Weisendorf

Der Lochfraß nagt am Blech

Ein Teil der Weisendorfer Grundschule benötigt dringend ein neues Dach.
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Das abgestufte Titanzinkblechdach der Grundschule I muss dringend saniert werden. Foto: Richard Sänger
Das abgestufte Titanzinkblechdach der Grundschule I muss dringend saniert werden. Foto: Richard Sänger

Zur Grundschule I überraschte Weisendorfs Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung mit einer schlechten Nachricht, die bereits ein Punkt in der nichtöffentlichen Sitzung am 3. Juni war, als ein Gutachten zur Dachsanierung in Auftrag gegeben wurde.

Für die Dachsanierung der Grundschule I war in dieser Sitzung das Architekturbüro Bettmann aus Rückersdorf vorerst mit den Leistungsphasen 1 und 2 (Grundlagenermittlung und Vorplanung) beauftragt worden. Zusammen mit einer Fachfirma war das Büro Bettmann vor Ort, hat das Dach untersucht und an einer Stelle geöffnet. Dabei wurde eine Reihe von Schäden festgestellt, das Titanzinkblechdach ist an vielen Stellen schadhaft und es zeigen sich kleine Löcher im Blech, auch bekannt als sogenannter Lochfraß.

Ursache ist die Feuchtigkeit unter dem Blech, denn beim Erstellen des Blechdaches wurde eine unzureichende Dachbahn verwendet, welche ein Durchfeuchten eher noch fördert. Die abgestufte Dachkonstruktion erfordert eine deutliche Verbesserung der Dachquerlüftung. In der jetzigen Ausführung sind im oberen Teil des Daches zwar Lüftungen vorhanden, aber offensichtlich unzureichend. Auch die damals verwendeten Nut-und Federschalbretter als Unterkonstruktion erscheinen in der Materialstärke zu gering.

Erst beim großflächigen Abbau der Dachhaut wird sich laut Architekt zeigen, ob die eingebaute Dachschalung weiterverwendet werden kann. Zudem lässt sich die integrierte, teilweise gebogene Entwässerungsrinne nicht reinigen. Außerdem ist die äußere Rinnenkante nicht deutlich tiefer als die innere Kante.

Wasser fließt nicht richtig ab

Im Falle eines Wasserstaus oder bei starkem Regen werde das Wasser deswegen nicht nach vorn überschwappen, sondern zurück in die Dachkonstruktion fließen. Nach dem Gutachten der Fachfirma beschleunigt die andauernde Feuchtigkeit unter dem Titanzinkblech das Korrodieren des Materials und es sollte dringend Abhilfe geschaffen werden, um ein weiteres Durchfeuchten der gesamten Dachkonstruktion und der Dämmung zu unterbinden.

Der Sanierungsvorschlag sieht deshalb den Abbau der Dachhaut und Dachrinne sowie das Entfernen der Dachbahn, das Austrocknen der Dachschalung und das Prüfen auf weitere Verwendung vor. Am Ende sollen der Einbau einer strukturierten Trennlage unter der Dachhaut, Montage eines neuen Titanzinkbleches und Erneuern der Dachrinne als umlaufende Kastenrinne in Teilbereichen segmentartig erfolgen. Auch sei es zwingend notwendig, das Abstimmen einer ausreichenden Hinterlüftung der Dachhaut mit dem Hersteller sicherzustellen. Nach der vorläufigen Berechnung des Architekten werden sich die Kosten ohne Honorar auf rund 245 000 Euro belaufen.

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