Sand am Main
Juniorenfussball

DFB-Stützpunkt Sand auf Spuren der Profifußballer

Drei Tage lang waren 33 Spieler und fünf Trainer des DFB-Stützpunkt Haßberge im Chiemgau unterwegs. Neben Spielen und Trainingseinheiten standen auch Besuche im Deutschen Fußball Internat in Bad Aibli...
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Aufmerksam lauschen die Jungs den Ausführungen beim Besuch im NLZ von RB Salzburg.
Aufmerksam lauschen die Jungs den Ausführungen beim Besuch im NLZ von RB Salzburg.
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Drei Tage lang waren 33 Spieler und fünf Trainer des DFB-Stützpunkt Haßberge im Chiemgau unterwegs. Neben Spielen und Trainingseinheiten standen auch Besuche im Deutschen Fußball Internat in Bad Aibling und bei Red Bull Salzburg auf dem Plan.

"Die Eltern zahlen mehr als 20 000 Euro je Schuljahr." Das Staunen in den Gesichtern der Jungs vom DFB-Stützpunkt Sand war unübersehbar, als sie die Zahl hörten, die ihnen Simon Heumann gerade genannt hatte. Der 18-Jährige, einst selbst Spieler am Stützpunkt, absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr am Deutschen Fußball Internat (DFI) und engagiert sich dort im pädagogischen Bereich und als Trainer. Der Unterhohenrieder ließ es sich nicht nehmen, seine "Nachfolger" aus der alten Heimat über das ehemalige Kasernengelände zu führen, auf dem seit 2013 das DFI untergebracht ist, das von der U13 bis zur U19 gut 100 Spieler aus Deutschland, aber auch aus Indien, Australien oder China beherbergt. Die Stützpunkt-Spieler der Jahrgänge 2004 bis 2006 durften einen Blick hinter die Kulissen der Einrichtung und in den Internatsalltag werfen.

Höhepunkt der drei Tage war sicherlich der Besuch im Nachwuchsleistungszentrum von RB Salzburg in Liefering. Seit vier Jahren sind dort 130 Kinder und Jugendliche, die auf eine Zukunft als Profi im Eishockey oder Fußball vorbereitet werden, untergebracht. Ein bis zwei Spieler sollen es jedes Jahr in den Kader von RB Salzburg oder zumindest des Farmteams FC Liefering schaffen.

"Die Ausstattung ist absolut top. Es wird aber auch sehr viel von den Jungs verlangt", imponierte nicht nur DFB-Stützpunkt-Trainer Dirk Bauer das Angebot, das der Verein seinem Nachwuchs in einem der modernsten Trainingszentren in Europa macht. Eine Soccerhalle mit Kunstrasenfeld, 30 Spinning-Räder, zwei Eishockeyhallen, 25 Umkleidekabinen oder ein mehrere Hundert Meter langer Motorikparcours mit zahlreichen Balance-, Kraft- und Koordinationsgeräten hinterließen Eindruck.

"Wer von euch will mal Profi werden?" Als am Ende der Führung diese Frage gestellt wurde, gingen gerade einmal bei vier bis fünf der 33 Jungs die Arme nach oben. Der Rest war ein wenig nachdenklich geworden. Ist der Beruf des Fußballers wirklich ein Traumjob oder muss dafür vielleicht auf zu viel verzichtet werden? "Talent ist das eine, der Willen es nach ganz oben zu schaffen das andere", sagt Bauer. "Auch wir haben Erwartungen an unsere Jungs. Aber mindestens genauso wichtig ist es, dass der Spaß am Fußball und die Lust darauf, zu spielen und zu trainieren, erhalten bleibt." mh



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