Herzogenaurach

Der "Rote Ochse" ist wieder da

Nach vier Monaten öffnet das beliebte Wirtshaus am Marktplatz spätestens zum Wochenende wieder. Es wird auch künftig fränkisch gekocht, kündigt Eigentümer und Wirt Lukas Alexiou an. Das Lokal wurde umgebaut.
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Bedienung Kirsten hilft bei der Vorbereitung des Lokals für die Wiedereröffnung.  Fotos: Bernhard Panzer
Bedienung Kirsten hilft bei der Vorbereitung des Lokals für die Wiedereröffnung. Fotos: Bernhard Panzer
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Bernhard Panzer Im Fenster neben der Eingangstür hängt ein Zettel. "Lokal geschlossen" steht da handschriftlich geschrieben, und das schon seit Monaten. Nicht wenige Herzogenauracher blicken beim Gang über den Marktplatz seither neugierig hinüber, mit der Frage, wann es im "Roten Ochsen" endlich wieder losgehe. Denn ursprünglich war schon mal von einem Neustart im Februar die Rede.

Lukas Alexiou kann jetzt eine Antwort geben. In diesen Tagen wird das Lokal wieder öffnen. Unter dem gleichen Namen, mit der gleichen Ausrichtung, und teilweise mit dem gleichen Personal. Nur der Wirt hat gewechselt, das Lokal betreibt die Eigentümerfamilie jetzt selbst.

Alexiou ist Grieche, lebt schon lange an der Aurach und hat das Anwesen vor rund sieben Jahren gekauft. Seine Schwester Melina betreibt das griechische Lokal Corfu in der Flughafenstraße. Beide haben die Wiedereröffnung des Ochsen gemeinsam vorbereitet.

Schon Reservierungen

Dieses Wirtshaus bleibt fränkisch. Das war die Kernaussage schon zum Jahresende 2018, als bekannt wurde, dass der Eigentümer das Lokal selbst übernehmen werde. Fränkische Küche sei in der Innenstadt begehrt. Und deshalb wird es, so sagten die Geschwister gestern im FT-Gespräch, von Bratwürsten bis zum Schäuferla nahezu all das geben, was es bisher auch gab. Nur "etwas minimiert haben wir die Speisekarte", sagt Melina.

Für den kommenden Sonntag liegen schon die ersten Reservierungen vor, erzählt Lukas. Doch schon vorher soll eröffnet werden. Wenn's mit den restlichen Vorbereitungsarbeiten klappt, dann bereits am morgigen Donnerstag, ergänzt Melina.

Mit zehn Leuten soll das Wirtshaus künftig abwechselnd betrieben werden: Es gibt sechs Bedienungen, zwei Köche und einen Helfer in der Küche sowie Lukas selbst. Einen festen Platz hat er nicht, denn "der Chef muss immer da sein, wo Arbeit ist", sagt Melina. Der Bruder ergänzt: "Wenn man mich in der Küche braucht, dann geh ich auch in die Küche".

Sonst wird sein Platz der Ausschank sein. Die Theke hat nach dem Umbau jetzt einen neuen Platz, mehr im Zentrum. Ein Eckbereich ist neu entstanden, mit Ledercouch, und auch sämtliche Tische sind neu. Das Interieur ist eine Mischung aus historisch und modern. Und auch die Beleuchtung und den Fußboden habe man erneuert. "Ein bisschen neu muss schon sein", sagt Lukas.

Kein Ruhetag

Und was ist noch anders? Künftig wolle man sieben Tage die Woche geöffnet haben, ohne Ruhetag. Täglich von 11 bis 21.30 Uhr, dazwischen mit drei Stunden Pause nach der Mittagszeit. Der Garten soll bis zum 1. Mai fertig werden. Dann ziehen auch die Stühle mit nach draußen, denn die Sitzgelegenheiten fürs Innere werden erst noch geliefert. Zur fränkischen Speisekarte zählen auch der Spargel, sobald die Saison beginnt, und Karpfen. Den will man heuer wenigstens in der Karwoche noch anbieten.

Alexiou hatte das Anwesen vor rund sieben Jahren gekauft. Pächter war da Manfred Weiß, der den Roten Ochsen bis zum Jahresende 2018 führte. Er hatte das Lokal 2002 neu eröffnet, in dem vorher italienisch gekocht worden war und das der Besitzer Johann Körner sanierte. Die Geschichte des "Roten Ochsen" geht bis ins Jahr 1650 zurück. Damit ist er neben der "Krone" eines der beiden ältesten Gasthäuser der Stadt.

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