Igensdorf

Desaster mit der Lindelberghalle

Die Jungen Bürger Igensdorf befragten die vier Bürgermeisterkandidaten über die Finanzsituation der Gemeinde. Wie soll es mit der Mehrzweckhalle weitergehen?
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Die Lindelberghalle ist ein Sanierungsfall.  Fotos: Petra Malbrich
Die Lindelberghalle ist ein Sanierungsfall. Fotos: Petra Malbrich
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Eine 20-fach höhere Pro-Kopf-Verschuldung in der Marktgemeinde Igensdorf innerhalb von zwei Jahren: Die Jungen Bürger (JB) machen das Desaster um die Lindelberghalle dafür verantwortlich. Wie soll es weitergehen und wie stehen die einzelnen Bürgermeisterkandidaten dazu, das wollten sie gerne erfahren. Deshalb haben sie in ihrer Aufstellungsversammlung für die Kommunalwahl alle vier Bewerber um den Rathaussessel zu einer kleine Podiumsdiskussion eingeladen.

Ein Ja mit Einschränkungen

Die erste Frage lautete: Ja oder Nein zur Lindelberghalle? Drei Kandidaten sagten Ja. "Ja, mit Einschränkungen", meinte Edmund Ulm (CSU). Den finanziellen Hintergrund müsse man seiner Meinung nach in den Griff bekommen und dazu in den Dialog mit den Bürgern treten. Ab Mai, wenn der neue Rathauschef sein Amt antrete, könnten alle Unterlagen zur Halle gesichtet werden, etwa, was beantragt wurde und was noch abgearbeitet werden müsse. Mit möglichen Investoren habe Ulm bereits gesprochen. Auch eine Bürgerbeteiligung an der Halle kann er sich vorstellen oder einen Neuanfang beim Ausbau.

"Ja, aber finanzierbar zu Ende bringen", bekannte Barbara Poneleit (Grüne). Dazu müsse abgeklärt werden, wie viele Vereine für wie viel Zeit die Halle nutzen. Ein Kandidat der Grünen-Gemeinderatsliste habe sich die Unterlagen in der Verwaltung geholt und die Pläne überarbeitet. Dies werde in der nächsten Gemeinderatssitzung vorgestellt werden.

"Ja, ohne Einschränkung" sagte Uwe Zollikofer (Igensdorfer Umland/IU). Die Halle sei 40 Jahre alt und jeder Hausbesitzer wisse, dass nach dieser Zeit Sanierungen stattfinden müssten. Wer das vernachlässige, müsse eine Generalsanierung durchführen. So sei es nun bei der Halle. Allerdings spricht er von drei Abschnitten. Der erste Teil sei die einfach realisierbare Veranstaltungshalle. "Wir brauchen nicht alles vom Feinsten", meinte Zollikofer. Über Agenturen könne eine Belegung tagsüber festgesetzt werden. Dann erst könne man sich den beiden anderen Teilen widmen, der Wirtschaft und dem Untergeschoss. Da würde auch die Frage einer anderen Nutzung überprüft werden.

Ein "Jein" gab der Freie-Wähler-Kandidat Hartmut Kreisl als Antwort. Die Entscheidung sollten die Bürger treffen, denn sie seien es, mit deren Geld die Halle saniert werden würde. "Die Steuergelder sind nur einmal da", sagte Kreisl. Wird das Geld der Steuerzahler nun in die Halle gesteckt oder damit beispielsweise die Schulturnhalle ausgebessert? Wie also soll das vorhandene Geld verwendet werden? "Wir müssen die Halle nicht übers Knie biegen. Ein Lokal ist nicht mehr da", meinte Kreisl, der deshalb diese schwierige Frage nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten wollte und dem Bürger, der das finanzieren muss, in seiner Entscheidung nicht vorgreifen möchte.

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