Burgpreppach

Der Markt zahlt die Rohre

Nach längerer Diskussion hat das Gremium in Burgpreppach beschlossen, sich finanziell beim Verlegen von "Speedpipe-Verbunden" durch die Energiegenossenschaft Hohnhausen zu beteiligen - aber nur unter Bedingungen.
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In den meisten Straßenzügen von Hohnhausen wurden bereits Leerrohre, sogenannte Speedpipes, für Glasfaserkabel und andere Nutzungen verlegt. Für die Königsberger Straße ergibt sich jetzt eine Zusammenarbeit mit der Energiegenossenschaft Hohnhausen, die ihr Leitungsnetz erweitert. Foto: Eckehard Kiesewetter
In den meisten Straßenzügen von Hohnhausen wurden bereits Leerrohre, sogenannte Speedpipes, für Glasfaserkabel und andere Nutzungen verlegt. Für die Königsberger Straße ergibt sich jetzt eine Zusammenarbeit mit der Energiegenossenschaft Hohnhausen, die ihr Leitungsnetz erweitert. Foto: Eckehard Kiesewetter
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Eckehard Kiesewetter Jetzt also doch. In seiner jüngsten Sitzung hat der Marktgemeinderat von Burgpreppach beschlossen, sich an den Kosten für die Verlegung von Leerrohren, sogenannter Speedpipes, im Gemeindeteil Hohnhausen zu beteiligen, wenn auch nur unter der Bedingung einer Änderung im Plan. Er macht mit, sofern die Leitungen nicht auf Privat-, sondern auf öffentlichem Terrain verlegt werden. Der Beratung lag ein Antrag der Energiegenossenschaft Hohnhausen zugrunde, die ihr Leitungsnetz für die Nahwärmeversorgung ausbauen will.

Durch die Verwendung von Speedpipes könnte, so die Idee des Versorgungsunternehmens, die Gemeinde zugleich die Infrastruktur für den Glasfaserausbau schaffen. Die Kabel müssten später nur noch durch die Leerrohre geschoben werden. Die Kosten für die Speedpipes würde man sich teilen.

Der Antrag hatte bereits in der vorangegangenen Sitzung vorgelegen, war vom Gremium jedoch wegen ungeklärter Fragen zurückgestellt worden. Nun sorgte Oliver Hesse, Breitbandpate bei der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim, für Klarheit. Er zeigte dem Gremium detailliert auf, dass nach der Erneuerung der Ortsdurchfahrt nur noch ein Teil der Anwesen in Hohnhausen für die Maßnahme in Frage kommt.

In weiten Teilen des Dorfes habe man im Zug der aktuellen Straßenarbeiten bereits Speedpipes verlegt; nur Häuser in der Königsberger Straße seien bislang ohne Anschluss geblieben.

Als problematisch bewertete er das Ansinnen, die Häuser über Privatgrund zu erschließen. Derartige Grunddienstbarkeiten hätten sich oft genug als nachteilig erwiesen, Unstimmigkeiten mit Grundbesitzern seien eines Tages vorprogrammiert.

Zudem wäre eine Versorgung dann nur auf einer Straßenseite möglich, die gegenüberliegenden Anwesen könnten nicht angeschlossen werden. So beurteilte er eine Beteiligung der Kommune am Vorhaben der Energiegenossenschaft als "wenig sinnvoll". Die Gemeinde sollte die beidseitige Erschließung anstreben.

Alternativ wies der Verwaltungsmann auf ein Pilotprojekt des Freistaates zur "Gigabit-Förderung" hin, welches womöglich Fiber-to-the-Home-Anbindung (FTTH) mit rund 80 Prozent unterstützen werde. Stimme der Gemeinderat jetzt einer Beteiligung am Vorhaben der Energiegenossenschaft zu, so würde der bereits erschlossene Bereich von der staatlichen Förderung ausgeschlossen.

Hesse schloss seinen Vortrag mit dem Hinweis, dass die Verlegung eines "Speedpipe-Verbundes" noch keinesfalls bedeute, dass allen angeschlossenen Häusern dann tatsächlich schnelles Internet im Gigabereich zur Verfügung stehe.

Namens der Energiegenossenschaft erklärte Torsten Baumgärtner, dass es denkbar sei, die Trasse im Bereich Königsberger Straße umzuplanen und die Speedpipes statt auf privatem Gelände in einen Grünstreifen auf öffentlichem Grund zu verlegen. Dann könnten die Anwesen beidseitig der Straße angeschlossen werden. Dazu allerdings müsste die Energiegenossenschaft ihre Planung ändern.

Finanziell gedeckelt

Der Beschluss im Gemeinderat fiel zwar erst nach längerer Diskussion, am Ende aber einstimmig: Das Gremium sagte eine Beteiligung der Kommune zu, sofern eine entsprechend geänderte Trassenführung für die Königsberger Straße gewährleistet wird.

Und der Rat beschloss auf Vorschlag von Drittem Bürgermeister Reinhold Klein, die Beteiligung zu deckeln: höchstens 50 Prozent der Tiefbaukosten, maximal 20 000 Euro, wobei jedes Anwesen nach Absprache mit dem jeweiligen Eigentümer bis zur Grundstücksgrenze mit dem Leerrohr zu erschließen sei.

Die Materialkosten für den Speedpipe-Verbund trägt die Kommune komplett. Sie wird das Rohrnetz nach Fertigstellung dann auch in ihren Besitz nehmen.

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