Marktleugast
Info-Veranstaltung

Der Ostbayernring beschäftigt die Region wohl noch Jahre

Auch die letzte Informationsveranstaltung der Firma Tennet vor dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens für die neue Stromtrasse des Ostbayernrings in Marktleugast war gut besucht. Tennet TSO mit Si...
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In Marktleugast ließ sich auch Bürgermeister Franz Uome (rechts) von Ina-Isabelle Haffke, der Referentin des Netzbetreibers Tennet, auf dem Laufenden halten.  Foto: Klaus Klaschka
In Marktleugast ließ sich auch Bürgermeister Franz Uome (rechts) von Ina-Isabelle Haffke, der Referentin des Netzbetreibers Tennet, auf dem Laufenden halten. Foto: Klaus Klaschka

Auch die letzte Informationsveranstaltung der Firma Tennet vor dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens für die neue Stromtrasse des Ostbayernrings in Marktleugast war gut besucht. Tennet TSO mit Sitz in Bayreuth betreibt in Deutschland ein Höchstspannungs-Stromnetz (220 kV und 380 kV) zwischen Schleswig-Holstein und Bayern mit einer Gesamtlänge von rund 12 605 Kilometern. Das Tennet-Team hatte in der Region "Informationsmärkte" vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens für den Ersatzbau des bereits bestehenden Ostbayernrings veranstaltet, zuletzt in Marktleugast.

185 Kilometer lang wird die Trasse für die 380-kV-Leitung zwischen Redwitz in Oberfranken und Schwandorf in der Oberpfalz. 1,5 Millionen Euro veranschlagt Tennet pro Kilometer - fast 280 Millionen Euro für das gesamte Projekt.

"Die Menschen, die zum ,Informationsmarkt' gekommen sind, haben allgemeines Interesse, aber auch ganz konkrete Bedürfnisse,” sagt Ina-Isabelle Haffke, die Referentin für Bürgerbeteiligung.

Grundbesitzer wollten zum Beispiel wissen, wo genau die Trasse ihre Grundstücke schneidet. Und vor allem, welche Entschädigung sie erwarten können, da die Hochmasten und Leitungen durchaus Einfluss auf den Wert ihres Grundbesitzes haben werden. Die Rahmenbedingungen für Entschädigungen werden laut Haffke mit dem Bayerischen Bauernverband noch verhandelt. Sobald die Eckpunkte hierfür gesetzt sind, werde Tennet auf die Grundstücksbesitzer zugehen. Über genaue Summen könne man "im nächsten Jahr reden".

Entscheidung fällt in Berlin

Insbesondere Bewohner von Ortschaften, in deren unmittelbarer Nähe die Trasse verlaufen soll, studierten die Pläne. Warum eine Freileitung errichtet wird und man nicht auf Erdverkabelung gesetzt hat, beschäftigt die meisten, ist Haffkes Erfahrung. Dafür gebe es keine gesetzliche Grundlage, beschreibt sie die Optionen. Deswegen sei Tennet verpflichtet, eine Freileitung zu bauen. Eine andere Option sei eine politische Entscheidung, die in Berlin bundesweit gefällt werden müsste.

Für die Option Erdverkabelung hat der Marktleugaster Bürgermeister Franz Uome durchaus Verständnis, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass die Kommune hierzu keinerlei Entscheidungsbefugnis habe: "Auch wenn der Bürgermeister unter Umständen dafür geprügelt wird. Die Entscheidung fällt allein die Bundesregierung beziehungsweise der Bundestag."

Die Forderung der Bürgerinitiative im Ortsteil Neuensorg nach Erdverkabelung kann er zum Beispiel durchaus nachvollziehen. Wenn man etwa eine Feriensiedlung bauen will, dann passt einem eine Starkstromleitung in der Nähe nicht.

Auch die Strahlenbelastung, die von freihängenden Leitungen ausgeht, beschäftigt die Bürger. Die Grenzwerte, die für eine solche Leitung festgelegt sind, würden aber überall eingehalten, meistens sogar unterschritten, versichert Ina-Isabelle Haffke. Die neuen Leitungen würden künftig auf einer Höhe zwischen zwölf und 15 Metern gezogen; bisher waren es neun Meter. Zudem seien die Grenzwerte auf eine hundertprozentige Auslastung der Leitung ausgelegt. In der Realität liege sie aber bei durchschnittlich 60 Prozent.

Die geplante Leitung führt durch Gebiete von Marktzeuln, Redwitz an der Rodach, Burgkunstadt, Küps und Mainleus, Kulmbach und Stadtsteinach, Guttenberg, Grafengehaig und Marktleugast, sowie Weißdorf und Münchberg. Weiter sind Untersteinach sowie Helmbrechts durch die Baumaßnahmen berührt, der Stadtsteinacher Stadtteil Vogtendorf am Rand.

Unterlagen liegen ab Dienstag aus

In diesem Planungsabschnitt C sucht Tennet laut Haffke Kompensationsflächen. Tennet wolle die Flächen entweder kaufen oder als Dienstbarkeit im Grundbuch eintragen lassen - gegen Entschädigung.

Vom 13. November an liegen die Planungsunterlagen in allen beteiligten Kommunen aus. Bis zum 27. Dezember müssen alle Einwendungen, die gegen die geplante Trasse vorgebracht werden, schriftlich bei der Regierung von Oberfranken eingegangen sein. Noch zwei Jahre werde es nach augenblicklichem Sachstand dauern, bis mit dem Bau der neuen Stromtrasse begonnen wird; 2023 könnte die neue Leitung in Betrieb gehen.



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