Kronach
Jubiläum

Die Caritas macht Gottes Reich lebendig - und zwar im Hier und Jetzt

Der Caritas-Verband im Landkreis Kronach hat heute 450 Hauptamtliche, rund 300 Ehrenamtliche und rund tausend Mitglieder. Vor 40 Jahren hoben 102 Gründungsmitglieder den Caritasverband für den Landkre...
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Zwei Gründungsmotoren des Kronacher Kreiscaritasverbandes wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Caritas- Geschäftsführerin Cornelia Thron und stellvertretender Caritas-Kreisvorsitzender Björn Kleyhauer (von links) würdigten Wolfgang Eckert-Hetzel und Gerhard Mencl mit der Ehrenurkunde.  Foto: Rainer Glissnik
Zwei Gründungsmotoren des Kronacher Kreiscaritasverbandes wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Caritas- Geschäftsführerin Cornelia Thron und stellvertretender Caritas-Kreisvorsitzender Björn Kleyhauer (von links) würdigten Wolfgang Eckert-Hetzel und Gerhard Mencl mit der Ehrenurkunde. Foto: Rainer Glissnik
Der Caritas-Verband im Landkreis Kronach hat heute 450 Hauptamtliche, rund 300 Ehrenamtliche und rund tausend Mitglieder. Vor 40 Jahren hoben 102 Gründungsmitglieder den Caritasverband für den Landkreis Kronach aus der Taufe. Ein Festgottesdienst war ein Höhepunkt am Beginn der Jubiläumsveranstaltungen.
"Alles, war ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan", sagte Jesus. Bedürftigen Menschen zur Seite stehen, das haben sich Caritas und Diakonie zur Aufgabe gemacht, erläuterte Pater Wladyslaw Poddebniak in seiner Festpredigt. Gemeinsam mit dem Rektor des Kronacher Oblatenklosters, Werner Pieper zelebrierte er den Gottesdienst in der Kronacher Klosterkirche.
"Caritas" stehe für Hochachtung, Wertschätzung, Wohltätigkeit, betonte der Pater. Mit diesen Worten werde eine Grundhaltung der christlichen Kirchen bezeichnet, entsprechend dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter, anderen mit Liebe und Achtung zu helfen.


500 000 Ehrenamtliche

Der katholische Caritasverband sei ein deutscher Wohlfahrtsverband mit einer Vielzahl sozialer Hilfsangebote. Mehr als 600 000 Hauptamtliche, 500 000 Ehrenamtliche und Freiwillige engagierten sich bundesweit im Sinne von "Caritas".
Jesus habe das "Reich Gottes" in Gleichnissen umschrieben. Für ihn sei darin auch das Wirken Gottes mitten in der heutigen Welt enthalten - dort, wo Menschen nach Gottes menschenfreundlichen Maßstäben handeln. Etwa wenn es um die Armen, Schwachen, Kranken und Behinderten geht, die oft keine Lobby haben.
Jesus habe sich besonders Armen, Leidenden, Schwachen, Hilflosen und Kindern zugewandt und gezeigt, dass diese genauso wertvoll sind wie die Großen, Mächtigen und Reichen. Um etwas vom Reich Gottes in dieser Welt umzusetzen, habe Jesus keine Revolution angestiftet, wie so mancher seiner Zeit hoffte. Er versuchte mit viel Liebe, die Maßstäbe Gottes in dieser Welt aufzuzeigen.


Die Caritas mischt sich ein

Caritas bringe sich in sozialpolitische Diskussionen ein. Die Mitarbeiter engagierten sich im Altenpflegebereich ebenso wie in Kindergärten und Horten oder im Behindertenbereich. Es gebe vielfältige Beratungsstellen und Lebenshilfe. Überall da, wo sich Christen Not leidender Menschen annehmen, werde Gottes Reich lebendig. Es sei ein wichtiger Beitrag zu mehr Gerechtigkeit in dieser Welt.
Der stellvertretende Caritas-Kreisvorsitzender Björn Kleyhauer und die Caritas-Geschäftsführerin Cornelia Thron ernannten zwei Urgesteine des Caritas-Kreisverbands Kronach zu Ehrenmitgliedern. Bei der Gründung vor 40 Jahren war Gerhard Mencl stellvertretender Vorsitzender und ist bis heute bei der Suchtberatung engagiert. Wolfgang Eckert-Hetzel leitete von Beginn an für 20 Jahre die Geschicke der Kronacher Caritas als Geschäftsführer.
Der Kronacher Kinderhort und alle Einrichtungen wirkten beim Gottesdienst mit. Unter den Ehrengästen waren Caritasdirektor Helmar Fexer, Landrat Klaus Löffler sowie die Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und Jens Korn. Musikalisch begleitet wurde der Festgottesdienst von Janet Januszewski und Johannes Laschka sowie von Maik Förner mit der Panflöte.
Anschließend wurde gefeiert. Alle Einrichtungen präsentierten sich vor Ort. Zunächst war es allen Beteiligten ein Anliegen, vor Beginn der Hauptfeier ein gemeinsames Fest mit betreuten Menschen und Mitarbeitern zu begehen. Auftakt war ein Gottesdienst mit Regionaldekan Thomas Teuchgräber und Pfarrer im Ruhestand Baptist Schaffer. In der Predigt ging es um die Heilung einer gebückt gehenden Frau durch Jesus.


Gottvertrauen in der Not

18 Jahre habe diese gelitten. Dann kam sie in die Synagoge zum Gebet, obwohl Frauen damals gar nicht in die Synagoge zum Beten gehen mussten. "Warum ging sie immer wieder - so würden wir heute fragen - in die Kirche?", fragte der Regionaldekan. "Weil man Hoffung hat, ein Anliegen", erklärte er.
Eines Tages tauchte Jesus auf und sah ihr tiefes Gottvertrauen trotz ihrer Not. "Er hat diese Frau aufgerichtet, und diese Geschichte ist erzählt worden, damit auch andere aufgerichtet werden. Vielleicht nicht körperlich, aber man kann auch aufgerichtet werden in der Hoffnung, weil man merkt, da ist jemand da, der mir Ansehen und Würde gibt." Es könne aufrichten, wenn man spüre, in seiner Not nicht alleingelassen zu werden.
Darum bemühten sich die
Mitarbeiterinnen der Sozialstationen, die Menschen besuchten, um ihnen zu helfen. "Die aufrichten", meinte Regionaldekan Teuchgräber, auch wenn dies körperlich nicht immer gehe. Es richte Menschen auf, wenn sie sagen könnten: Ich bin es diesen Menschen, die zu mir kommen, wert, dass diese zu mir kommen und mir helfen.
"Sie geben den Menschen Auftrieb", wandte sich der Geistliche an die Mitarbeiter der Caritas. "Sie vermitteln so viel Würde, so viele Werte. Sie vermitteln, dass sich Menschen wieder aufrichten können, zumindest geistig", würdigte er. "Durch Ihren Dienst machen Sie die Liebe Gottes erfahrbar."


Modellprojekt Kronach

Die Geschäftsführerin Cornelia Thron unterstrich, dass ganz bewusst die Feier mit den betreuten Menschen an den Beginn aller Jubiläumsveranstaltungen gestellt wurde. Dabei stellte sie fest, dass es die Kronacher Sozialstation vier Jahre vor dem Caritas-Kreisverband gab. Kronach sei innerhalb eines Modellprojekts mit insgesamt zehn Sozialstationen die erste in Bayern gewesen. "Allen, die täglich unterwegs sind, ein herzliches Vergelt's Gott."


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