Höchstadt a. d. Aisch

Die Aisch fließt trotzdem

Das Versiegen der Quelle ist dem Fluss auf seinem Abschnitt im Kreis Erlangen-Höchstadt nicht mehr anzumerken. Ein wasserreicher Winter könnte helfen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Quelle der Aisch bei Burgbernheim sprudelt nicht mehr. Ob dieser Zustand von Dauer ist, muss sich zeigen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Die Quelle der Aisch bei Burgbernheim sprudelt nicht mehr. Ob dieser Zustand von Dauer ist, muss sich zeigen. Foto: Daniel Karmann/dpa
+1 Bild

Andreas Dorsch Das Versiegen der Aischquelle hat in den vergangenen Tagen ein überregionales Medienecho ausgelöst. Müssen die Bewohner des Aischgrunds jetzt bald an einem austrocknenden Flussbett leben? Nein, sagen die Experten. Dem Wasserstand der Aisch im Raum Höchstadt wird man das Austrocknen ihrer Quelle nicht anmerken.

Lebensraum wandelt sich

Das Versiegen habe für die Aisch auf ihrem Abschnitt im Landkreis Erlangen-Höchstadt und weiter flussabwärts keine Auswirkungen, sagt Thomas Keller. Er ist Leiter des Wasserwirtschaftsamtes in Ansbach, in dessen Zuständigkeitsbereich die Quelle der Aisch liegt. Aber im Quellbereich, der jetzt trocken ist, verändere sich der Lebensraum von Tieren und Pflanzen schon.

"Wir können nur abwarten, was das Wetter macht", sagt Keller. Er hält es durchaus für möglich, dass die Aischquelle auch wieder einmal sprudelt. In den letzten Jahren registrierte man ein deutliches Niederschlagsdefizit. 2018 sei extrem trocken gewesen und 2019 war nicht viel besser. Der unterirdische Druck in den Grundwasserschichten reicht einfach nicht mehr. Die Aischquelle ist nicht die einzige, die kein Wasser mehr liefert. Alle Quellen auf der Frankenhöhe lagen bei null.

Um die obersten Grundwasserstockwerke wieder aufzufüllen, bräuchte man laut Keller einen wasserreichen Winter, am besten mit viel Schnee. Bei zuviel Regen auf einmal würde das Wasser schnell abfließen und nicht versickern.

Ob der Gipsabbau nordöstlich von Burgbernheim für das Versiegen der Aischquelle verantwortlich ist, soll durch den Bau von fünf Grundwassermessstellen im Umfeld des Gipsabbaugebietes herausgefunden werden.

Ob die Aischquelle noch einmal sprudelt oder nicht? - für Thomas Keller ist das ebenso ein Zeichen des Klimawandels wie für seinen Kollegen Ulrich Fitzthum, dem Leiter des Nürnberger Wasserwirtschaftsamtes. In dessen Obhut liegt die Aisch im Kreis Erlangen-Höchstadt. Auch Fitzthum prognostiziert hier "keine messbaren Auswirkungen".

Wasser fließt zu schnell ab

Die Jahresmenge der Niederschläge sei in den vergangenen 60 Jahren zwar gleich geblieben, habe sich jedoch auf weniger Ereignisse verteilt. Bei mehr Starkregen fließe das Wasser oberflächlich schnell ab, was sich auf die Grundwasser-Neubildung negativ auswirke, stellt Fitzthum fest.

Keine Hysterie verbreiten möchte Klaus Müller, Vorsitzender des Höchstadter Fischereivereins. Die Dauergäste am Aischufer können mit der Wassermenge noch gut leben. Die vielen Zuflüsse und Bäche bringen genügend Nachschub. Allerdings stellen die Fischer fest, dass es nicht mehr so viele Hochwasser gibt wie früher.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren