Steinwiesen

Deutlich mehr als Träumereien

Am 12. November steht der "Tag der offenen Kirchentür" im Seelsorgebe- reich Oberes Rodachtal an - und die Organisa- toren haben sich einiges einfallen lassen.
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Höhepunkt des "Tages der offenen Kirchentür" wird das Konzert von Starviolinist Michael Grube. Foto: privat
Höhepunkt des "Tages der offenen Kirchentür" wird das Konzert von Starviolinist Michael Grube. Foto: privat
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 Wer die Pfarrkirche "Mariae Geburt" in Steinwiesen kennt, weiß, welch gute Akustik in diesem Gotteshaus zu finden ist. Nicht nur die Orgel tönt gewaltig durch das Kirchenschiff, auch der Gesangverein und die Musikkapelle können sich immer wieder von dem herrlichen Klang in der Kirche überzeugen und nehmen die Gelegenheit zu Konzerten oder Gottesdienstbegleitungen gerne wahr.
 Am Sonntag, 12. November, gastiert nun der Starviolinist Michael Grube im Rahmen des Tages der offenen Kirchentür in der Pfarrkirche "Mariae Geburt" in Steinwiesen. Das Konzert, in dem Grube violonistische Träumereien aus vier Jahrhunderten spielt, beginnt um 17 Uhr. Zu hören sein werden unter anderem Werke von Stamitz, Paganini oder Johan Sebastian Bach. Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden werden allerdings gerne angenommen.


Ausbildung bei zwei Legenden

Grube ist ein wahrer Meister des Violinspiels und wird auch als "Magier der Violine" bezeichnet. Er verblüfft mit inspirierter Hingabe und seelischer Tiefe seiner Interpretationen. Als Ausdrucksmittel dient ihm seine über 300 Jahre alte Violine - ein Meisterwerk der Geigenkunst aus der Cremoneser Werkstatt von Niccoló Amati aus dem Jahr 1683.
Weltweit gilt Grube als einer der bedeutendsten Geiger der Gegenwart. Seine Ausbildung erhielt er von den legendären Welt-Geigern Henryk Szeryng und Max Rostal. Geboren wurde Michael Grube in Überlingen am Bodensee, lebt inzwischen jedoch in Ecuador und geht jährlich für ein halbes Jahr auf Europatournee.
Sein Auftritt ist zwar der Höhepunkt des Tages der offenen Kirchentür im Seelsorgebereich Oberes Rodachtal, es gibt freilich aber noch einiges mehr zu sehen: Diesmal öffnet ab 13.30 die Pfarrkirche "Mariae Geburt" ihre Pforten mit einer Kirchenführung durch Kirchenpfleger Walter Schmittdorsch. Anschließend kommt unter der Regie von Brigitte Geiger das Legendenspiel "Maria im Schnee" zur Aufführung. Es wird anschaulich gezeigt, warum Mariae Geburt dort steht, wo sie heute steht.


Beliebte Pilgerstätte

Das Gotteshaus "Maria Geburt" wird auch "St. Marien im Schnee" - das "Santa Maria Maggiore" des Frankenwaldes genannt. Dieser Name erklärt sich einer alten Sage nach durch ein Schneewunder wie bei St. Maria Maggiore in Rom. Man war sich beim Bau der Kirche über deren Standplatz nicht einig, als das Wunder geschah: In der Sommerzeit lag an der Stelle, wo jetzt die Kirche steht, blütenweißer Schnee. Die Schneedecke grenzte genau die Größe der zu erbauenden Kirche ab. Man sah in diesem Wunder einen Wink des Himmels, baute hier die Kirche und gab ihr den Namen "Maria im Schnee".
Seit Jahrhunderten pilgern immer wieder Wallfahrer nach Steinwiesen und verehrten ein Gnadenbild, das zum Dank an die Standortfestsetzung gestiftet wurde und bei dem sich viele Wunder ereignet haben sollen.
Nach dem Legendenspiel singen die Kinder des Kindergartens St. Marien aus Steinwiesen einige Lieder.  Ab 14 Uhr gibt es im Pfarrsaal Kaffee und Kuchen und eine Bildergalerie mit Fotos aus dem Leben der Pfarrei. Es werden Ereignisse lebendig, die die Pfarrei geprägt haben, Vereine werden sich wiedererkennen und Bilder der Bauarbeiten gibt es auch zu sehen.
Die Pfarrkirche in Steinwiesen ist der Mutter Gottes geweiht. Aus diesem Grund wird um 15.30 Uhr in der Kirche das Marienlob stattfinden, gestaltet von Harald Ulbrich und den Wortgottesdienstleitern des gesamten Seelsorgebereiches. Anschließend greift dann Grube zu seiner historischen Geige, um mit seinem Konzert den musikalischen Schlusspunkt zu setzen.
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