Neunkirchen am Brand

Die erste Blühwiese ist angesät

In Neunkirchen am Brand ist die erste offizielle Blühwiese angelegt worden. Diese Areale gelten als wichtiges Bindeglied zur Biotopvernetzung sowohl für Wiesen in der freien Flur als auch für Flächen innerhalb der Bebauung.
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Sie säen gemeinsam aus (von links): Edith Fießer, ein kleiner Helfer, Bürgermeister Heinz Richter, Landrat Hermann Ulm, Bernhard Birnfeld und Gabriel Erner  Foto: Günter Schulze Vowinkel-Schwedler
Sie säen gemeinsam aus (von links): Edith Fießer, ein kleiner Helfer, Bürgermeister Heinz Richter, Landrat Hermann Ulm, Bernhard Birnfeld und Gabriel Erner Foto: Günter Schulze Vowinkel-Schwedler

Die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Neunkirchen am Brand und Umgebung (BN) und die Vertreter der Politik vor Ort haben das gemeinsame Projekt "Blühwiese" offiziell eingeweiht. So hatte das Aufmerksamkeitsprojekt "Blühwiese in Neunkirchen am Brand" auch höheren Besuch aus der Politik zu Gast.

Die Wiese hat eine Größe von circa 600 Quadratmetern. Dort wird nun das jahrzehntelang gemähte Grün zu einer blühenden Wiese für Insekten, Schmetterlinge und Bienen aller Art. Die Blühwiese liegt westlich der Adam-Henkel-Straße, der Verbindungsspange der Erlanger Straße aus der Ortsmitte kommend und dem rechtwinklig bei einem Café nach Dormitz abbiegenden Straßenteil. Diese Fläche ist in Gemeindebesitz und fungiert als Vorhaltefläche für die Ortseinfahrt einer künftigen Stadt-Umland-Bahn.

Bürgermeister Heinz Richter (FW) hieß Landrat Hermann Ulm (CSU) als Schirmherrn in Sachen Blühflecke willkommen. Blühwiesen sind ein sehr wichtiges Bindeglied zur Biotopvernetzung sowohl für Wiesen in der freien Flur als auch für Flächen innerhalb der Bebauung von Gemeinden.

Landrat Ulm erklärte: "Das Landratsamt Forchheim, Fachbereich Naturschutz, hat sich vor einigen Jahren mit dem Landschaftspflegeverband, dessen Mitglied der BN ist, zusammengetan, um im Landkreis der Verinselung von Lebensräumen massiv entgegenzuwirken." Etliche Gemeinden haben bislang derartige Blühflecke angelegt. Der BN führt dazu ein Kataster. "Allerdings oftmals nur als wirklich kleine Flecken und nicht wie hier als ein großes, zusammenhängendes Gelände", führte der Landrat aus.

Aber gerade nach dem positiven Volksbegehren für mehr Artenvielfalt, bei dem der Markt Neunkirchen beim Ranking im Kreis auf Platz 3 mit 26,8 Prozent fast acht Prozent über dem Landkreis-Ergebnis lag, kommt solchen Insekten-Weiden besondere Bedeutung zu. Hier wird auch das Nahrungsangebot der Vogelwelt unterstützt.

So wird nun auch in Neunkirchen auf öffentlichem Grund auf das Rückgewinnen dieses Bausteins im biologischen Verbund hingewiesen. Dies soll ebenfalls Anregung für die Gestaltung privater Gärten sein, um den derzeitigen in Mode gekommenen artenarmen Steinwüsten in den Vorgärten entgegenzuwirken.

Bürgermeister Richter führte aus, dass der Projektaufbau 2018 durch den Bauhof des Marktes, fachlich mit Unterstützung eines Gartenbaubetriebes, in die Wege geleitet wurde. Richter erläuterte weiter, dass der Markt mittlerweile über 15 derartige Blühflecke auf dem Gemeindegebiet ins Auge gefasst habe.

Seine Perspektive: "Überdies sind alle Bürger gefordert, hier nachahmend tätig zu werden, sowohl im Siedlungsbereich als auch im landwirtschaftlichen Umfeld, besonders bei den ökologischen Vorrangflächen, aber auch unter Streuobstwiesen, auf Ackerbrachen oder an Randstreifen." Der Markt werde hier auch im Zuge des Aufstellens seines Öko-Kontos das Einbringen von Blühwiesen-Projekten zu dessen Aufwertung nutzen.

"Bei den Randstreifen an Straßen ist man allerdings auch an einen Kompromiss mit der Verkehrssicherheit gebunden, da Schilder oder Leitpfosten frei und einsehbar zu bleiben haben", gibt der Bürgermeister zu bedenken.

Bauhofleiter Gabriel Erner stellte dar, wie der Gartenbaubetrieb durch den Markt in den letzten Monaten begleitet wurde und dieser dann nach den Bodenarbeiten die Saat eingebracht hatte. Aufkeimende Blütenpracht war nun bereits vereinzelt auf der Fläche zu sehen.

Edith Fießer, stellvertretende Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Forchheim, resümierte mit Bernhard Birnfeld, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Neunkirchen, dass der Markt Neunkirchen mit diesem Schritt in vorbildlicher Eigeninitiative zur Tat geschritten sei.

Birnfeld betonte: "Mit dieser Erfolgsgarantie für eine Muster-Blühfläche ist die Plattform erreicht, in Neunkirchen auch die Umsetzung weiterer Projekte anzugehen." Werner Kruckow vom BN Neunkirchen verlängerte diesen Ansatz, indem er darlegte, dass er sich bereits mit Nachbarn um das Kümmern einer solch potenziellen Fläche an den Markt gewandt habe. Diese läge auf der Gugel im Bereich der 110-KV-Hochspannungsleitung, wo eine Bebauung ohnehin ausgeschlossen sei.

Mit dem Einschlagen der Projekttafel wurde die formelle Aufnahme der ersten Neunkirchener Blühwiese in das Kataster der BN-Kreisgruppe Forchheim besiegelt.

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