Weißenbrunn

Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen

Er ist in der Weißenbrunner Dorfgemeinschaft tief verwurzelt und in vielen Vereinen engagiert. Nun strebt Jörg Neubauer als SPD-Bürgermeisterkandidat die Nachfolge von Egon Herrmann (SPD) an, der auf eine erneute Kandidatur verzichtet.
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Jörg Neubauer setzt sich nach eigenen Angaben mit Leidenschaft für Weißenbrunn ein - und das nicht nur wegen der Wahl. Foto: Veronika Schadeck
Jörg Neubauer setzt sich nach eigenen Angaben mit Leidenschaft für Weißenbrunn ein - und das nicht nur wegen der Wahl. Foto: Veronika Schadeck

Veronika Schadeck "Der Mensch steht an erster Stelle. Der Mensch muss im Mittelpunkt des Handels stehen. Miteinander zu reden ist das A und O" - so betont Jörg Neubauer mehrmals seine Vorstellungen von Kommunalpolitik.

Der 50-Jährige ist mit der Kommunalpolitik aufgewachsen. Sein Vater Gerhard Neubauer war Bürgermeister der Gemeinde Steinbach am Wald, sein Schwiegervater Alfred Schaden hatte über 30 Jahre lang den Chefsessel im Tettauer Rathaus inne. Dadurch habe er bereits als Jugendlicher und junger Familienvater gelernt, dass man gerade als Bürgermeister vieles in seiner Gemeinde bewegen, gestalten und weiterentwickeln kann.

Schon im März 2019 wurde Jörg Neubauer zum SPD-Bürgermeisterkandidaten gekürt. Den Termin habe er bewusst so gelegt, denn die Bürger sollten genügend Zeit haben, ihn näher kennenzulernen. Im Nachhinein bezeichnet der zweifache Familienvater diese frühe Nominierung als richtig, denn seitdem habe er viele Gespräche mit Bürgern, Gewerbetreibenden und Multiplikatoren führen können. Der Bundespolizist ist überzeugt, dass seine Kandidatur für ihn der richtige Zeitpunkt ist. "Ich stehe mitten im Leben und habe eine Familie, die mir den Rücken frei hält und mich voll unterstützt." Das sei wichtig, sagt er, denn dadurch könne er sich im Falle seiner Wahl mit ganzer Kraft seinem neuen Amt widmen.

Vereine liegen ihm am Herzen

Jörg Neubauer ist jemand, der sich schon bisher stark in seiner Heimat engagiert hat - beispielsweise ist er Vorsitzender des TSV Weißenbrunn. Die Vereine und das Ehrenamt sind für ihn nicht nur deshalb ein Herzensanliegen. Regelmäßig will er alle Vereinsvorstände der Gemeinde an einen Tisch bringen und mit ihnen über aktuelle Probleme und Wünsche diskutieren. Denn Vereine und Ehrenamt seien unentbehrlich für ein lebendiges Dorfleben. Deshalb schwebt ihm auch die Einführung eines Vereinstags mit dem Ziel vor, dass sich Bürger und Vereine miteinander stärker vernetzen. Weiterhin will er sich in einem gewissen Turnus mit Gewerbetreibenden und Unternehmen an einen Tisch setzen, um deren Sorgen, Nöte, aber auch Anregungen zu hören. Auch sollen Unternehmen seitens der Verwaltung Unterstützung erhalten, wenn es um Fördermöglichkeiten geht. Bei allen Entscheidungen müssen zuvor aber die Realisierbarkeit sowie die Verhältnismäßigkeit geprüft werden, stellt er klar.

Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit sollen Transparenz und Bürgernähe sein. "Ich will eine offene Tür." Auch denkt er an eine moderne, digitalisierte Verwaltung sowie Bürger- und Jugendsprechstunden im Rathaus. Zudem möchte Jörg Neubauer, Straßen, Rad- und Wanderwege ausbauen. Auch die Ausweisung neuer Baugebiete und eines Gewerbegebiets stehen auf seiner Agenda. Außerdem will er Überlegungen anstellen, inwieweit eine Kommune zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen Beitrag leisten kann. Natürlich werde es auch darum gehen, bereits laufende Projekte, wie die Dorferneuerung in Hummendorf und die Sanierung des Alten Rathauses fortzuführen.

Als sich Jörg Neubauer in den 90er Jahren zusammen mit seiner Frau für Weißenbrunn als Lebensmittelpunkt entschied, hatte dies gute Gründe. Die Gemeinde liegt zentral, hat sowohl Kindergärten als auch eine Grundschule - und auch sonst fehlt es in Weißenbrunn an nichts. Die Familie fühlte sich von Anfang an wohl - und allen war schnell bewusst, eine neue Heimat gefunden zu haben. "Weißenbrunn war von Anfang an großartig. Wir sind froh hier zu sein." Auf den Wahlkampf angesprochen reagiert Jörg Neubauer bodenständig. Schon vor seiner Nominierung war er ein sehr engagierter Bürger in seiner Gemeinde. Er war Initiator vieler Projekte und Aktionen, bei welchen er gleichzeitig oft selbst mitwirkte. Auch bei Veranstaltungen sei er präsent gewesen, erzählt er. Insgesamt halte er recht wenig davon, kurz vor einer Kommunalwahl über die Grenzen hinaus aktiv zu werden. "Ich bin ein Mensch, der sich gerne und mit Leidenschaft für Weißenbrunn einsetzt. Das tue ich aus Überzeugung und nicht, weil eine Wahl ansteht."

Bei der Frage, ob denn sein Vater und Schwiegervater als erfahrene Kommunalpolitiker ihm Tipps und Ratschläge geben, meint er schmunzelnd: "Schon, aber das hält sich in Grenzen." Aber, so räumt er ein, es ist schon ein gutes Gefühl, gleich zwei Väter zu haben, die viele Jahre das Amt eines Bürgermeisters inne hatten: "Das gibt Kraft und macht Mut."

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