Kloster Banz
Landwirtschaft

Die Bauern brauchen eine optimale Risikoabsicherung

Die Herausforderungen vor denen die Landwirtschaft heute steht, sind mit denen in früheren Zeiten nicht mehr vergleichbar. Extreme Wettereinflüsse wie Starkregen, Hagel, Frost oder Trockenheit beeinfl...
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Die Herausforderungen vor denen die Landwirtschaft heute steht, sind mit denen in früheren Zeiten nicht mehr vergleichbar. Extreme Wettereinflüsse wie Starkregen, Hagel, Frost oder Trockenheit beeinflussen maßgeblich den wirtschaftlichen Erfolg.

"In guten Jahren hatten die Bauern eine Ernte auf dem Feld, eine in der Scheune und eine auf der Bank", erklärte BBV-Kreisobmann Michael Bienlein. Was früher als eine Art Bauernregel für eine Risikoabsicherung galt, reicht heute bei Weitem nicht mehr aus. "Darum braucht es ein einzelbetriebliches Risikomanagement, das jeder Betrieb optimieren sollte", so der Kreisobmann. Bei der Veranstaltung "Aktuelle Markteinflüsse und Risikomanagement in der Landwirtschaft" auf Kloster Banz gab es Tipps und Anregungen, eine Kooperationsveranstaltung der Sparkasse Coburg-Lichtenfels mit dem Bayerischen Bauernverband für Landwirte aus beiden Landkreisen.

Extremereignisse auch zukünftig

Starkregenereignisse, die ganze Ernten wegschwemmen, Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle, die weite Landstriche verwüsten, oder Trockenphasen, wie sie gerade im Norden, Westen und Teilen des Osten auftraten und spürbare Ertragseinbußen für Landwirte brachten. Damit wird auch in Zukunft zu rechnen sein. "Die Landwirtschaft als Zukunfts- und Wachstumsmarkt wird von den Extremereignissen am stärksten betroffen sein. Denn 80 Prozent des Ertrags hängen vom Wetter ab", erklärte Raimund Lichtmannegger, Leiter der Hauptabteilung Landwirtschaft der Versicherungskammer Bayern. Auch in Zukunft müssen Landwirte mit einem zunehmenden Wechsel von Wetterereignissen rechnen. "Eine Absicherung der Ernte gegen Wetterextreme ist möglich", lautet die Erkenntnis des Experten. Aktuell sind etwa 72 Prozent der Ackerfläche gegen Hagel versichert, aber nur ein verschwindend geringer Teil gegen Katastrophenschäden wie Trockenheit oder Überschwemmung. Zudem soll es ab dem 1. Juli keine staatlichen Soforthilfen nach Naturkatastrophen mehr geben. "Versichern Sie nicht erst, wenn das Wasser vor der Tür steht oder der Hagelzug im Anmarsch ist", riet Lichtmannegger den rund 80 Landwirten und Zuhörern.

Philipp Schlake Direktionsbevollmächtigter Landwirtschaft stellte den "Ernteschutz- Vario" vor. Die Vollkasko-Versicherung für den neuen Pkw sei selbstverständlich, aber bei der Ernte sei man deutlich risikofreudiger. Zunehmende Wetterextreme, Spezialisierung und steigender Versicherungsbedarf über die Gefahr Hagel hinaus machten eine Eigenvorsorge in Zukunft noch wichtiger.

"Gehen Sie nicht erst zu Ihrer Bank, wenn Sie Geld brauchen. Gehen Sie vorher hin", erklärte Doreen Albrecht, Teamleiterin Landwirtschaft der Deutschen Kreditbank (DKB). Das setze die Bank nur unnötig unter Zeitdruck. Albrecht gab einen Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft und über Marktentwicklungen und -einflüsse. Die DKB mit mehr als 100 Kundenbetreuern, darunter 35 Diplom-Agraringenieure und fünf Verfahrensingenieure, bedient über 5200 Landwirtschaftskunden bei einem Marktanteil von über 50 Prozent vor allen in den neuen Bundesländern. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 60,5 Hektar und liegt deutlich über der im Landkreis Lichtenfels mit 26,3 Hektar. Aufgrund der steigenden Exportnachfrage durch China und Japan prognostiziert Albrecht einen höheren Milchpreis für das laufende Jahr.

Die Landwirtschaftsberater der Sparkasse, Michael Schmidt, Jens Eisele und Steffen Thees, stellten ein Risikomanagement unter praktischen Gesichtspunkten vor. Was versichert werden soll, müsse ganz individuell nach den Erfordernissen des Betriebes abgeklärt werden. Zum Risikomanagement zähle auch eine Planung für den Notfall, wenn der Betriebsleiter durch Krankheit oder gar durch Tod ausfällt. Auch über eine Hofübergabe an die nächste Generation sollten sich Landwirte rechtzeitig Gedanken machen.



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