Bamberg

Der Sand im Getriebe knirscht gewaltig

Das WildWuchs-Theater bringt ab kommenden Dienstag Heiner Müllers "Die Hamletmaschine" auf die Bühne.
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Probenfoto von "Die Hamletmaschine" auf den Brettern des WildWuchs-Theaters im Palais Schrottenberg. Foto: p
Probenfoto von "Die Hamletmaschine" auf den Brettern des WildWuchs-Theaters im Palais Schrottenberg. Foto: p

Alle spielen Hamlet, rauf und runter! Das lässt sich das WildWuchs-Theater nicht zweimal sagen und schließt mit Heiner Müllers "Die Hamletmaschine" an die von den Machern selbst ausgerufenen inoffiziellen Hamlet-Festspiele an.

Und das Stück hat es in sich, wie die Theaterleute in ihrer Pressemeldung berichten: Mit einer kraftvollen Sprache und intensiven Bildern werden sowohl Shakespeare als auch Geschichte, Politik und das Theater selbst zerlegt und unerwartet neu zusammengesetzt. Der Sand im Getriebe knirscht gewaltig und das sei durchaus so gewollt, denn im Theater gehe es ja häufig um Reibung.

Während ein dröhnender Trauermarsch das Staatsbegräbnis von Hamlets Vater begleitet, träumt der Prinz von Dänemark davon, sozusagen im Spaziergang die Verhältnisse umzustoßen. Nicht nur die Stellschrauben sollen sich drehen, vielmehr muss der ganz große existenzielle Wurf her. Zur Not kann man ja immer noch das Kostüm an den Nagel hängen. Ophelia kämpft derweil mit den Symbolen ihrer Unterdrückung und schwelgt in apokalyptischen Visionen.

Es sei ein guter Zeitpunkt, Heiner Müller wieder auf die Bühnen zu holen, wo doch die "Gespenster der deutschen Vergangenheit" wieder laut an die Türen klopften, weiß man beim Bamberger WildWuchs-Theater: "Die ,informierte Ohnmacht' oder, wie es sich hier aufdrängt, das Hamletsche Zögern, kennen wir beim allgegenwärtigen Aktivismus, den gesellschaftspolitischen Bewegungen und den aufgekratzten Kommentaren im Internet nur zu gut." Ob es auf der Bühne wohl besser ausgeht? red

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