Höchstadt a. d. Aisch

Der lang ersehnte Lückenschluss

Vor rund 55 Jahren wurden die A 3 zwischen Schlüsselfeld und Würzburg sowie die B 505 für den Verkehr freigegeben.
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Seit Ende 1964 haben Autofahrer freie Fahrt auf der A 3 in Richtung Würzburg - wenn gerade kein Stau ist. Foto: Manfred Welker
Seit Ende 1964 haben Autofahrer freie Fahrt auf der A 3 in Richtung Würzburg - wenn gerade kein Stau ist. Foto: Manfred Welker

Vor 55 Jahren wurde das letzte Teilstück der A 3 zwischen Schlüsselfeld und Würzburg für den Verkehr freigegeben und konnte durchgehend befahren werden. Für die stark frequentierte Strecke steht inzwischen der sechsspurige Ausbau an.

Von der Bundesautobahn 3, Frankfurt-Würzburg-Nürnberg-Passau, wurde ein Teilstück vom Autobahnkreuz Nürnberg bis zur Anschlussstelle Tennenlohe bereits am 1. Oktober 1941 für den Verkehr freigegeben. Die Strecke mit einer Länge von 18,4 km war einbahnig angelegt. Nach dem zweibahnigen Ausbau erfolgte die Freigabe der Strecke für den Verkehr am 10. Dezember 1959.

Der Weiterbau und damit der Lückenschluss zwischen Frankfurt und Nürnberg war schon geplant. Er sollte die B 8 entlasten und damit zur Verkehrslenkung sowie zur verkehrsmäßigen Erschließung Frankens beitragen. Dazu waren auch die Zubringer aus Bamberg, Bayreuth und Schweinfurt von erheblicher Bedeutung. Besser erschlossen werden sollten dadurch auch die Erholungsgebiete in Steigerwald, Spessart und Frankenwald.

Mit einem Teilstück von Frankfurt nach Offenbach wurde im Mai 1955 von Norden der Bau vorangetrieben. In Bayern fiel am 18. Juli 1957 die Entscheidung für die Trasse Dettelbach-Schlüsselfeld-Höchstadt/Aisch-Tennenlohe (Nordlinie). Die Strecke von Frankfurt bis zum Nürnberger Kreuz betrug 232 km, sie entstand innerhalb von neun Jahren.

Um den Bau der Autobahn vor Ort zu koordinieren, wurde die Außenstelle Höchstadt eingerichtet. Die Bauleitung für die Planungsstelle nahm dort am 15. Juli 1959 in einem eigenen Gebäude in der Kerschensteiner Straße ihren Betrieb auf. Die Bauarbeiten machten gute Fortschritte. Der Abschnitt von der Anschlussstelle Höchstadt-Ost bis zur Anschlussstelle Tennenlohe konnte mit 24,8 Kilometern am 17. Juli 1962 freigegeben und in Betrieb genommen werden.

Bis zur Fertigstellung wurden 260 000 Kubikmeter Mutterboden abgeschoben und 614 000 Kubikmeter Fahrbahndecken verbaut. In Summe handelte es sich um eineinhalb Millionen Tonnen Baumaterial. Die beiden Fahrbahnen im Abschnitt von der Anschlussstelle Höchstadt-Ost bis zur Anschlussstelle Schlüsselfeld wurden am 19. Dezember 1963 dem Verkehr übergeben.

Gesichert sind die Zahlen für den Abschnitt Tennenlohe-Geiselwind der Bundesautobahn Frankfurt-Nürnberg, die in Gemeinschaftsarbeit ausgeführt wurde. Die Gesamtlänge betrug 66 Kilometer, verbaut wurden drei Millionen Tonnen Frostschutzkies sowie 1,2 Millionen Quadratmeter zementöse Vermörtelungen. Für 280 000 Quadratmeter Standspur wurden 56 000 Kubikmeter Beton verbaut. Der Beton für die 90 000 Quadratmeter Randstreifen wurde mit 27 000 Kubikmetern angegeben. Für 880 000 Quadratmeter Schwarzdecke wurden 650 000 Tonnen verbaut.

Arbeiter feiern den Abschluss

Am 26. November 1964 konnte der Autobahnabschnitt zwischen der Anschlussstelle Schlüsselfeld und der Anschlussstelle Würzburg-Ost sowie der Zubringer Höchstadt-Bamberg mit 20,5 km Länge, die B 505, seiner Bestimmung übergeben werden.

Der Abschluss der Arbeiten im Jahr 1964 wurde groß gefeiert. Der letzte Zug wurde von den Arbeitern geschmückt. Die Reichmannsdorfer Blaskapelle spielte, zwischen den Arbeitern wurde ein Fußballturnier ausgetragen, erinnert sich einer der beteiligten Arbeiter. Die Raststelle Steigerwald hatten er und seine Arbeitsgruppe quasi "nebenbei" vollendet, d. h. Rabatten und Einfassungen gesetzt, so dass danach die Fahrbahn und die Parkflächen geteert bzw. gepflastert werden konnten. Die Autobahnmeisterei in Erlangen nahm am 1. Juni 1962 ihren Betrieb auf, die in Geiselwind am 1. November 1964.

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