Der Stadtrat hat so seine Zweifel

Die drei größten kommunalen Projekte besichtigten die Stadtsteinacher Kommunalpolitiker am Samstagnachmittag: den Bauhof, das Freibad und das Schulzentrum. Und sie haben so ihre Bedenken.
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Freiliegende Holzbalken gerade an der Wetterseite? Der Stadtrat hat Zweifel. Foto: Klaus Klaschka
Freiliegende Holzbalken gerade an der Wetterseite? Der Stadtrat hat Zweifel. Foto: Klaus Klaschka
Der Satdtsteinacher Stadtrat war am Samstag auf Tour und besichtigte die drei größten kommunale Projekte:
Die Arbeiten am Bauhof gehen sukzessive voran, die Erneuerung der Solaranlage am Freibad ist noch in der Konzept-Phase und die neue Turnhalle am Schulzentrum wird, wenn auch verspätet, langsam fertig. Durch ein defektes Heizungsrohr unter dem Fußboden war es zu Feuchtigkeitsschäden am Gebäude des Bauhofs gekommen.
Im Zug der ziemlich aufwendigen Beseitigung des Wasserschadens hatte der Stadtrat beschlossen, das ganze Gebäude gleich zu sanieren und bedarfsangepasst zu erweitern. Mit der Versicherung des Wasserschadens konnte einvernehmlich eine Verzahnung beider Projekte erreicht werden. Aktuell ist das Büro fertig und der Boden des Aufenthaltsraums neu gefliest. Im Rohbau fertig ist der Anbau von neuen Sozialräumen, die bis Wintereinbruch möglicherweise fertig werden können. Erneuert wird noch das gesamte Dach.
Neben dem bestehenden Gebäude entsteht auch noch eine Halle für Fahrzeuge, für die das Dach verlängert wird. Im Augenblick steht den Beschäftigten des Bauhofs ein WC-Häuschen vor dem Gebäude zur Verfügung und auf dem Gelände ein Container als einstweilige Brotzeitstube.
Nur andiskutiert haben die Stadträte vor Ort die notwendige Erneuerung der Solaranlage zur Beheizung des Wassers im Freibad. Die vorhandenen Solarmodule, Baujahr 1984, geben Stück für Stück den Geist auf. Für die Erneuerung der gesamten Anlage gibt es bereits ein unverbindliches Konzept der Firma MünchEnergie, das bereits zweimal im Stadtrat diskutiert wurde.


Zuschüsse klären

Bevor seitens des Stadtrats endgültige Beschlüsse für dieses Projekt gefasst werden können, wird derzeit die Möglichkeit von Zuschüssen geklärt. Möglicherweise aus dem EFRE-Programm der EU, was derzeit "in München" geprüft wird. Des weiteren vielleicht auch aus seit kurzem erst diskutierten Programmen der Staatsregierung für die Sanierung von Freibädern in Bayern.
"Doch das ist im Augenblick alles noch vage," sagte Bürgermeister Roland Wolfrum, so dass man "wahrscheinlich mit der alten Solaranlage noch im nächsten Jahr Vorlieb nehmen muss." Das bisher favorisierte Konzept sieht eine Anlage zur Stromerzeugung vor, über die der gesamte Freibad-Komplex beheizt werden und überschüssiger Strom ins allgemeine Stromnetz verkauft werden kann. Gesamtkosten vielleicht 800 000 bis eine Million Euro, für die die Stadt in einem Leasingkonzept unter Umständen im Monat unter 900 Euro aufwenden müsste. Wobei über die gesamte Laufzeit die neue Anlage durch den Verkauf überschüssigen Stroms sogar kostenneutral sein könnte.
Mit dem Bau der neuen Solaranlage müsste die Schreberjugend allerdings vom Schotterplatz hinter der jetzigen Anlage weichen. Die Berliner Schrebenjugend veranstaltet seit Jahren Zeltaufenthalte in Stadtsteinach. Ein Ersatzplatz ist bisher noch nicht gefunden. Allerdings, so Bürgermeister Wolfrum, hat jetzt Helmut Hildner angeboten, seinen Grund mit Bäumen und einem Weiher gleich neben dem Freibadgelände zur Verfügung zu stellen.
Im Verzug ist der Bau der neuen Turnhalle am Schulzentrum. Eigentlich sollte sie bereits mit Beginn des Schuljahres nutzbar sein. Weitestgehend fertig ist der sportlich Bereich, Umkleiden und Sanitäranlagen nur halb. Die Halle ist derzeit noch ohne Strom. Angeschlossen ist sie aber schon an die Heizung im Schulhaus.


Mit dem Dach nicht zufrieden

Nicht recht zufrieden waren die Stadträte mit der Dachgestaltung der Turnhalle. Freiliegende unbehandelte Holzbalken der Dachkonstruktion gerade an der Wetterseite? Außerdem beißt sich das rustikal anmutende Holz mit der ansonsten grau verblendeten Fassade und den Metall-Stützen für die Balken.
Zweifel gibt es auch an der offenen Konstruktion der Zuleitungsrohre für die Heizelemente an der Decke, insbesondere dann, wenn sie einmal einen "Bombenschuss" im sportlichen Getümmel abbekommt. Abgeklärt werden müsste auch noch, ob die überständigen Schrauben von der Dachbedeckung so bleiben sollen und wer den Furnierschaden an der Eingangstür zur Halle verursacht hat und beheben muss.
Mit der Sanierung des Schulgebäudes befasst sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag ab 19 Uhr im Rathaus.
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