"Er ist überaus innovativ", sagt Karsten Fischkal. Der Chef der Gemeinde Adelsdorf (FW) ist sich sicher, dass Markus Steger jede Schraube, jede Mauer und jeden Stein in "seiner" Kläranlage kennt. Denn in den vergangenen Jahrzehnten sei die Anlage praktisch komplett umgebaut worden. Jetzt konnte Markus Steger, der "Herr der Kläranlage", 25-jähriges Dienstjubiläum feiern.
Natürlich hat er vor 25 Jahren nicht als Betriebsleiter angefangen. Zuvor war Steger Gas- und Wasserinstallateur in Erlangen. Während seiner Wehrdienstzeit wurde die Stelle in der Adelsdorfer Kläranlage ausgeschrieben und er hat sich beworben.
Eingestellt hat ihn der damalige Bürgermeister Ewald Münch (CSU). Für Steger stand dann eine gründliche Ausbildung an: Zunächst der "Grundkurs Kläranlage", dann die Ausbildung zum Ver- und Entsorger und schließlich die zum Abwassermeister.
Heute hat der 47-Jährige mit drei Mitarbeitern die Abwasseranlage voll im Griff. "Er macht das mit sehr viel Herzblut", lobt Fischkal. Und der Bürgermeister freut sich, dass die Anlage "in einem Top-Zustand" ist. Sie bringe einen Reinigungsgrad von 98 Prozent, berichtet Steger. Der Adelsdorfer Betriebsleiter ist auch Obmann der Klärwärter im Landkreis und Gewässerschutzbeauftragter der Gemeinde. Steger sei immer auf dem neuesten Stand, lobt Fischkal. Er wisse immer, was abwassertechnisch Neues auf dem Markt sei. Früher habe die Kommune viel mit Ingenieurbüros gearbeitet. Heute könne das Fachpersonal in der Anlage ganz viel selbst machen.
Ein wichtiges Projekt für den Bürgermeister war die Umstellung der Anlage auf Plattenbelüfter, die das Kläranlagenpersonal zusammen mit der Firma Messner installiert hat. Zuvor sei mit Belüftungskerzen gearbeitet worden, die energetisch nicht so gut waren. Die Umstellung habe eine Energieeinsparung von rund vierzig Prozent gebracht.


Ein Großprojekt steht an

Nun, unabhängig vom Stromnetz ist die Anlage dadurch noch nicht. Aber was nicht ist, soll schon bald werden. "Ziel ist, dass wir stromautark werden", sagt Fischkal. Die Gemeinde plane in nächster Zukunft eines der größten Projekte in seiner Zeit als Bürgermeister: eine Hochlastfaulung zur Gas- und Stromerzeugung.
Durch diese Neuerung werden auch die Geruchsimmissionen aus der Welt sein. Wobei es derzeit keine Probleme mit Geruchsbelästigung gebe. Auch wenn Fischkal betont, dass es gewisse Immissionen immer geben wird.
"Eine Kläranlage ist schließlich keine Parfümfabrik", sagt er. Schon im nächsten Jahr soll es los gehen. Bei der Hochlastfaulung sei alles "eingepackt", was riecht. Mit dem Gas aus der Anlage werde eine Turbine zur Stromerzeugung betrieben.


Kapazität reicht aus

Keine Sorgen muss sich der Gemeindechef wegen der Auslastung der Anlage machen. Sie ist für 25 000 Einwohner ausgelegt und damit sei auch das neue Baugebiet Reuthsee "völlig unproblematisch" abgedeckt. Dem einstigen Bürgermeister Alfons Trapp (SPD) bescheinigt Fischkal viel Weitsicht. Er habe schon damals gewusst, dass Adelsdorf wachsen werde.