Coburg

Design oder nicht sein

Die Veranstaltungsreihe "Erfolg durch Design" bringt Kreative und Unternehmer in den Dialog. Bei der Firma Kaeser in Coburg wurde deutlich: Auch Kompressoren müssen optisch gut gemacht sein.
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Wer Patente hat, braucht kein Design. Das dachte lange Jahre auch Carl Kaeser. Selbst bei den Designtagen Mitte der 80er Jahre vertrat der erfolgreiche Unternehmer seinen Standpunkt immer wieder. Einer, der sich gut daran erinnert, ist Professor Auwi Stübbe, Vorsitzende des Coburger Designforums Oberfranken.

Doch er muss lachen. Denn die Zeiten haben sich geändert - auch für Kaeser Kompressoren. Auwi Stübbe steht zusammen mit dem zweiten Vorsitzenden Reiner Kober und etwa 50 Unternehmern und Designern im fünften Stock des neuen gläsernen Geschäftshauses der Firma Kaeser. "Erfolg durch Design" heißt die Veranstaltungsreihe, die das Designforum organisiert. Es geht dabei ums Netzwerken, um den Dialog. "Vor allem der Mittelstand nehme sich oft nicht die Zeit für Design", sagt Reiner Kober. Zu unrecht, wie Thomas Kaeser, Chef des Familienunternehmens heute sagt. "Wir wären nicht da, wo wir sind, wenn wir nicht irgendwann Design groß geschrieben hätte", gibt er zu und fordert: "In jedes Unternehmen gehört ein Designer!" Kaeser Kompressoren ist einer der weltweit führenden Hersteller und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich Druckluft. Auf der ganzen Welt beschäftigt das Unternehmen rund 6000 Mitarbeiter. Tendenz steigend.

Es war die Erfahrung, dass sich ein Kompressor mit 40 Prozent mehr Effizienz erst hat verkaufen lassen, nachdem sich die Optik gegenüber dem Vorgängermodell geändert hatte. "Man musste dem Kompressor ansehen, dass er leiser ist", sagt Kaeser und verweist auf optisch dickere Türen.

Innovative Kontaktbörse

"Design muss nicht schön sein, es muss die Eigenschaften des Produktes sichtbar machen", philosophiert der Unternehmer. Die jungen Kreativen aber auch Altmeister Stübbe schmunzeln wohlwissend.

Gesprächsstoff gibt es nach den Worten Kaesers und einem anschließenden Rundgang durch die neue Produktionshalle genug. Ob Pralinenhersteller, Porzellanhändler, Projektmanager oder Innenarchitekt, die Männer und Frauen inspirieren sich gegenseitig. Ein bisschen Selbstdarstellung, aber auch ganz viel Neugier auf neues agiles Arbeiten, auf kreative Umsetzung und modernes Produktdesign machen die Veranstaltungsreihe zu einer innovativen Kontaktbörse mit Erfolgsgarantie.

Charmant moderiert von Uli Noll geht es dann im Februar zu Kober-Porzellan nach Steinwiesen.



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