Wiesenttal
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Der Markt Wiesenttal baut fast drei Millionen Euro Schulden ab

Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat Wiesenttal den Haushalt 2019. Nach Kämmerer Hans Müller zeigt der konsequente Konsolidierungskurs der letzten Jahre Wirkung. Die Schulden (Maximum 7,6 Million...
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Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat Wiesenttal den Haushalt 2019. Nach Kämmerer Hans Müller zeigt der konsequente Konsolidierungskurs der letzten Jahre Wirkung. Die Schulden (Maximum 7,6 Millionen Euro) werden bis zum Jahresende auf 4,8 Millionen zurückgeführt sein.

Zwar wird die Kommune einen Kredit von 330 000 Euro aufnehmen; er dient aber im Wesentlichen der Umschuldung. Ein Kredit mit höherem Zinssatz wird außerplanmäßig mit 300 000 Euro bedient. Negativ fällt bei Müller der Vergleich der Kreisumlage (1,05 Millionen Euro) mit den Sätzen vom angrenzenden Landkreis Bayreuth auf; dürfte Wiesenttal nach dessen Sätzen abrechnen, müsste es über 200 000 Euro weniger einstellen. Müller fordert eine Reform im kommunalen Finanzausgleich.

Die Finanzsituation des Marktes bleibt für ihn "weiter schwierig". Von einer Gleichstellung des ländlichen Raums und insbesondere der Flächengemeinden sei man noch weit entfernt. Dennoch schafft es Wiesenttal, über 700 000 Euro vom Verwaltungshaushalt in den Investitionsbereich zu überführen. Ein enormer Unsicherheitsfaktor ist die Abschaffung der Ausbaubeitragssatzung, die Wiesenttal seit 1984 anwandte. Müller kann nicht einkalkulieren, in welcher Höhe Ausgleichszahlungen des Freistaates fließen werden.

Auch Bürgermeister Helmut Taut (FFW) sieht seit 2016 eine Besserung der Lage. Das Zahlenwerk für 2019 ist für ihn "ein solider, ordentlicher Haushalt trotz der Kreditaufnahme". Er hofft, dass am Ende der laufenden Ratsperiode die Verschuldung auf unter vier Millionen Euro zurückgegangen ist. Dann wäre man wieder auf dem Stand zur Zeit seines Amtsantritts vor 18 Jahren.

Trotzdem klang in seiner Haushaltsrede ein frustrierter Ton an. Er bezog sich auf die stark gestiegenen Anforderungen bei Maßnahmen in den letzten 20 Jahren, beispielsweise bei der Dorferneuerung Streitberg. Sie kommt jetzt auf 1,6 Millionen Euro, war aber mal mit 600 000 Euro veranschlagt.

Konrad Rosenzweig, der CSU-Fraktionssprecher, sieht die Entwicklung ebenfalls positiv: "Langsam sind wir wieder in einer Situation, wo man agieren kann und nicht nur reagieren muss." Bedenken müsse man, dass die Einwohnerzahlen rückläufig seien, bisherige Planungen aber auf Gleichstand ausgerichtet waren. Er forderte, dass sich die Flächengemeinden viel stärker vernetzten, um Aufgaben wie Bauamtsleitung durch qualifizierte Fachleute zu stemmen anstatt ständig Fachbüros mit Honoraren beschäftigen zu müssen. Gerhard Kraus (BG Streitberg) hatte besonders die Abschaffung der Strabs im Blick: "Sie lässt die Kommunen im freien Fall hängen."

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