der Laie. Dem geschulten Auge des pensionierten Kunstlehrers Uwe Dimmer aus Lichtenfels, der einst an der Mittelschule Altenkunstadt unterrichtet hatte, hingegen entgeht nichts. "Die Idee ist gut. Doch die Umsetzung war schlecht. Der Hintergrund überwiegt, sodass das Hauptthema überhaupt nicht zur Geltung kommt", lautet sein Urteil. Und schon ist ein weiteres Bild aussortiert.
Zudem sollten die künstlerischen Fähigkeiten auch dem jeweiligen Alter der Schüler entsprechen. Lehrerin Birgit Hartmann erkennt bei ihrem Gang durch die Arbeiten der vierten Jahrgangsstufe einige Kunstwerke, die dem Niveau der ersten oder zweiten Klasse entsprechen. "Von einem Viertklässler kann ich erwarten, dass er detaillierter malt und zeichnet, er Bewegungen künstlerisch umsetzen kann." Wie zum Beweis deuten ihre Hände auf zwei Bilder, die diesen Ansprüchen entsprechen: Das eine zeigt einen Skifahrer, der mit seinem Sohnemann die Abfahrt herunterwedelt, das andere Balletttänzerinnen, die grazil und anmutig über die Tanzfläche schweben.


Die Helden des Alltags

Elfriede Dauer hat sich derweil in ein Bild verguckt, in dem ein aktuelles Thema aufgegriffen wird: die Flüchtlingsproblematik. Die Weismainer Malerin lobt den Aufbau des Bildes und die Details, die darauf zu sehen sind: "Im Vordergrund steht der Helfer, der die anderen Figuren des Bildes überragt. Er reckt die geballte Faust nach oben, so als wolle er dem Betrachter vermitteln: ,Ich bin von meiner Arbeit als Flüchtlingshelfer überzeugt.‘ Dahinter sieht man einen anderen Helfer, der einem Asylsuchenden ein Getränk reicht, während ein dunkelhäutiger Mann sich mit einem heißen Getränk aufwärmt."
Neben den Helden des Alltags, wie Flüchtlingshelfern oder Feuerwehrleuten, tauchen auch Superhelden aus der Welt der Comics, wie Super- oder Spiderman, in der Heldengalerie der Schüler auf.
Eine Klasse für sich sind die Bilder aus den höheren Jahrgangsstufen zehn bis zwölf. Ein pfiffiges Bild zum Klimawandel, extravagant komponiert, lenkt die Blicke der Besucher auf sich: Ein Wald mit Vögeln geformt zu einer Person hält die Erde auf seiner Hand.


"Der Wald als Held"

Auf dem Kontinent Europa klebt ein Zeitungsartikel über das Wetter. "Der Wald als Held erhält die Welt. Diese Verknüpfung der Gedanken finde ich hervorragend", urteilt Albert Boxdörfer von der Albert-Blankertz-Schule. Direktor Michael Lieb von der Raiffeisenbank Staffelstein stellte hocherfreut fest: "Das Thema wurde hervorragend umgesetzt."

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