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Coburg

Der Wahlkampf ist eröffnet

Bereits vor der Nominierung von Thomas Apfel hingen in Coburg die ersten Plakate von ihm. Der OB-Kandidat führt auch die Stadtratsliste von "Pro Coburg" an. Derweil geben die Freien Wähler ihre Comeback-Pläne auf.
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Da brandete Jubel auf: Thomas Apfel (in der Mitte mit Ehefrau Judith und Tochter Marie) wurde als OB-Kandidat nominiert. Foto: Oliver Schmidt
Da brandete Jubel auf: Thomas Apfel (in der Mitte mit Ehefrau Judith und Tochter Marie) wurde als OB-Kandidat nominiert. Foto: Oliver Schmidt

Auftritte vor Publikum ist Thomas Apfel gewohnt. Doch der bei "Leise am Markt" am Donnerstagabend könnte einer der wichtigsten in seinem Leben sein. So ist Apfel unmittelbar vor der Nominierungsversammlung ungewohnt angespannt zu erleben, wie er selbst zugibt. Immerhin geht es um die Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters. Die Unterstützung der Wählergemeinschaft Pro Coburg (WPC) hat er. Als Apfel die Worte spricht "ja, ich will Oberbürgermeister von Coburg werden", ruft jemand von der Seite: "Du wirst es!"

Die Nominierung ist eigentlich Formsache (Tageblatt vom 10. Januar), denn schon lange ist bekannt, das Apfel antreten will. Auch der Wahlkampf ist schon angelaufen - Apfel persönlich bat per Postkarte um Ideen für Coburgs Zukunft. Und wenige Stunden vor seiner Nominierung hingen schon die ersten Großplakate mit seinem Konterfei. Auch die neue Homepage ist termingerecht fertig geworden. Mit der Nominierung wird Apfel ab sofort seinen Job als Radiomoderator und Journalist ruhen lassen, wie er ankündigte - und Wahlkampf machen.

Anders als Parteien wie SPD und Grüne können es sich die WPC mit der Verabschiedung ihrer Stadtratsliste leicht machen. Apfel und WPC-Vorsitzender Jürgen Heeb stellen anhand einer Präsentation an der Wand kurz die Kandidaten vor.

40 sind es; die anwesenden Mitglieder sind sogar vier mehr. Dabei zählen die WPC inzwischen 90 Männer und Frauen, wie Heeb stolz berichtete: Innerhalb von zwei Jahren habe sich die Wählervereinigung von 54 auf 90 steigern können; vor allem jüngere Leute seien dazu gestoßen. Frauen seien entsprechend ihres Mitglieder-Anteils bei WPC auf der Liste vertreten, sagt Heeb. Eine Quote hätten sich die WPC aber nicht verordnet. Catrin Brückner auf Platz 4 ist die höchstplatzierte der 13 Frauen auf der Liste. Vor ihr stehen Thomas Apfel als Spitzenkandidat sowie die Stadtratsmitglieder Jürgen Heeb und Peter Kammerscheid. Horst Geuter, der dritte WPC-Stadtrat, ist auf Platz 11, seine Tochter Jessica Heß wurde auf Platz 8 gesetzt.

Große programmatische Reden gibt es an diesem Abend nicht, von Apfels Bewerbungsrede abgesehen. "Coburg kann mehr" lautet der Slogan, der sich auf ziemlich alles anwenden lässt, was vorhanden ist, aber noch verbessert gehört. Baustellen gibt es genug, nicht nur im wörtlichen Sinne: Sanierung Landestheater, Globe, Sanierung Klinikkonzerns Regiomed.

Unter den Gästen befindet auch der stellvertretende Landrat Christian Gunsenheimer (Freie Wähler). Die WPC hießen auch Freie Wähler, bis sie den Landesverband verließen. Grund war, dass die Landesverbände auch einen Bundesverband gründen wollten. Die FW hatten immer damit geworben, keine Partei und vor allem lokal verankert zu sein. Das unterstreichen Jürgen Heeb und Thomas Apfel nach wie vor. Die Freien Wähler werden dem Coburger Ex-Verband aber keine Konkurrenz machen, wie Christian Gunsenheimer im Gespräch mit dem Tageblatt sagte. An einen eigenen OB-Kandidaten sei ohnehin nicht gedacht gewesen. Eine eigene Liste zur Stadtratswahl sei zwar sein Wunsch gewesen, doch der habe sich nicht umsetzen lassen, räumte Gunsenheimer ein.

Es dürfte daher dabei bleiben, dass zur Kommunalwahl in Coburg zehn OB-Kandidaten antreten und insgesamt zwölf Parteien und Gruppierungen in den Stadtrat wollen.

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