Steinberg
Tag des offenen Denkmals

Die alte Schlosskirche steht auf den Resten einer Meranierburg

Steinberg —  Zum "Tag des offenen Denkmals" bestand im Anschluss an das Konzert in der Kirche Alt-Pankratius in Steinberg die Möglichkeit, bei Führungen das Gotteshaus zu besichtigen. Die Kirche Alt-P...
Artikel drucken Artikel einbetten
Blick in die Kirche Alt-Pankratius in Steinberg Foto: Heike Schülein
Blick in die Kirche Alt-Pankratius in Steinberg Foto: Heike Schülein

Steinberg —  Zum "Tag des offenen Denkmals" bestand im Anschluss an das Konzert in der Kirche Alt-Pankratius in Steinberg die Möglichkeit, bei Führungen das Gotteshaus zu besichtigen. Die Kirche Alt-Pankratius ist das älteste Gebäude von Steinberg und steht auf dem "Schlossberg", einem Bergkegel nordwestlich über dem Ort.

Die geschichtsträchtige alte Schlosskirche - Überbleibsel einer Meranierburg - wurde nach umfangreichen Renovierungsarbeiten 2004 neu eingeweiht. Im Rahmen der Sanierung der Pfarrkirche St. Pankratius - im Herbst 1999 und im Sommer 2000 - fanden Grabungen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege statt. Ziel war es, die einzelnen Bauphasen der Kirche zu ermitteln und Mauerwerk der ehemaligen Burg nachzuweisen. Bislang konnten mehrere Bauphasen am Mauerwerk im Kirchenkeller unterschieden werden, wobei für deren erste Phase eine Datierung in das 11. oder 12. Jahrhundert angenommen werden kann.

Besonders aufschlussreich waren die Befunde im Außenschnitt, wo die Außenschale der Bauphase noch in fünf Lagen erhalten ist. Wahrscheinlich stand an der Stelle der Pfarrkirche seit dem 11. oder 12. Jahrhundert ein Gebäude, dessen Form und Ausmaße sich über die Jahrhunderte hinweg immer wieder - bis hin zur heutigen Kirche des 17. Jahrhunderts - änderte. Auf die frühere Nutzung der Burgstelle wiesen Metallfunde hin, so unter anderem Armbrustbolzen.

Steinberg wurde zum ersten Mal in einem "Verstiefterbrief” um 1150 erwähnt. Darin ist die Rede von einer Burg auf dem Schlossberg. Aus dieser Lahmer Filialkirche entstand die heutige "Alte" Pfarrkirche.

Nachdem sie nicht mehr für die hiesige Bevölkerung ausreichte, plante man deren vollständigen Abriss und die Errichtung einer neuen Kirche an gleicher Stelle, was vom Landesamt für Denkmalpflege abgelehnt wurde. Auch dem von der Kirchenstiftung geplanten Erweiterungsbau nach Süden wurde nicht zugestimmt. So begann man um 1911 mit dem Neubau einer größeren Pfarrkirche auf dem Pfarrgarten, die am 11. August 1913 eingeweiht wurde. Danach wurde die "Alte Kirche" nur notdürftig erhalten. Im September 2000 wurde ein Sanierungskonzept für die Kirche erstellt mit Baukosten von rund 500 000 Euro. 2000 bis 2004 erfolgte die Renovierung von Alt- Pankratius, bevor sie am 12. September 2004 wieder eingeweiht wurde.

Besonders an Alt-Pankratius ist die Tatsache, dass das 2. Vatikanische Konzil spurlos an ihr vorbeigegangen ist, weil kein Gottesdienst mehr darin gefeiert wurde. So blieben Eingriffe im Innenraum aus. In der Kirche sind seltene Schablonenmalereien sowie Fresken vorhanden, die durch dicke Kalkanstriche verdeckt und geschützt werden. An der Nord-, Ost- und Südwand reichen von der Decke bis zum Sockel Heiligendarstellungen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Eine Bildszene neben der Tür zur Sakristei ist fragmentarisch sichtbar: Ein Kruzifix, von zwei Personen flankiert, eine liegende Person und zwei Wappen. Der älteste Teil des Hochaltars stammt aus dem Jahr 1689; die heutige Ausstattung - der marmorierte Holzaufbau und der Drehtabernakel - aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren