Gößweinstein

Die Burg Gößweinstein soll gastronomischer Anziehungspunkt werden

Josef Hofbauer Fünf bis sechs Millionen Euro wären notwendig, um die in den 90er Jahren vom Gemeinderat Gößweinstein diskutierte Seilbahn von Behringersmühl...
Artikel drucken Artikel einbetten
Anette Kramme im Gespräch mit "Burgherr" Thomas Pleiner.
Anette Kramme im Gespräch mit "Burgherr" Thomas Pleiner.
Josef Hofbauer

Fünf bis sechs Millionen Euro wären notwendig, um die in den 90er Jahren vom Gemeinderat Gößweinstein diskutierte Seilbahn von Behringersmühle hinauf zur Burg Gößweinstein zu realisieren. "Diese Idee hat Charme und Potenzial", zeigte sich Kramme spontan begeistert. Zunächst aber kämpft Thomas Pleiner, Geschäftsführer der Burg Gößweinstein, die seine Frau Janina, sowie deren Schwestern Monika und Eva Layritz 2013 vom damals verstorbenen Burgherrn Michael Freiherr von Sohlern geerbt haben mit der Finanzierung der Voruntersuchungen, Basis für ein Nutzungskonzept. Die Unterhaltskosten für das Ortsbild prägende Objekt, sollen über eine Erlebnisgastronomie hereinkommen, doch im Moment sind Hochzeiten und alle anderen Events auf der Burg verboten. "Der Brandschutz macht uns da am meisten zu schaffen", erklärt Pleiner, der es immerhin geschafft hat, zusammen mit dem neun Mitglieder zählenden Burgenverein eine Toilettenanlage errichten zu lassen. Auch ein kleiner Imbiss ist für jene Gäste entstanden, die die Burg aus dem elften Jahrhundert besichtigen wollen.
Ein weiteres Problem: Der kulturhistorische Wert des denkmalgeschützten Gebäudes mit Treppengiebeln, Vorhof, Treppenaufgang, Zwinger, Turm und schmalem Nebentrakt sowie einer Burgkapelle hält sich in Grenzen. Es ist eine Burg unter vielen. Sie wurde mehr als 700 Jahre als Verwaltungssitz der Bamberger Bischöfe genutzt, ehe sie 1875 an Edgar Freiherr von Sohlern verkauft wurde. "Glücklicherweise denkt der stellvertretende Referatsleiter des Landesamtes für Denkmalpflege in Bamberg, Robert Pick, pragmatisch", freut sich Pleiner. Auch die Denkmalschützer hätten erkannt, dass so ein Objekt nur erhalten werden könne, wenn damit auch Einnahmen generiert werden könnten. An Ideen mangelt es nicht. So schwebt Pleiner ein Glas-Rundgang rund um die Burg vor. Für Hochzeitsgäste hält der Geschäftsführer der Burg auch kleine Ferienwohnungen im Hangbereich für denkbar. "Doch für die Banken ist eine Burg ein Risiko-Objekt", bedauert Pleiner.
Deshalb gelte es zunächst, die fehlenden 20 000 Euro für die Voruntersuchungen, die Basis für ein Nutzungskonzept, aufzutreiben. Auch dabei sagte Anette Kramme ihre Hilfe zu. Erste Adressen seien hier Stiftungen. "Sie glauben gar nicht, wie viele Stiftungen es gibt und wie breit der Stiftungszweck angelegt ist", erklärte Kramme. Sie bot dem neuen "Burgherrn" an, vermittelnd als Türöffnerin tätig zu sein.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren