Stublang

Die Döritz: Stück Natur vor der Haustür

Die Veranstaltung in Stublang zeigte: An die Gewässerunterhaltung innerorts werden viele Anforderungen gestellt, sie bietet aber auch Chancen. Der Bach Döritz erfüllt vielerlei Funktionen vom Löschwasserspender bis zum Kneipp-Becken.
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Am neu gestalteten Platz vor der Kirche (Bild links) war kurzer Info-Stop bei der Dorfbegehung: Dritter von links Nachbarschaftstag-Berater Siegmund Katholing, Vierter von links Stadtbaumeister Andreas Ender, Sechster von links Biberbeauftragter Horst Schwemmer, rechts der Stulanger Ortssprecher Wolfgang Herold. - Bild rechts: Die Uferbefestigung links wurde ausgebessert, rechts wurde sie komplett erneuert. Fotos: Monika Schütz
Am neu gestalteten Platz vor der Kirche (Bild links) war kurzer Info-Stop bei der Dorfbegehung: Dritter von links Nachbarschaftstag-Berater Siegmund Katholing, Vierter von links Stadtbaumeister Andreas Ender, Sechster von links Biberbeauftragter Horst Schwemmer, rechts der Stulanger Ortssprecher Wolfgang Herold. - Bild rechts: Die Uferbefestigung links wurde ausgebessert, rechts wurde sie komplett erneuert. Fotos: Monika Schütz
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Ein Stück Natur direkt vor der Haustür - wer möchte das nicht? Bäche innerorts können das bieten. Oft sind sie aber kanalartig ausgebaut, so dass der Weg "zurück zur Natur" meist noch ein weiter ist.

In Bayern obliegt die Unterhaltung dieser kleinen Gewässer (= Gewässer III. Ordnung) den Kommunen sowie den Wasser- und Bodenverbänden. Die Unterhaltung ist im besten Fall wirtschaftlich und ökologisch verträglich zugleich. Um die Kommunen bei dieser Aufgabe zu unterstützen, wurden 2002 auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz die Gewässer-Nachbarschaften Bayern gegründet.

Zahlreiche Anforderungen

Doch Anforderungen und Interessen liegen manchmal weit auseinander: Was passiert bei Hoch- oder Niedrigwasser? Was sagen die Anlieger? Was möchte der Denkmalschutz? Ist die Fischerei "mit im Boot"? Wie lassen sich Naturschutz und Freizeitgestaltung vereinbaren. Und nicht zuletzt: Wie passen die angedachten oder erforderlichen Maßnahmen ins Ortsbild?

Es war einer der Tagesordnungspunkte beim Gewässer-Nachbarschaftstag, der jüngst in Stublang im Gasthof Dinkel stattfand. Mit vielen aufschlussreichen Vorher-Nachher-Bildern samt Erklärungen und Hinweisen wurden die Zuhörer von Berater Siegmund Katholing mit der Thematik vertraut gemacht. Dann ging es nach draußen.

Stublang war ein idealer Vorzeigeplatz: Auf rund 860 Metern Länge schlängelt sich die Döritz durch den Ort - mal gemütlich vor sich hin plätschernd und gluckernd, mal voller Schmutzwasser, Geäst und Blättern nach Starkregen oder Schneeschmelze. Ganz nebenbei dient der Bach als wichtige Löschwasserquelle für die Feuerwehr, als Planschbecken für Kinder oder  - im neuen Kneipp-Becken in der Ortsmitte  - auch zur Erholung aller Wanderer. Forellen in allen Größen leben hier, Kleingetier und Wasservögel (besonders die Wasseramsel) fühlen sich hier wohl.

Dieser Bach hat nun in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen erfahren. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde 2017/18 an den Uferbefestigungen, den Zugängen, den Übergängen und in den Uferbereichen selbst viel um- und neu gestaltet. Stadtbaumeister Andreas Ender führte die Teilnehmer des Gewässertages durch den Ort.

Noch fehlen größere Bäume entlang des Baches, denn sie wurden im Bereich um Kirchplatz und Wanderparkplatz erst gepflanzt. Schatten finden die Fische im Bach Döritz trotzdem: Der "Flutende Hahnenfuß" überzieht weite Flächen mit seinem Kraut. Andreas Ender: "Wenn er abgeblüht hat, fängt er an zu stinken." Auch wenn man das Kraut samt der langen Stängel entferne  - nach kurzer Zeit sei es wieder da.

Zeichen sehr guter Wasserqualität

Siegmund Katholing zeigte sich gut vorbereitet: Der Hahnenfuß sei ein Zeichen von sehr guter Wasserqualität. Erst wenn die Schattenspender am Ufer größer geworden sind, werde der Bach auch weniger bewachsen sein. Aktuell befinden sich drei Staustufen im Bach, die anderen wurden zurückgebaut. Auch hier galt es, eine Lösung zu finden zwischen den Forderungen der einheimischen Feuerwehr und denen des Wasserwirtschaftsamtes.

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