Herzogenaurach

Die Altlasten werden beseitigt

Reste von Lösungsmitteln einer früheren chemischen Reinigung in der Steggasse belasten noch immer das Grundwasser. Eine spezielle Anlage in einem Container an der Aurachmauer macht den Schadstoffen den Garaus.
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Direkt an der Mauer zur Aurach wird der Container für die Grundwasser-Sanierung der ehemaligen Reinigung aus der angrenzenden Steggasse aufgestellt. Mehrere Jahre soll die Anlage dort in Betrieb sein.  Foto: Bernhard Panzer
Direkt an der Mauer zur Aurach wird der Container für die Grundwasser-Sanierung der ehemaligen Reinigung aus der angrenzenden Steggasse aufgestellt. Mehrere Jahre soll die Anlage dort in Betrieb sein. Foto: Bernhard Panzer
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Bernhard Panzer Mindestens zwei, vielleicht aber auch zehn Jahre oder länger wird ein Container von der Größe einer Fertiggarage die Grünfläche neben der Aurachmauer an der Tuchmachergasse "verschönern". Er wird zum Monatsende aufgestellt und beherbergt eine maschinelle Anlage zur Grundwassersanierung. Diese Maßnahme ist erforderlich, um die Altlasten einer einstigen chemischen Reinigung in der Steggasse zu beseitigen.

Seit Jahrzehnten schon plagt sich die Stadt mit Spuren von Lösungsmitteln herum, die damals ins Grundwasser gelangten. Ende der 80er Jahre hat die Textilreinigung ihren Betrieb eingestellt, der Schaden wurde erstmals 1986 festgestellt, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt. Drei Jahre später begann dann die Sanierung über einen extra Brunnen. Das Grundwasser wurde mittels Aktivkohle saniert, bevor es in die Aurach geleitet wurde.

2014 ging's wieder los

Hauptschadstoff war zu diesem Zeitpunkt Tetrachlorethen, auch unter dem Namen Per bekannt. Es gehört zu den leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW). Dessen Konzentration betrug zu Sanierungsbeginn 5800 Mikrogramm pro Liter, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt. Bis 2013 sank die Schadstoffbelastung unter den Grenzwert von 100 Mikrogramm, der fürs Einleiten in die Aurach gilt. Deshalb konnte auf eine Filteranlage verzichtet werden, das Grundwasser wurde daher ohne Filterung in die Aurach geleitet. Im Jahr 2014 folgte dann die Hiobsbotschaft: Es kam erneut zu einem deutlichen Anstieg der Schadstoffbelastung.

Gutachten hatten ergeben, dass der erneute Anstieg der Schadstoffkonzentration vermutlich auf den Umbau des Gebäudes - jetzt ist in dem früheren Kommunbrauhaus und der späteren Reinigung ein Wohnheim der Lebenshilfe untergebracht - zurückzuführen ist. Damals stieg der Grundwasserspiegel wieder an und löste in zuvor trockengelegten Bereichen weitere Schadstoffe. Eine Ursache von außerhalb konnte aber ausgeschlossen werden, wie Hacker sagte.

"Wir hatten gehofft, dass es schon vorbei ist", beschrieb Bürgermeister German Hacker die Situation von 2014 bei einem Ortstermin am Montag an der Aurach. Dem war aber nicht so. Also musste erneut gehandelt werden. Beschlossen wurde die Installation einer Sanierungsanlage und die Wiederaufnahme der Grundwassersanierung.

Geologe mit vor Ort

Diese Anlage, eine so genannte Kompaktstripanlage, wird zum Monatsende geliefert und aufgestellt. Die Zuleitungen sind bereits gelegt, das Fundament ist betoniert. Die Anlage ruht in einem sechs Meter langen, drei Meter breiten und ebenso hohen Container, der eine Schalung aus widerstandsfähigem Lärchenholz erhält. Das Bauwerk sollte also möglichst wenig auffallen, muss es doch Jahre dort stehen. Sollte es 20 Jahre dauern, so scherzte Hacker vor Ort, "dann setzen wir halt ein Türmchen drauf".

Vor Ort waren auch der Geologe Norbert Erhardt-Süß und Clarissa Kellner von der Firma Züblin Umwelttechnik aus Nürnberg. Das Unternehmen hat den Zuschlag zur Errichtung der Anlagentechnik erhalten. Das gereinigte Grundwasser wird nicht in den städtischen Kanal, sondern direkt in die Aurach abgeleitet.

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