Bamberg

Der Tasche gilt ihre ganze Liebe

Die Bambergerin Ingrid Buresch sucht für ihren einmaligen Schatz einen würdigen Platz.
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Ingrid Buresch mit einem winzigen Teil ihrer umfangreichen Taschensammlung Foto: Barbara Herbst 
Ingrid Buresch mit einem winzigen Teil ihrer umfangreichen Taschensammlung Foto: Barbara Herbst 

Anette Schreiber Es bräuchte gar viele Schrankwände, würde Ingrid Buresch ihre Pretiosen auf diese Weise unterbringen wollen. Derzeit sind ihre über 2000 Exemplare fein säuberlich in Kartons bewahrt. Darauf systematisierte und detaillierte Beschriftungen, die Teil von Dokumentationen sind. So befasst sich wohl selbst der größte Taschen-Fan nicht mit diesem nicht mehr wegzudenkenden Tagesbegleiter.

Die Bambergerin nutzt Taschen nicht nur leidenschaftlich gerne. Sie befasst sich darüber hinaus so intensiv mit ihnen wie kaum jemand anderer. Der Tasche an sich gilt ihre Mission und sie speist ihre Vision: ihre Bedeutung in der Gesellschaft aufzuzeigen. Ihr geht es um eine Hommage an einen profanen Gegenstand und an die Frauen, die dieses Kulturgut gefertigt haben. Genau deswegen hat Ingrid Buresch weit über 2000 Exemplare zusammengetragen.

Die geschulte Pädagogin, die im aktiven Berufsleben Handarbeitsfach- und Seminarlehrerin war, wählt eine entsprechende Herangehensweise. Schließlich gehe es um die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des guten Stücks.

Intensive Recherchen

Diese hat die gepflegte Dame in intensiven jahrzehntelangen Recherchen erforscht. Der Freundeskreis regte vor etlichen Jahren an, sie möge ihr Fachwissen und ihre Sammlung, die einen Zeitraum von über 200 Jahren und eine Vielzahl von Ländern, Techniken und Materialien umfasst, doch einmal der Öffentlichkeit zugänglich machen. Was wäre da eine geeignetere Form als eine Ausstellung. Als Ingrid Buresch den Machern im Vorfeld der ersten Ausstellung - in Bad Kissingen - Einblick gab, hatten diese die Idee, Ingrid Buresch könnte das doch in ein Buch einfließen lassen.

Was sie tatsächlich tat. "Liebling der Frauen. Die Tasche im Wandel der Zeit" heißt das Werk, über das in der Zwischenzeit namhafte Museen in aller Welt verfügen. Das Oeuvre ist mittlerweile schon lange ausverkauft.

Die 78-Jährige hat alles ins Lebenswerk Tasche gesteckt, "auf vieles verzichtet", wie sie anmerkt, um mit ihrer Sammlung die Tasche, deren Geschichte und Bedeutung insbesondere für die Frau (auch in emanzipatorischer Hinsicht) zu einer möglichst umfassenden Zusammenschau werden zu lassen.

Räume angemietet

Logisch, dass man so einen Schatz nicht einfach so unterbringt. Die Taschenliebhaberin hat dafür eigens Räumlichkeiten angemietet. Aber was nutzt es, wenn er gut verpackt und beschriftet, und damit ungenutzt vor sich hinschlummert? Es gibt wohl kaum jemanden, der über Taschen so viel zu erzählen hat wie sie. Etwa über die berühmteste Taschenträgerin überhaupt - Königin Elisabeth II - oder was es mit dem Tascheninhalt so auf sich hat.

Bei den insgesamt drei Ausstellungen der Buresch-Sammlung in Franken - Bad Kissingen, Forchheim und Frensdorf - haben die Taschen die Besucherzahlen stets deutlich gesteigert. Was für Ingrid Buresch Beweis genug ist, dass Menschen sich für die Tasche an sich interessieren. In Europa gibt es überhaupt nur ein Taschen-Museum und zwar in Amsterdam. Da wäre die Region Bamberg doch ungleich leichter zu erreichen, meint sie humorvoll.

Benutzt die Taschen-Liebhaberin dieses Utensil? "Na und ob", meint sie resolut. Logischerweise nicht das älteste Exemplar aus der Zeit um 1800. Das lagert an einem besonderen Platz und wäre sicherlich ein Ausstellungs-Highlight.

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